Leihfahrzeuge

23. Juli 2019 11:58; Akt: 23.07.2019 17:01 Print

E-Trottinett oder E-Bike? Darauf müssen Sie achten

von Raphael Knecht - Sind E-Scooter teurer als E-Bikes? Wie viel schneller ist das Velo? Und was gilt es sonst noch zu beachten? Eine Übersicht.

20 Minuten war mit dem E-Trotti unterwegs – und hat Passanten gefragt, was sie von dem Trend halten. (Video: 20M)
Zum Thema
Fehler gesehen?

In grossen Schweizer Städten sind viele Passanten mit dem E-Trottinett unterwegs. Vor allem in Zürich und Basel sieht man die Leihfahrzeuge immer häufiger auf den Strassen. Das Geschäftsmodell von Anbietern wie Bird, Tier und Circ basiert auf der Sharing Economy – sie machen damit Fahradverleihern wie Publibike Konkurrenz.

Umfrage
Benutzen Sie die E-Trottinetts?

Wer in der Stadt nicht zu Fuss unterwegs sein will, hat an vielen Orten eine grosse Auswahl an Leihfahrzeugen. Diese Punkte gilt es bei der Wahl zu beachten:

Geschwindigkeit

«Wer schnell unterwegs sein will, der setzt allein schon aus sicherheitstechnischen Gründen auf ein Velo oder E-Bike», sagt Mobilitätsexpertin Andrea Auer von Comparis. Die E-Trottis dürfen in der Schweiz nicht schneller als 20 Kilometer pro Stunde fahren. Für E-Bikes beträgt die Maximalgeschwindigkeit hingegen 45 Stundenkilometer. Dafür gilt Helmpflicht bei E-Bikes der Anbieter Smide und Pick-e-Bike, die bis zu 35 Kilometer pro Stunde erreichen. Und man muss bei diesen Firmen den Fahrausweis hinterlegen.

Reifen

Laurent Pignot, Sprecher vom Verkehrsclub TCS, rät, bei E-Scooters auf die Räder zu achten: «Wer etwas mehr Komfort will, bevorzugt eher breitere Reifen», sagt er zu 20 Minuten. Zudem sei die Fahrt mit aufgepumpten Pneus angenehmer als mit Vollgummireifen und der Scooter lasse sich leichter steuern.

Ausstattung

Laut Auer gibt es wenige Unterschiede zwischen den einzelnen E-Trottinetts. Die Scooter der Firmen Circ und Tier haben jeweils zwei Bremsen am Lenker, bei Bird ist es nur eine. Und die Fahrzeuge von Circ haben im Gegensatz zur Konkurrenz am Lenker einen Handy- und Getränkehalter.

Rückgabe

Bei den meisten E-Trottinett-Anbietern gilt das sogenannte Freefloating-System: Die Fahrzeuge können nach Gebrauch an einem beliebigen Ort abgestellt werden. Ausnahme ist Scoobox in Basel, wo das Trotti an den Abholort zurückgebracht werden muss. Für E-Bikes gibts das Freefloating-System bei den Anbietern Smide und Pick-e-Bike. Bei Publibike können die Velos nur an ausgewiesenen Stationen retourniert werden, sie müssen aber nicht an den Ursprungsort zurückgebracht werden.

Verfügbarkeit

Wer nicht in der Nähe einer Trotti- oder Velo-Station ist, kann nach Fahrzeugen der Anbieter mit Freefloating-System Ausschau halten. Velos von Publibike und E-Scooters sind am ehesten verfügbar. Dagegen stehen laut Comparis die Chancen, ein schnelles E-Bike von Smide oder Pick-e-Bike zu finden, nicht so gut.

Preis

Laut einem Preisvergleich von Comparis kostet eine vierminütige Fahrt bei den günstigsten Trotti-Anbietern Circ und Voi 2 Franken. Eher teuer ist der Anbieter Bird, wo man für eine gleich lange Fahrt 2.80 Franken zahlt. Auch bei einer Fahrt von sieben Minuten schneiden Circ und Voi am besten ab (2.75 Franken) – Bird ist am teuersten (4.15 Franken). Noch günstiger sind allerdings E-Bikes der Verleiher Smide und Pick-e-Bike: Bei beiden kosten vier Minuten 1 Franken und sieben Minuten 1.75 Franken. Publibike hingegen verrechnet ohne Abo 4.50 Franken, pauschal für 30 Minuten.


