Vergleich

30. Juli 2014 18:49; Akt: 30.07.2014 18:49 Print

So teuer ist Taxifahren in Schweizer Städten

von S. Spaeth - Unter den Metropolen weltweit hat Zürich die höchsten Taxipreise. Und wie sieht es im nationalen Vergleich aus? Sieben Deutschschweizer Städte sind noch teurer als die Limmatstadt.

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Mit der Publikation eines internationalen Vergleichs der Taxipreise hat 20 Minuten den Ärger der Zürcher Taxibranche auf sich gezogen. Grund: Die Stadt Zürich hat für die Vergleichsstrecke die mit Abstand höchsten Tarife, wie aus einer Analyse der Strategieberatung Simon Kucher & Partners hervorgeht. Taxifahren ist in Zürich 171 Prozent teurer als in New York.

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«Man kann Zürich nicht mit internationalen Städten verglichen», sagt Pasquale Casciani, Geschäftsführer von Forty Taxi in Dietikon. Die Zürcher Taxianbieter würden viel mehr Leerkilometer fahren als jene in New York. Weil die entsprechende Konzession fehlt, darf ein Taxi aus der Stadt, das einen Gast etwa an den Flughafen bringt, bei den dortigen Standplätzen keinen Passagier aufnehmen. Die Folge sind im Fall einer Flughafenfahrt weitere zwölf Kilometer zurück zum angestammten Standplatz, womit sich die Einnahmen pro Kilometer halbieren.

Günstiges St. Gallen

Auch der Zürcher Taxiverband wehrt sich gegen den Vergleich. Man habe in der Schweiz gar nicht die höchsten Tarife, betont Sprecherin Liz Spengler. Laut einer zwölf Deutschschweizer Orte umfassenden Analyse sind sieben Städte teurer als Zürich.

Verglichen wurden die Preise für eine vier Kilometer lange Fahrt während des Tages inklusive fünf Minuten Wartezeit. Die höchsten Tarife hat demnach Baar im Kanton Zug. Die Fahrt kostet dort 34 Franken (6.80 Grundtaxe plus 6.80 pro km, keine Kosten bei Wartezeit). An zweiter Stelle liegt Thun, wo die Referenzfahrt mit 31.20 Franken zu Buche schlägt. Dahinter folgt Zug mit 30.85 Franken.

Die günstigsten Tarife hat laut der Analyse des Zürcher Taxiverbandes St. Gallen. Dort schlägt die 4-Kilometer-Fahrt mit 20.60 Franken zu Buche (5.00 Grundtaxe plus 3.90 pro km, keine Kosten bei Wartezeit ). Dahinter folgt Arosa (26.40 Fanken). Im Test schliesst auch Zürich gut ab: Die Stadt gehört mit 26.95 Franken zur günstigeren Hälfte (6.00 Grundtaxe plus 3.80 plus 1.15 je Minute Wartezeit). Vergleicht man Zürich mit Baar – der teuersten Stadt im Test – kostet Taxifahren rund 26 Prozent weniger. Aber: In St. Gallen ist es rund 24 Prozent günstiger.

Fahrer bestimmen Tarif

Bei den vom Taxiverband publizierten Preisen handelt es ich um effektive Preise vom Januar 2014. Teilweise schreiben Städte in ihren Taxiverordnungen Höchstpreise vor, die nicht überschritten werden dürfen. Günstiger ist aber kein Problem. «Jeder Taxihalter kann selbst kalkulieren», sagt Liz Spengler vom Zürcher Taxiverband. Die 4-Kilometer-Strecke entspricht in etwa der durchschnittlich gefahrenen Distanz in der Stadt Zürich.

Beim Zürcher Taxiverband heisst es, dass die Fahrer trotz 53-Stunden-Woche kam genug verdienen würden, um zu überleben. Kein Wunder: Laut Branchenkennern machen viele Zürcher Fahrer an einem normalen Wochentag nur zehn Fahrten: zu wenig Kunden, zu viele Taxis, zu lange Standzeiten.

«Branche macht sich selbst kaputt»

Taxihalter Casciani sieht das Problem mit den schlechten Einnahmen bei Fahrern, die sich nicht an die örtlichen Tarife halten: «Die Branche macht sich durch Tiefpreisangebote selbst kaputt», sagt er. Viele Chauffeure würden nur das Geld sehen, das sie am Abend in der Tasche hätten, aber nicht bemerken, dass es sich so längerfristig nicht lohne.

Weshalb die Rechnung zumindest halbwegs aufgeht: Häufig ist Taxifahren nur ein Nebenverdienst. Laut Casciani beziehen viele Fahrer bereits eine AHV-Rente, Gelder von der IV oder Sozialhilfe von der Stadt.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dr. Schnell am 30.07.2014 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    Strukturproblem. Entweder wird es

    neu organisiert, oder Uber übernimmt das.

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  • Pate am 30.07.2014 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Bern - Zürich Flughafen mit Taxi

    Etwa 400.- Fr. Da ist sogar ein 1. Kl Billet mit dem Zug hin und zurück billiger.

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  • uber revolution am 30.07.2014 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    uber

    Kein Wunder wieso sie den Neuling uber nicht mögen. der freie Markt besteht aus Nachfrage und Angebot

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marlon schildknecht am 31.07.2014 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    taxi

    in der schweiz brauche ich taxis nur im notfall. in andeen laender ist es mein bevorzugtes transportmittel in Staedten

  • Thomas Windisch am 31.07.2014 06:22 Report Diesen Beitrag melden

    Preis = nicht immer Qualität

    Ich finde weniger das Problem der Preise ist die Qualität. Die meisten Taxis haben keinen Blinker, manche kein Licht und ich glaube fast alle habe keinen Führerausweis. Zumindest könnte man das meinen wie die sich im Verkehr benehmen. Ich fahre kein ZH-Taxi mehr weil ich gerne ein gewisses Alter erreichen wollte. Henker wäre die bessere Berufsbezeichnung. Viele Fahrer sind übermüdet vom Job, den sie tagsüber ausführen oder nebenbei und haben teils null Orientierungssinn und verstehen tun sie auch nur die hälfte wegen fehlender Sprachkenntnisse. Dann lieber ÖV, ist in Züri eh Sinnvoller.

  • Expat am 31.07.2014 05:36 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Ursache beseitigen

    Wie erwähnt ist das Lizenzsystem ein Stumpfsinn. Jeder lizensierte Fahrer sollte an jedem Taxistand Fahrgäste aufnehmen können. Somit könnten kostensteigernde Leerfahrten vermieden werden was auch der Umwelt zu gute käme. So läuft es in viele Städten der Welt.

  • mike am 31.07.2014 04:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Metropole Zürich.....

    Seit wann ist ZH eine Metropole?? Hahaha.....

  • Hans rudolf am 31.07.2014 04:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konkurrenz

    Diese Branche zockt ab. Nur noch mehr freundliche Konkurrenz die billiger ist heilt diesen Abriss!