Preisbarometer

23. Mai 2019 12:00; Akt: 23.05.2019 13:33 Print

Markenkleider sind in der Schweiz ein Viertel teurer

Schweizer Ableger von Ketten wie Esprit und Zara verlangen in der Schweiz viel mehr für Kleider als in den gleichen Geschäften im umliegenden Ausland.

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Wer bei Esprit einkauft, zahlt in der Schweiz 31,2 Prozent mehr als im umliegenden Ausland. Bei Zara beträgt der Schweiz-Zuschlag 28,4 Prozent. Etwas weniger extrem ist der Aufpreis bei H&M: 16,7 Prozent. Übersicht zu den Zahlen der Stiftung für Konsumentenschutz. Im Schnitt sind Kleider in der Schweiz 25 Prozent teurer als in Deutschland, Frankreich und Italien. Zum Preisvergleich wurden 150 Produkte der Anbieter Esprit, H&M, Mango, Vero Moda und Zara herangezogen. Noch extremer als bei Kleidern ist die Differenz zum Ausland bei den Zeitschriften. Besonders teuer wirds für Shopper in der Stadt Zürich. Die Deutsche Bank hat Preise verglichen. Ein Paar kostet in Zürich um die 121 Franken. Das ist im internationalen Vergleich am teuersten und über doppelt so viel wie in New York (57 Franken). Ein Einzelbillett fürs kostet in Zürich mehr als in allen anderen Städten: 19 Franken nennt die Deutsche Bank als Preis. Zum Vergleich: In New York kostet ein Eintritt umgerechnet 17 Franken. Auch bei den ist die Schweiz am teuersten: 152 Franken zahlt man in Zürich für ein Paar Sportschuhe von Marken wie Nike oder Adidas. Das ist rund 60 Prozent mehr als in New York (94 Franken). Für ein von Zara zahlt man in Zürich 68 Franken. Nur im saudiarabischen Riad (69 Franken) kostet es noch mehr. In New York beträgt der Preis für ein vergleichbares Kleid 41 Franken. Ein (vergleichbar mit einem VW Golf) kostet in Zürich um die 26'152 Franken. Bei so einem Auto könnte man in New York 10 Prozent sparen: 23'689 Franken kostet es dort. Auch das ist in der Schweiz teurer als im Heimmarkt: 1387 Franken kostet ein Model mit 5,8 Zoll Display und 256 Gigabyte Speicher hier. In den USA sind es umgerechnet 1264 Franken. Ein kostet in Zürich mit 5.15 Franken etwas mehr als in New York (5.05 Franken). Die 2-Liter-Flasche ist in Zürich (2.35 Franken) sogar etwas günstiger als in New York (2.40 Franken). Wer in einer Bar ein trinken will, kommt in Zürich mit 7.15 Franken etwas günstiger weg als in New York, wo ein Pint (knapp 0,5 Liter) 7.75 Franken kostet. Für den zahl man in Zürich pro Monat um die 90 Franken. In New York sind es mit 122 Franken ein Viertel mehr. Ein mit einer Taxifahrt, Essen für zwei, Getränken und Kinotickets kostet in Zürich 205 Franken. Teurer ist es nirgends. In New York zahlt man lediglich 144 Franken. In Zürich ein (137 Franken pro Tag) ist günstiger als in New York (145 Franken pro Tag). Eine Übernachtung in einem mit Aussicht kostet in Zürich 596 Franken. In New York sind es 419 Franken. Wer in Zürich fährt, zahlt mehr als in allen anderen Städten: 39 Franken kostet eine acht Kilometer lange Fahrt zum Business-Tarif. In New York ist es mit 19 Franken fast die Hälfte. Ein kostet in Zürich mit 100 Franken pro Monat fast gleich viel wie in New York (97 Franken). ist hingegen teuer. Nur in Kopenhagen (48 Franken) und Oslo (45 Franken) zahlt man mehr als in der Schweiz (42 Franken). In New York sind es 29 Franken. Ein mehrgängiges für zwei kostet beim italienischen Restaurant in Zürich 111 Franken. Damit ist Zürich knapp günstiger als die teuerste Stadt: New York mit 119 Franken. Wenns ums geht, ist Zürich etwas teurer als New York. Für eine Stunde erhält eine Reinigungskraft 28 Franken in Zürich, 25 Franken in New York. Fürs zahlt man in den USA deutlich mehr als in der Schweiz: In New York kostet ein Monat Internet (8 Mbps) 53 Franken. In Zürich sind es 40 Franken. Zürich hat die insgesamt höchste weltweit, besagt die Studie der Deutschen Bank. Auf Platz 2 bei der liegt Wellington, Neuseeland. Platz 3 geht an Kopenhagen, Dänemark. Bei den liegt Zürich auf Platz 2 im weltweiten Ranking. Der Lohn abzüglich Steuern in der Stadt beträgt gemäss den Berechnungen der Deutschen Bank durchschnittlich 5948 Franken. Höher sind die nur in San Francisco: 6584 Franken. New York liegt bei den auf Platz 3: Sie belaufen sich auf 4652 Franken. Bei den liegt Zürich auf Platz 4. Die Miete für eine 2-Zimmer-Wohnung im mittleren Segment beträgt laut der Studie im Schnitt 2560 Franken. Teurer sind nur New York (2934 Franken), San Francisco (3663 Franken) und Hong Kong (3717 Franken).

