Dutzende Filialen zu

22. Juli 2019 09:52; Akt: 22.07.2019 14:55 Print

Grosse Modelabels schliessen ihre Läden

In den Städten herrscht Lädelisterben. Doch auch die grossen Kleiderlabels schliessen ihre Filialen – und wandern ins Netz ab.

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In der Schweiz geht das Ladensterben weiter. Vor allem Kleidergeschäfte verschwinden zusehends aus den Städten. Grund ist die Konkurrenz aus dem Internet. «Der stationäre Textilhandel ist wegen der Onlineshops besonders unter Druck», sagt Anna Schindler, Direktorin der Stadtentwicklung Zürich, zu 20 Minuten (siehe Box).

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Doch nicht nur kleine Läden und Boutiqen schliessen ihre Geschäfte, sondern auch die grossen internationalen Modeketten. So hat Benetton innert zwei Jahren fast die Hälfte der Schweizer Filialen aufgegeben, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Ebenso zieht sich H&M aus Kleinstädten und Einkaufszentren zurück und hat seit 2018 acht Geschäfte dicht gemacht. Und auch das Basler Modelabel Tally Weijl will 5 Läden bis Ende 2020 schliessen. Marken wie G-Star oder S. Oliver sind hier fast nur noch in Warenhäusern anzutreffen.

Wie viele Schweizer Filialen seit 2018 die grossen Kleiderketten dicht gemacht haben, sehen Sie in der Bildergalerie.

Der Trend dürfte weitergehen. Branchenkenner gehen davon aus, dass es bis 2025 in der Schweiz deutlich weniger Läden geben wird. Und jene, die bleiben, werden kleiner, so die «NZZ am Sonntag». Geschrumpft sind auch die Umsätze mit Kleidern und Schuhen. Alleine im letzten Jahr setzte die Branche gemäss einer Studie der Credit Suisse 9 Prozent weniger um.

Im Gegensatz dazu boomt der Onlinehandel. Im letzten Jahr haben die Schweizer für 9,75 Milliarden Franken im Internet eingekauft, wie der E-Commerce-Report Schweiz der Fachhochschule Nordwestschweiz zeigt. Onlinebestellungen im In- und Ausland machen damit 10,7 Prozent des Gesamtvolumens des Detailhandels von 91,3 Milliarden Franken aus.

Tally Weijl will Online und Offline stärker verbinden

Auch die Modeketten wollen von diesem Kuchen ein Stück und ziehen sich ins Internet zurück. Puma, Superdry oder die Schuhmarke Buffalo haben hierzulande alle ihre Filialen geschlossen und vertreiben ihre Produkte nun hauptsächlich über Zalando. Über grosse Onlineplattformen könnten die Marken viel mehr verkaufen als in den eigenen Läden oder über die eigene Webseite, sagt ein Experte zur «NZZ am Sonntag».

Stärker aufs Internet setzt auch Tally Weijl. Man wolle Offline- und Onlineeinkäufe mehr miteinander verknüpfen, zitiert das Sonntagsblatt eine Firmensprecherin. Dafür brauche man einen Teil der Filialen nicht mehr. In Europa will das Label bis zu 90 der 860 Geschäfte schliessen. In der Schweiz sollen es fünf bis sieben sein.

(dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maxwell am 22.07.2019 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ursachen

    Könnte es nicht auch daran liegen, dass das Lädelistrben mit der es mit der aktuellen Parkplatz und allgemeinen Verkehrssituation in den Zentren zusammenhängt?!

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  • Peter Mathys am 22.07.2019 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Fehlende Parkplätze

    Ich bin mit meinen Einkäufen ins Internet bzw. Ausland abgewandert, weil mich die Parkplatzsuche in Zürich und anderen Städten genervt haben. Wer mich als Autofahrer nicht will, bekommt eben auch nicht mein Geld.

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  • Luki am 22.07.2019 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Vielleicht Parksituation überdenken...

    Bravo gut gemacht. Baut noch mehr Parkplätze ab und "bestraft" die wenigen Kunden die noch kommen mit überhöhten Parktarifen.... Darum auch für mich: Nein danke, dann lieber ins Netz.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Brettli am 23.07.2019 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Über den zaun

    Evtl. Ja, aber die hauptsursache ist die beqeumlichkeit des onlinehandels....

  • Iuert am 23.07.2019 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Retailladen in kleinen Städten? No-Go

    Solche Offline-Läden oft subventioniert in kleineren Städten lohnen sich schlicht mehr... Siehe Officeworld wo man im Wallis Millionenverluste (!) machte!

  • Linksgrün am 23.07.2019 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte, gerne

    Zeigt doch nur, dass wir mit unserer fortschrittlichen Politik Erfolg haben. Wir brauchen Road Pricing, Einbahnstrassen, Sackgassen und letztlich ein komplettes Autoverbot in den Städten und Dörfern. Ihr weichgespühlten könnt den neuen Kühlschrank locker mit dem ÖV transportieren.

    • Xeno72 am 23.07.2019 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      nicht ganz@Linksgrün

      Verboten werden in den Innenstädten eh nur private Autofahrten.

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  • @verärgerte am 23.07.2019 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Parkplätze

    Es werden auch überall die Parkplätze dicht gemacht! Einkaufen mit dem Fahrrad macht kein Spass! Nur weiter so.. ein Hoch auch für die Grünen...

    • Linksgrün am 23.07.2019 16:02 Report Diesen Beitrag melden

      Ach was?

      Nie einem 46 Zoll TV mit dem Velo transportiert? Bei Gegenwind den Berg hoch? Gibt's nix schöneres.

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  • Schix vom Laufsteg am 23.07.2019 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bittere Pille, bitterer Wedegang

    habe selber in einer Boutique gearbeitet und nach meiner Kündigung ging das Geschäft nach wenigen Monaten zu. Ich sah auch die ewig roten Zahlen, Monat für Monat. Das 2. Geschäft schloss ebenfalls. Von 6 auf 2 dann zero... bitter