Lockvogelangebote

26. November 2019 15:14; Akt: 26.11.2019 15:14 Print

So tricksen die Händler am Black Friday

von Raphael Knecht - Manch ein vermeintliches Schnäppchen ist in Wirklichkeit ein Lockvogelangebot. Händler haben eine ganze Reihe Tricks auf Lager.

Händler nutzen psychologische Tricks, um Kunden zu Impulskäufen anzuregen. (Video: RKN)
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Bereits jetzt wimmelt es online und in den Läden von Black-Friday- Angeboten. Die Rabattschlacht wird am Freitag ihren Höhepunkt erreichen. Die Vergleichsplattform Blackfridaydeals.ch warnt jedoch vor Lockvogelangeboten: «Bei vielen ‹Schnäppchen› ist Vorsicht geboten», heisst es in einer Mitteilung.

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Der Black Friday ist ...

Das sind die Tricks, die die Händler anwenden, um Konsumenten auch bei mässig guten Preisen zum Kauf zu verlocken:

UVP statt Marktpreis

Die meisten Händler geben bei ihren Rabattpreisen an, wie hoch der Preis vor der Reduktion war – sie nutzen damit den sogenannten Ankereffekt. Oft basieren diese Vergleichspreise aber auf dem unverbindlichen Verkaufspreis (UVP), den der Hersteller den Händlern empfiehlt. Der liegt oft weit über dem aktuellen Marktpreis, wie das Vergleichsportal schreibt. Kunden sollten sich vor dem Kauf darum informieren, was ein Produkt derzeit effektiv kostet.

Tiefstpreisgarantie

Die Tiefstpreisgarantie besagt: Falls der Kunde den Artikel nach dem Kauf irgendwo günstiger findet, erstattet der Händler ihm die Differenz. Eine Tiefstpreisgarantie bedeutet hingegen nicht, dass es sich beim Verkaufspreis effektiv um den tiefsten Preis im Markt handelt. Doch genau das suggeriere der Begriff den Kunden, heisst es in der Mitteilung: «Die meisten Kunden prüfen nicht nach, ob das auch stimmt.» Und selbst wenn, ist die Rückerstattung der Differenz oft mit grossem Aufwand verbunden.


Nicht alle Preise sinken auf den Black Friday hin. Retail-Experte Julian Zrotz erklärt, warum. (Video: TAK)

Zeitdruck

Warnungen wie «Nur noch wenige Exemplare verfügbar» oder «Deal endet in einer Stunde» verlocken Konsumenten, impulsiv zuzugreifen. Davon sollen sich Kunden nicht beeinflussen lassen und vor dem Kauf unbedingt einen Preisvergleich machen, allenfalls noch vor Ort per Handy, wie Julian Zrotz von Blackfridaydeals.ch zu 20 Minuten sagt.

Markierungen

Ausser den Rabattschildern sind Produkte auch noch mit allen möglichen anderen Labels markiert – diese Woche etwa mit prominenten Black-Friday-Stickers. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass es sich um ein Sonderangebot handelt oder dass man auch tatsächlich spart. Intuitiv nehmen Kunden jedoch an, dass es sich um ein gutes Angebot handeln muss, wenn der Händler es speziell hervorhebt.

Zifferntricks

Weil Kunden die Tendenz haben, auf die erste Zahl abzurunden, die sie sehen, enden Preise in der Schweiz oft in einer Reihe von Neunen. Das kann einen viel tieferen Preis suggerieren: Ein Fernseher für 1999.95 Franken ist in der psychologischen Wahrnehmung des Konsumenten näher bei 1000 als 2000 Franken.

So bereiten sich Händler auf den Black Friday vor

Distanz

Das psychologische Schmerzempfinden beim Bezahlen nimmt ab, wenn Kunden bargeldlos bezahlen. Das ist eine Tatsache, die vor allem für den Onlinehandel ein Vorteil ist: Dort wird meist mit Karte bezahlt. Dazu kommt, dass man für den Kauf nicht mehr ins Geschäft gehen muss. Diese Distanz trägt ebenfalls dazu bei, dass das Geldausgeben weniger weh tut.


Was tun, wenn sich eine Aktion als Reinfall entpuppt?

Einen Artikel gekauft und erst danach gemerkt, dass das Sonderangebot gar nicht so gut war, wie man glaubte? Das kann selbst den grössten Schnäppchenjägern passieren. Darum lohnt es sich, genau über die Retouren-Bedingungen Bescheid zu wissen. Vor allem online sind die Konditionen oft günstig: «Wer einen schlechten Kauf getätigt hat, kann den ungeöffneten Artikel bei vielen Schweizer Onlineshops kostenlos retournieren und erhält das Geld zurück», so Julian Zrotz von Blackfridaydeals.ch.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pragmatiker am 26.11.2019 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem, habe meinen eigenen Trick:

    Ich bleibe zu Hause, lasse den Black Friday an meinem Allerwertesten vorbeiziehen und kaufe gar nichts. Gespart: Alles, ausgegeben 0.-

    einklappen einklappen
  • V.D am 26.11.2019 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Wenn etwas von 1000.- auf 600.- reduziert wird dann hast du 600.- ausgegeben nicht 400.- gespart! kommt mal bisschen klar und schiebt mal keien filme mit diesem black friday hype

    einklappen einklappen
  • Simba74 am 26.11.2019 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    100% sparen kann nur

    wer nichts kauft :-)

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • pierre am 29.11.2019 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sch äppchen

    wenn das Geld für solch teure Sachen ausgegeben wird warum jammern die Leute wegen der Krankenkassen prämien. alle sollten es merken,dass die preise normal einiges billiger sind.

  • Heiner Birrer am 28.11.2019 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Geheimtipp

    Black Friday gibt's auch in vielen B0rdellen. Da dann für gewöhnlich weniger Kunden kommen, muss sie mit gleichwertigen Aktionen gegenhalten. Es lohnt sich.

  • TSCH am 28.11.2019 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Platz für neue Modelle

    Das Lager muss geräumt werden bevor die neuen Modelle von den Herstellern gezeigt werden.

  • Lisa Vernunft am 28.11.2019 09:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Priorität

    Steuern, AHV, Abo's, Versicherungen ect. sind auch schon alle bezahlt, oder? Die Schuldenfalle kommt schneller, als es lieb ist!!!!!!!

  • Shredder X am 28.11.2019 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Und wer hat Schuld? Wir, die Konsumenten! Würden wir Konsumenten unseren Verstand richtig einsetzen, gäbe es solche Tricks der Händler nicht in diesem Umfang. Ich habe also kein Mitleid mit den Konsumenten, die ungeprüft und im Kaufrausch befindlich alles kaufen, was man ihnen als Schnäppchen vorgaukelt. An mir gehen solche Schnäppchen-Verkaufs-Tage spurlos vorbei, denn wenn ich etwas benötige mach ich mich vorher schlau und kauf dort, wo man wirklich etwas sparen kann. Jedoch nur dann, wenn es sich auch wirklich rechnet, und am Ende auch tatsächlich eine Ersparnis vorhanden ist!