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Viele Händler verlangen für die gleichen Produkte in der Schweiz einen Aufpreis. Besonders gross ist dieser Aufschlag bei den Kleiderhändlern, wie eine Studie der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) zeigt: Esprit und Zara verlangen im Vergleich zu den Läden in Deutschland, Frankreich und Italien fast ein Drittel mehr für Kleider. Etwas weniger extrem ist der Aufpreis bei H&M.

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Die Schweiz ist...


So hoch ist der Schweiz-Zuschlag bei Kleiderhändlern. (Quelle: SKS)

Im Schnitt sind Kleider in der Schweiz 25 Prozent teurer als in Deutschland, Frankreich und Italien. Zum Preisvergleich wurden 150 Produkte der Anbieter Esprit, H&M, Mango, Vero Moda und Zara herangezogen.

Mehrwertsteuerbereinigt wären die Preisunterschiede noch deutlich grösser, da die Schweiz den tiefsten Mehrwertsteuersatz der untersuchten vier Länder habe, schreibt der Konsumentenschutz.

Solche Unterschiede seien völlig ungerechtfertigt, sagt SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder zu 20 Minuten: «Bei Preisdifferenzen, die über 10 bis 15 Prozent hinausgehen, werden die Schweizer Konsumenten und Konsumentinnen gemolken.» Die SKS hofft auf ein Ja bei der Fair-Preis-Initiative, die voraussichtlich 2020 zur Abstimmung kommen wird.

Stabile Preisdifferenz

Die Preisdifferenzen sind über die letzten Jahre relativ stabil geblieben. Zwischen 2012 und 2016 waren Kleider in der Schweiz immer zwischen rund 25 und 31 Prozent teurer als im angrenzenden Ausland. Einzige Ausnahme: Nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses stieg der Wert des Frankens temporär stark an, was den Preisunterschied auf über 46 Prozent
hochschnellen liess.

Noch extremer als bei Kleidern ist die Differenz zum Ausland bei den Zeitschriften. So kostet ein Warenkorb von identischen Zeitschriften in der Deutschschweiz 51 Prozent mehr als in Deutschland. Bei «Bravo» (+92%), «Cosmopolitan» (+86%) und «Bravo Girl» (+85%) gibts die grösste Preisdifferenz.

Bis zu 245 Prozent Preisunterschied

Am grössten ist der Unterschied zwischen den Heftli-Preisen im Tessin und in Italien. Im Nachbarland kostet die Zeitschrift «Quattroroute» umgerechnet 5.65 Franken und in der Schweiz 19.50 Franken, ein Preisunterschied von 245 Prozent.

Im Schnitt zahlen Schweizer bei italienischen Zeitschriften 127 Prozent mehr. Bei französischen Titeln sind es 57 Prozent. Die komplette Aufstellung der SKS zu den Heftli-Preisen sehen Sie in der Bildstrecke oben.

In den letzten fünf Jahren haben sich die Preisdifferenzen bei den Zeitschriften kaum verändert, wie es in der Studie heisst. Im Juni 2014 hatten die Zeitschriften in der Schweiz durchschnittlich 49 Prozent mehr gekostet als in Deutschland. Gegenüber Frankreich betrug die Differenz damals 55 Prozent und gegenüber Italien 124 Prozent.

(rkn/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • lolarennt am 23.05.2019 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eher mehr

    Also gemäss meiner Erfahrung ist es oft wesentlich mehr. 20-30% wäre ja noch ok. Am schlimmsten sind Drogerieartikel die bis zum fünffachen!! In der CH Kosten. Ich sehe es nicht ein für einen Artikel der aus der gleichen Fabrik kommt ein Mehrfaches zu bezahlen. Dass kann man schlichtweg nicht mehr rechtfertigen. So viel mehr verdient man in der Schweiz nicht. Unterm Strick mit KK, Franchise, Steuern etc. bleiben dem Normalverdiener nicht wesentlich mehr als z.B. in Deutschland.

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  • ItsMeAnton am 23.05.2019 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schlimm

    Dann wird sich beschwehrt wieso täglich tausende Schweizer in Deutschland einkaufen,online bestellen und Kleinhändler kaputt gehen...

