Selbstversuch

04. Mai 2018 05:45; Akt: 04.05.2018 07:09 Print

So viel Müll gibt eine Woche Take-away-Zmittag

von I. Strassheim / S. Spaeth - Essen zum Mitnehmen ist praktisch, bringt aber viel Abfall. 20 Minuten hat den Müll von fünf Menüs gesammelt und getestet, ob Take-away auch ohne Verpackung funktioniert.

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Wie viel Abfall gibt es nach einer Arbeitswoche Take-Away-Lunch? Und akzeptieren die Ladenketten auch die mitgebrachten Lunch-Box? 20 Minuten hat in Zürich den Test gemacht. Was bleibt nach einer Woche Fast-Food-Zmittag: Ein Abfallberg mit einem Volumen von rund 25 Litern oder 410 Gramm Gewicht. Erste Teststation ist die Fastfoodkette McDonand's. Würde McDonand's unser essen auch in die mitgebrachte Lunchbox packen? Leider nein. «Eigene Behälter kann man aus Gründen der Hygiene und Lebensmittelsicherheit derzeit nicht mitbringen», erklärt eine Sprecherin. Was bleibt, ist ziemlich viel Abfall. Zweite Station im Test ist Coop to go. Es klappt mit der mitgebrachten Box. Das Coop-Personal weist uns aber darauf hin, dass es wegen des eigenen Behälters ein wenig teurer wird als mit der Coop-Einweg-Box. Wir zahlen 1,75 Franken drauf, dafür verursachen wir beinahe keinen Abfall. Natürlich testen wir auch den Take-away der Migros. Wir bestellen Späzli mit Gemüse und fragen das Pesonal, ob es das Essen in den mitgebrachten Behälter füllen kann. Die Antwort: «Nein, das geht nicht.» Leider weist uns das Pesonal nicht auf das Mehrweggeschirr hin, das Migros für 5 Franken Depot anbietet. Erst als 20 Minuten fragt, ob es etwas Derartiges gibt, verweist die Mitarbeiterin auf die Migros-Mehrwegschale. Bei der Migros Zürich heisst es: «Selbst mitgenommenes Geschirr wird aus mess- und hygienetechnischen Gründen nicht mit den angebotenen Speisen gefüllt.» Kein Mehrweggeschirr erlauben auch die Migros-Genossenschaften Aaare, Luzern, Tessin und Ostschweiz. Wie viel Abfall bleibt nach einen Besuch bei Subway? Ziemlich wenig! Das Menü besteht aus einem Sandwich, 4 dl Sofdrink und einem verpackten Cookie. Einzig das Papier, mit dem der Sandwich überreicht wird, fällt als Abfall an. Das Getränk können wir an der Zapfsäule in unsere mitgebrachte Glasflasche abfüllen Letzte Station im Test: das Vegetarier-Restaurant Tibits. Wir bestellen bei Tibits Rösti, Sojageschnetzeltes und Salat. Die mitgebrachte Lunchbox dürfen wir dazu nicht nutzent. Der Grund: Das Essen wird an der Kasse gewogen und die Waagen sind nur auf das hauseigene Geschirr eingestellt. Gesundes Essen und viel Abfall. Tibits bietet aber auch Mehrwegschalen an, zum Preis von 25 Franken. Dafür gibt es dann auf jedes Essen 10 Prozent Rabatt. Auch Getränke können im Tibits in eine eigene Flasche abgefüllt werden.

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Fünf Tage, fünf Menus und fünfmal ziemlich viel Abfall. 20 Minuten hat sich während einer Arbeitswoche vom Take-away-Anbieter zum Fastfoodtempel und zurück gehangelt (durch das Angebot von Take-away-Anbietern und Fastfoodtempeln gegessen). Was bleibt: Ein Abfallberg mit einem Volumen von 25 Litern oder 410 Gramm Plastikbehälter, Wegwerfgeschirr, Papiersäcke und Plastiktüten.

«Der Wahnsinn mit dem Einweg-Plastik muss aufhören», fordert Yves Zenger von Greenpeace Schweiz. In der EU gibt es schon dementsprechende Bestrebungen: Sie will noch in diesem Frühjahr ein Gesetz verabschieden, das Einweg-Geschirr verbietet oder stark einschränkt. Ein vergleichbarer Gesetzesartikel sei in der Schweiz schon längst überfällig, so Zenger.

