Saftige Treibstoffpreise

16. Juni 2011 07:21; Akt: 16.06.2011 13:45 Print

So tief der Dollar, so hoch der Benzinpreis

von Hans Peter Arnold - Schweizer Autofahrer müssen tief in die Tasche greifen: Trotz rekordtiefem Dollar notieren die Preise für Benzin und Diesel nahe an den historischen Höchstwerten.

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Melden Sie uns die günstigste Tankstelle. Schicken Sie ein Handy-Bild des Preisschildes an 2020. (Bild: Keystone)

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Die Spritpreise an den Schweizer Tankstellen gehören im Vergleich zum Ausland zwar nicht zu den teuersten, wie Erhebungen zeigen. Autofahrer wundern sich jedoch, weshalb die Preise hierzulande nahe an den Rekordmarken kleben. So muss man derzeit für einen Liter Benzin an den Tankstellen der Autobahnen über 1.80 Franken hinblättern; für den Liter Diesel mehr als 1.90 Franken.

Der Ärger der Autofahrer, welche die Notierungen an den Erdöl- und Devisenmärkten verfolgen, ist gross: So tendiert der Preis für die Erdölsorte WTI seit einem Monat mehr als zehn Prozent unter dem Mittel vom April. Auch die teurere Nordseesorte Brent bewegt sich im Schnitt mehr als fünf Prozent tiefer. Ähnlich stark gefallen ist in derselben Vergleichsperiode der Dollar, der noch tiefer in den Keller gerutscht ist.

Stattdessen sind die Durchschnittspreise für den Liter Bleifrei 98 innert Jahresfrist stetig bis auf 1.87 Franken gestiegen (Mai 2011). Das zeigt die Grafik auf der Website der Schweizer Erdölvereinigung (EV).

Höhere Frachtpreise

Wird der Preisvorteil den Konsumenten nicht weitergegeben? Niklaus Boss, Geschäftsführer der Erdölvereinigung, wehrt sich: Die von der EV publizierten Preise würden vom Bundesamt für Statistik stammen. Seit dem 11. Mai seien die Benzinpreise um 9 Rappen und die Dieselpreise um 7 Rappen gesenkt worden. Boss behauptet: «Der Dollar-Kurs und die Rohölpreise haben sich adäquat auf die Preise ausgewirkt.»

Die letzte Preisrunde hätte im Übrigen vor Pfingsten stattgefunden, als die Rohölpreise schon wieder angestiegen seien; «dies einfach als Hinweis zum immer gleichen Märchen, dass vor den Feiertagen die Benzinpreise angehoben werden». Boss verweist zudem auf die gestiegenen Frachtkosten. Im Mai waren die Preise der Rheinschifffahrt auf dem Jahreshoch: Sie stiegen von 26 auf 48 Franken pro Tonne. Dies entspricht ungefähr 2 Rappen pro Liter.

Noch ein weiterer Grund mindert den Einfluss von Rohstoff- und Devisenmärkten: Aufgrund der fixen steuerlichen Belastung der Treibstoffe von 75 Rappen pro Liter bezieht sich das proportionale Verbilligungspotenzial nur auf den Restbetrag – also auf rund einen Franken.

Tipp: Nicht auf den Autobahnen tanken

Bleibt dem preisbewussten Autofahrer einzig die Möglichkeit, unter den zahlreichen Tankstellen in der Schweiz eine möglichst günstige auszuwählen. Geld sparen kann der Automobilist auch dann, wenn er nicht an den Autobahnen den Tank füllt. An diesen Tankstellen zahlt er nämlich für den Liter im Schnitt zehn Rappen mehr.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Oelhafen am 16.06.2011 08:03 Report Diesen Beitrag melden

    Abzockerei

    Da sind Spekulanten am Werk-basta. Es gibt keine plausiblen Erklärungen für diese Preisentwicklung. Fahrzeuge mit weniger Durst fahren heisst die Lösung.

    einklappen einklappen
  • Peter Fürst am 16.06.2011 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Es war ein mal...

    Bei den Benzinpreisen werden uns immer wieder neue Märchen aufgetischt! Es kann einfach nicht sein dass die Preise trotz des enorm tifen Dollars immer noch derart astronomisch hoch sind! Es sind immerhin 25% Wertverlust, der so niemals an die Benzinpresie weiter gegeben wurde, und dabei dann gestiegene Transportkosten als Argument aufzuzeigen ist mehr als nur Hohn, gerade da Transporte heutzutage bei den Produktpreisen kaum mehr ins Gewicht fallen!

  • dödel am 16.06.2011 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    transport

    und wieso sind die transportkosten fast doppelt so teuer jetzt?????

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hanspeter Rüesch am 08.09.2011 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Benzinpreise

    Immer ist der Dollar schuld. Knallt der Doller von 1.20 auf 0.75 Franken steigt der Benzinpreis wegen des tiefen Dollars. Steigt der Doller wieder auf 0.85 Rappen, steigt der Benzinpreis abermals, diesmal wegen des "starken" Dollar. Wo bitte ist da die Logik? Es gab mal eine Abstimmung, wo wir Schweizer für einen Aufschlag von 20 Rappen pro Liter waren. Währe an der Zeit wieder mal eine Abstimmung zu lancieren, dieses Mal um die 20 Rappen abzuschaffen.

  • sascha Mayer am 09.08.2011 18:48 Report Diesen Beitrag melden

    eurokurs

    ich wundere mich warum die schweizer nicht in deutschland tanken, ist dort viel billiger :-) bei dem eurokurs ein schnäppchen

  • Hans Weideli am 16.06.2011 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Preisabgleiche = teurere Verkaufspreise

    Die Ölfirmen gleichen die Verkaufspreise ab und können dadurch teurer verkaufen und dies zu Lasten der Konsumenten natürlich. Wie in vielen anderen Bereichen wird auch hier unbehelligt Einfluss auf die Preisbildung genommen, ohne dass die Wettbewerbskommission WEKO eingreift. Bei den marktdominierenden Ölfirmen und deren Partnern heisst es somit munter weiter "EINIGKEIT MACHT STARK"!

  • Der Schreiber am 16.06.2011 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Autogas hilft spahern und weniger abgase

    Umrüstung auf Autogas! Mann investiert ca.400Fr in den umbau eines Neuwagen, und kann wie bisher mit Benzin fahren oder eben mit Propan (Tank in der Reservenradmulde) 1 Liter LPG = ca. 1.05Fr.!

  • Michael Strebel am 16.06.2011 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Alles wird teurer..

    Vor ca. 25 Jahren war der Preis für 1 Liter Benzin ca. 1 Fr. (jetzt 1.75), vor 25 Jahren das einfache Bahnbillet Zürich-Bern (ohne Halbtax) 25.- (heute 47.-). Es ist also egal ob wir mit dem ÖV oder dem Auto fahren, abgezockt wird überall..