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  • WOMEN'S FEET LOVER am 23.05.2019 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aber immer jammern

    Und dann fragt man sich,warum im Ausland eingekauft wird.....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bekennender Einkaufstourist am 27.05.2019 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Hochpreisinsel Schweiz, nein Dank!

    Mehrwertsteuerbereinigt kommen noch zusätzlich 20% dazu!

    • Vanessa am 27.05.2019 07:59 Report Diesen Beitrag melden

      Lassen uns nicht abzocken

      Darum kaufen wir aus Prinzip alles im günstigen Ausland ein.

    • Sarah am 27.05.2019 11:18 Report Diesen Beitrag melden

      und wer zahlt den Lohn in CH?

      ok bis zu einem gewissen Punkt kann ich das verstehen, es ist nun mal so das wir hier auch bessere Löhne haben, bei 20% mehr bin ich noch dabei aber darüber lässt es sich dann nicht mehr rechtfertigen.

    • Thomas am 27.05.2019 12:53 Report Diesen Beitrag melden

      @ Sarah

      Schweizer Unternehmen werden gezwungen, die Produkte von ausländischen Herstellern zu überhöhten Preisen beim Schweizer Alleinimporteur oder bei der Schweizer Niederlassung zu beziehen. Wollen sie die Produkte direkt aus dem Ausland beziehen, werden sie mit diversen Tricks daran gehindert. Hat also definitiv nichts mit höheren Löhnen und mieten in der Schweiz zu tun. Der Schweizer Konsument wird schlichtweg abgezockt und dies seit Jahren.

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  • L.Z. am 27.05.2019 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    billiger?

    Markenkleider sind im Ausland billiger stimmt so nicht, denn Gant, Hilfiger La Costé, sind umgerechnet gleich teuer wie in der Schweiz auch in Deutschland.

    • Andrea am 27.05.2019 07:48 Report Diesen Beitrag melden

      @ L.Z.

      Blödsinn, nur schon der tiefe Euro und die 19% Mehrwertsteuer welche rückvergütet werden, machen die Kleider in D günstiger.

    • L.Z am 27.05.2019 08:06 Report Diesen Beitrag melden

      nicht blödsinn

      dann rechne den Euro mit Fr.1.15 dann hast du den Euro günstig. wenn man in den Skandinavischen Ländern schaut oder Italien sind diese Marken gleich teuer

    • L.Z. am 27.05.2019 08:22 Report Diesen Beitrag melden

      andere Rechnung

      auch kannst du im Lago in Konstanz z.B. zu Hilfiger gehen die Preise sind gleich wie in der Schweiz. Die Qualität ist sicher besser als von H&M diese Sachen bekommst du auch in der Schweiz günstig(Eurokurs und Benzin)!

    • Gaudenz am 27.05.2019 10:14 Report Diesen Beitrag melden

      @ L.Z.

      Quatsch, die Preise in Deutschland sind erwiesenermassen günstiger als in der Hochpreisinsel Schweiz, ansonsten würden alle bei uns einkaufen, aber netter Versuch.

    • Mara am 27.05.2019 10:17 Report Diesen Beitrag melden

      @ L.Z.

      In Schweden ist die MwSt bei 25% und die haben kein Euro, es geht hier um den Vergleich CH-D und da ist D definitiv günstiger.

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  • Sven Niklas am 26.05.2019 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Viel verdienen

    Das kommt weil die Gehälter, Miete und Nebenkosten in der Schweiz deutlich höhe sind als im Ausland.

    • TomTom am 27.05.2019 07:53 Report Diesen Beitrag melden

      @ Sven Niklas

      Solch grosse Preisdifferenzen lassen sich nicht mit höheren Kosten für Löhne oder Mieten begründen, die Schweizer Konsumenten werden schlicht und einfach abgezockt.

    • Murat am 27.05.2019 07:54 Report Diesen Beitrag melden

      Billig Löhner

      Die genannten Marken beschäftigen vorwiegend ausländische billig Löhner.

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  • Marion Müller am 24.05.2019 18:14 Report Diesen Beitrag melden

    Sale

    Ich habe gelesen, dass in Deutschland je länger je mehr Esprit die Kunden davonlaufen und das Unternehmen hohe Verluste macht. Das heisst, bald werden die Klamotten von Esprit auch in der Schweiz günstig (Sale).

  • Bettina am 24.05.2019 13:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Zeitschriften beziehe ich

    längst als e-paper. Beispiel: NBahn-Magazin in Deutschland am Kiosk EUR 6.90, bei uns Fr 11.90 !!! Als e-paper Fr 5.-. Und erst noch umweltfreundlicher.