Bei welchem Take-away-Zmittag fällt am meisten Plastikabfall an? Und lässt sich das vermeiden? Die 20 Minuten Wirtschaftsredaktion hat die Probe aufs Exempel gemacht.

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• McDonald's
Hier wird grundsätzlich Einwegverpackung serviert. 20 Minuten bestellt ein Menü mit einem Big Mac medium, Cola und Pommes Frites. Können wir dies auch in zwei eigens mitgebrachte Behälter und eine Glasflasche abfüllen? Die Angestellte an der Theke verneint. Ihr Tipp: das Essen selbst umpacken. Wir bekommen das Essen vollständig in Kartons verpackt und den Colabecher mit zwei Plastik-Trinkhalmen. «Eigene Behälter kann man aus Gründen der Hygiene und Lebensmittelsicherheit derzeit nicht mitbringen», erklärt McDonald's-Sprecherin Deborah Murith. «Unsere Mitarbeitenden gehen jeden Tag auf freiwilliger Basis auf Aufräumtouren rund um die Restaurants, sammeln Abfall ein und entsorgen ihn fachgerecht, auch Fremdabfall», so Murith weiter.

• Coop to go
Ausgestattet mit einer eigenen Mehrwegschale stehen wir am warmen Buffet von Coop to go und fragen einen Angstellten, ob wir das Essen auch dorthin abfüllen können. Er bejaht das ohne Umschweife und geht extra mit zur Waage, um darauf hinzuweisen, dass es wegen des eigenen Behälters ein wenig teurer wird als mit der Einweg-Box. Weil die mitgebrachte Schale 70 Gramm schwerer ist, zahlen wir an der Kasse 1.75 Franken mehr. Coop-Sprecher Ramon Gander weist allerdings später darauf hin, dass es bei Coop to go wegen des Wiegeproblems eigentlich nicht möglich ist, sein eigenes Geschirr mitzubringen.

• Migros Take-away
20 Minuten nimmt Vegi-Spätzli mit Gemüse, und zwar die grösste von drei möglichen Portionen. Dazu einen Ice-Tea, 3dl offen gezapft. Wir fragen die Angestellte, ob wir das Essen in die mitgebrachten Behälter füllen können. Auf die Nachfrage bei der Chefin erhalten wir die Antwort: «Nein, das geht nicht.» Sie weist uns nicht auf das Mehrweggeschirr hin, das Migros für 5 Franken Depot anbietet. Erst als 20 Minuten explizit fragt, ob es etwas Derartiges gibt, verweist die Mitarbeiterin auf die Migros-Mehrwegschale. Bei der Migros Zürich heisst es auf Anfrage: «Selbst mitgenommenes Geschirr wird aus mess- und hygienetechnischen Gründen nicht mit den angebotenen Speisen gefüllt. Unser Mehrweggeschirr wird gründlich gereinigt, damit hygienische Sicherheit gewährleistet ist.» Kein Mehrweggeschirr erlauben auch die Genossenschaften Aare, Luzern, Tessin und Ostschweiz.

• Subway
Das Menü für 11 Franken besteht aus einem Sandwich, einem 4-dl-Softdrink und einem verpackten Cookie. Das alles ohne Verpackung zu bestellen, war bis auf den Cookie kein Problem. Einzig das Papier, mit dem das Sandwich überreicht wird, fällt als Abfall an. Das Getränk können wir an der Zapfsäule in unsere mitgebrachte Glasflasche abfüllen. Bei einer normalen Take-away-Bestellung fallen nur zwei Sandwichpapiere, Plastikbecher mit verpacktem Trinkhalm und Servietten an.