Preisübersicht für E-Scooter. (Bild: Comparis)

Abo

Wer oft mit geliehenen Fahrzeugen unterwegs ist, dürfte von einem Abo profitieren. Andrea Auer von Comparis empfiehlt, das im Vorfeld auszurechnen. Derzeit gibt es allerdings nur bei den Velos solche Angebote. Wer oft mit E-Scooters unterwegs ist, gibt also tendenziell mehr Geld aus als ein Velofahrer. Das Abo von Smide kostet je nach Variante zwischen 44 und 99 Franken im Monat und beinhaltet kostenlose Fahrminuten. Bei Publibike sind es 9 bis 29 Franken und die Tarife sind reduziert.

Rechtzeitig absteigen

Weil sich die Preismodelle der Anbieter stark unterscheiden, lässt sich Geld sparen, wenn man auf die genauen Konditionen achtet. Der Scooter-Verleih Tier verrechnet die Minute erst nach Vollendung. Konkurrent Bird dagegen verlangt bereits für jede angefangene Minute den vollen Minutentarif. Eine Fahrtzeit von vier Minuten kostet bei Bird 2.80 Franken. Dauert die Fahrt eine Sekunde länger sind es 3.25 Franken. Je nachdem lohnt es sich, die letzten paar Meter zu Fuss zurückzulegen. Bei Circ kann man zudem den Preis pro Kilometer statt pro Minute abrechnen lassen – laut Auer ist das meist am günstigsten.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nöggi am 23.07.2019 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Umweltfreundlich ohne Batterie!

    Ich nehme das Fahrrad ohne E und schohne somit die Umwelt. Geht heute nichts mehr aus eigener Kraft? Meint jeder E = umweltfreundlich? Hört mal auf damit!

    einklappen einklappen
  • WednesdayAddams am 23.07.2019 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    No-Go

    Diese Dinger stehen überall am Boden (nicht fachgerecht)

    einklappen einklappen
  • Hiram Abif am 23.07.2019 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die E-Trottinetts

    und Velos in der Stadt sind eine Pest.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andi Schlatter am 24.07.2019 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Konzepte, aber....

    ...leider alle viel zu teuer. Egal was man nutzt: Wenn man es oft nutzt, kostet es ein heiden Geld. Das ist sehr schade. So fahre ich weiterhin Auto.

  • Karlo am 24.07.2019 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    Tel Aviv als Vorbild

    Komme gerade aus Tel Aviv zurück, das gilt als E-Trotti-Paradies. Mehrere Anbieter, eigentlich immer ein Trotti verfügbar (egal ob Innenstadt oder Strand), Preise akzeptabel und KEINER stört sich daran. Das wird sich in der Dauernörgler-Schweiz bald von ganz alleine durchsetzen. Niemand wartet für eine Kurzstrecke von 2-3 km dann mehrere Minuten auf überfüllte Trams oder Busse.

    • Antonov am 24.07.2019 20:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Karlo

      Das Fahrrad wurde bereits erfunden.

    einklappen einklappen
  • Norbert am 24.07.2019 18:36 Report Diesen Beitrag melden

    trauriger Unterschied

    Der Unterschied zwischen unmotorisiertem Fahrrad und E-Bike ist die dreimal grössere Wahrscheinlichkeit, bei einem Unfall zu sterben. Vermute, dass bei E-Scootern diese Wahrscheinlichkeit noch grösser ist.

  • .Nicolas. am 24.07.2019 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Bei E-Bikes sind mehr Akkuzellen verbaut. Diese sind wunderbar zu basteln. ...

  • John Kipkoech am 24.07.2019 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    Geldgruben

    Achtung: E-Bike und E-Trotti sind Geldgruben für den Velohändler - sie brauchen etwa 5-Mal soviel Wartung wie ein muskelbetriebenes Fahrzeug. Der Motor hält auch nicht ewig - bei regelmässigem Gebrauch kaum 2 Jahre, ein neuer Motor ist teuer,