• Tibits
Am Buffet der Vegi-Restaurantkette schöpfen wir Rösti, Sojageschnetzeltes und Salat. Die mitgebrachte Lunchbox dürfen wir dazu nicht nutzen, wie der Angestellt erklärt. Der Grund: Das Essen wird an der Kasse gewogen und die Waagen sind nur auf das hauseigene Geschirr eingestellt. Tibits Mitgründer Reto Frei erklärt später: «Grundsätzlich nehmen wir eigene Behälter der Kunden auf Wunsch entgegen; da wir das Eigengewicht einer mitgebrachten Box jedoch nicht kennen, ist es nicht möglich, dieses beim Wägen an der Kasse abzuziehen.» Will heissen: Ein leichtes Gefäss ist also von Vorteil. Tibits bietet aber auch Mehrwegschalen an, zum Preis von 25 Franken. Dafür gibt es dann auf jedes Essen 10 Prozent Rabatt. Auch Getränke können im Tibits in eine eigene Flasche abgefüllt werden. Zurzeit ist die Firma auf der Suche nach Alternativen für Plastik-Trinkhalme.

Röhrli und Plastikbesteck sollen verboten werden

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kritischer Käufer am 04.05.2018 07:24 Report Diesen Beitrag melden

    Cooler Bericht

    Danke für den coolen Bericht! In den USA soll die Lebensmittel-Verpackung bereits mehr Energie verschlingen als der Verkehr. Ich denke es wird Zeit für den Einsatz der bestehenden Alternativen oder Verzicht wo möglich. Wir Kunden müssen mehr kritisch werden bei konsumieren. Auf Kaffeeeinwegbecher und Röhli verzichten als Beispiel, oder Mehrwehbehälter verlangen.

  • Jarred am 04.05.2018 07:18 Report Diesen Beitrag melden

    Subway...

    ...for the Win! Viel gescholten, zu unrecht. Leckere Subs und flexible und umweltfreundliche Handhabung. Wenn du denen ein Tupperware entgegenstreckst, packen sie dir das Sub garantiert dort hinein anstatt ins Einpackpapier.

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  • Mr. Spock am 04.05.2018 08:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bringt doch mal einen Artikel

    wieviel Müll Gratiszeitungen mit sich bringen die eine Tagesauflage von über einer Million haben? Das wäre mal was.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 06.05.2018 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Faulheit, Bequemlichkeit...

    Mit genügend Container vor diesen Fressbuden sollte es möglich sein, Bürgerstein und Strassen sauber zu halten. Wenn schon essen, dann in einem anständigen guten Restaurant. Zu wenig Geld, keine Zeit, dann seinen Lunchpaket von zuhause mitnehmen... Sollte doch nicht so mühsam sein, oder?

  • Refiller am 06.05.2018 03:54 Report Diesen Beitrag melden

    Stoppt endlich diesen unnötigen Abfall!

    Ich trinke und esse nur dort take-away, wo ich meine Konsumgüter in meine eigenen Boxen/Getränkebehälter (refill) packen kann. Dieser ganze Abfallblödsinn muss endlich aufhören.

  • marko 33 am 05.05.2018 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Ich bin in Montenegro in Ferien Da ist es sehr schlimm mit dem Müll!!

    • Martial2 am 06.05.2018 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marko 33

      Aber Ihr Ursprungsland ist doch eine tolle Gegend, mit viel freundlicheren Leute als in der Schweiz... Abgesehen davon, sind alle Grossstädte nicht unbedingt sehr Clean, ausser Schweiz natürlich...

    • marko 33 am 06.05.2018 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martial2

      Da gebe ich dir vollkommen recht Montenegro ist ein freundliches Land !!! Aber die Sauberkeit lässt zu wünschen übrig!

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  • Hitsch (Un)glücklich am 05.05.2018 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Dieser Müll ist sichtbar!

    Interessant wäre den Müll symbolisch darzustellen, der von den Kommentaristen produziert wird!

    • marko 33 am 05.05.2018 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hitsch (Un)glücklich

      Schrecklich

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  • Swissgirl am 05.05.2018 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lunchboxen sind ökologisch

    Müll umhüllt den Müll. Das krasseste was ich erlebt habe war die Werbung für Recycling und ökologisches Verhalten eines Hotels in San Francisco. Der Clue: das ganze Geschirr bestand aus Plastik und wanderte in den Müll. Berge von Säcken stapelten sich im Innenhof. Leute nehmt doch das Essen von zu Hause mit in Lunchboxen. Es braucht zwar etwas Zeit für die Zubereitung, ist aber günstiger und total umweltfreundlich. Und, ihr wisst was drin ist.