Kompostierbare Flaschen

15. Januar 2019 14:58; Akt: 25.01.2019 08:32 Print

So will Nestlé das Plastik-Problem bekämpfen

von R. Knecht - Nestlé entwickelt eine kompostierbare Plastikflasche. Mit dieser und weiteren Massnahmen will Nestlé dem globalen Plastikproblem begegnen.

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Wie will Nestlé dazu beitragen, das Plastikproblem zu lösen? Nestlé plant, eine kompostierbare Flasche für sein Wassergeschäft zu entwickeln. Die Firma hat eine Partnerschaft mit Danimer Scientific angekündigt. Die Firma werde im Februar beginnen, Plastikröhrli mit solchen aus Papier zu ersetzen. Auch die Verpackungen von Nesquik und Yes!-Riegeln soll noch dieses Jahr mit Papier ersetzt werden. Das Unternehmen hat zudem an den eigenen Standorten Einweggegenstände, die nicht wiederverwertet werden können, verboten. Plastiktypen, die schwierig oder gar nicht rezyklierbar sind, will Nestlé bis 2025 aus dem Sortiment verbannen. Darunter sind etwa PVC, Polystyrol und bestimmte Kombinationen von Plastik und Papier, die nicht rezyklierbar sind. Alle Mitarbeiter auf allen Ebenen würden an freiwilligen Aufräumaktionen teilnehmen, heisst es in der Mitteilung.Mit gutem Beispiel voran gehen die Geschäftsführung und die Angestellten am Hauptsitz: Sie planen für Mai eine Reinigungsaktion an den Ufern des Genfersees. Im Genfersee sammeln sich jedes Jahr rund 50 Tonnen Plastikabfälle an. Bild: Eine Uferreinigung des Genfersees im April 2018. Dieses Ergebnis stammt aus einer Studie im Auftrag des Vereins zur Erhaltung des Genfersees (ASL). Ein Grossteil des Plastikmülls scheint sich laut der Studie in den Sedimenten des Sees abzulagern. Für über die Hälfte der im Genfersee gefundenen Plastikrückstände ist der motorisierte Verkehr respektive der Abrieb der Pneus verantwortlich. Die zweite grosse Quelle des Plastikmülls bilden Verpackungen, die unüberlegt weggeworfen werden.

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Bis 2025 sollen sämtliche Nestlé-Verpackungen rezyklierbar oder wiederverwendbar sein – das verspricht die Firma in einer Mitteilung. Dass dadurch nicht schlagartig Schluss mit Plastik in den Meeren sein wird, dessen ist sich Stefan Palzer, Chief Technology Officer bei Nestlé, bewusst: «Wenn wir absolut nicht verhindern können, dass Plastikverpackungen in die Umwelt gelangen, ist es besser, sicherzustellen, dass das Material nicht für immer dort bleibt», sagt er in einer Telefonkonferenz. Mit folgenden Massnahmen will das Unternehmen dem weltweiten Plastikproblem begegnen:

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Kompostierbare Flasche

Nestlé will eine kompostierbare Flasche für sein Wassergeschäft entwickeln. Die Firma hat eine Partnerschaft mit Danimer Scientific angekündigt. Der Plastikhersteller soll für den Schweizer Konzern aus dem Polymer Nodax Plastikflaschen entwickeln, die von Bakterien zersetzt werden können und sich somit für den Kompost eignen. Zudem sei Nodax auch im Meer abbaubar. Diese Flasche sei für Länder gedacht, in denen es keinen Plastikkreislauf gebe, sagt Magdi Batato, Global Head of Operations bei Nestlé, in der Telefonkonferenz. Welche Länder damit genau gemeint sind, lässt er jedoch offen.

Papierröhrli einführen

Bei vielen Verpackungen will Nestlé auf Papier umsteigen. Die Firma werde im Februar beginnen, Plastikröhrli mit solchen aus Papier zu ersetzen. Auch die Verpackungen von Nesquik und Yes!-Riegeln sollen noch dieses Jahr mit Papier ersetzt werden. 2020 werde es zudem für das Schokopulver Milo Sachets aus Papier geben.

Genfersee reinigen

Alle Mitarbeiter auf allen Ebenen würden an freiwilligen Aufräumaktionen teilnehmen, heisst es in der Mitteilung. Mit gutem Beispiel voran sollen die Geschäftsführung und die Angestellten am Hauptsitz gehen: Sie planen für Mai eine Reinigungsaktion an den Ufern des Genfersees. Am World Ocean Day am 8. Juni seien ebenfalls weltweit freiwillige Aktionen geplant.

Einweggegenstände verbieten

Um das Plastikproblem zu lösen, müssten alle ihr Verhalten ändern, schreibt Nestlé. An seinen 4200 Niederlassungen will das Unternehmen mit gutem Beispiel vorangehen: Nestlé hat an den eigenen Standorten Einweggegenstände, die nicht wiederverwertet werden können, verboten. Zudem stelle die Firma sicher, dass es vor Ort die nötigen Sammelstellen für Materialien wie PET und Aluminium gebe.

Materialien verbannen

Plastiktypen, die schwierig oder gar nicht rezyklierbar sind, will Nestlé bis 2025 aus dem Sortiment verbannen. Nestlé hat dazu eine Liste der unerwünschten Materialien erstellt, die nicht mehr verwendet werden sollen. Darunter sind etwa PVC, Polystyrol und bestimmte Kombinationen von Plastik und Papier, die nicht rezyklierbar sind. Was die Alternativen zu diesen Materialien dem Unternehmen für Kosten verursachen werden, sei zu diesem Zeitpunkt unklar, sagt Batato. Einige Alternativen seien teurer, doch andere dafür sogar günstiger.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • UPP am 15.01.2019 15:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    erster Schritt

    Ein erster Schritt in die richtige Richtung. Mehr Initiativen müssen kommen.

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  • Herr Pflaume am 15.01.2019 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut!

    Ich finde diese Idee sehr gut. Nestlé und Nachhaltigkeit haben sonst ja nicht viel gemeinsam. Sollte sich das durchsetzen, werden wir in künftigen Jahren von einer erheblichen Masse von Plastikmüll verschont. Bitte zieht es durch!

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  • Peter am 15.01.2019 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hmm

    Ein Versuch das Image zu berbessern?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Pablo Schmid am 21.01.2019 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    Strohhalm

    Interessant. Es scheint sich niemand mehr daran zu erinnern. Als ich Kind war, bekamen wir unsern Sirup im Restaurant immer mit einem STROHHALM serviert. Und Stroh gibt immer noch in Hülle und Fülle! Da brauchts kein Papier und keine Glasröhrchen. Apropos Glasröhrchen das soll wohl ein Witz sein? Oder was? Also wenn wir in die Bar gehen; wichtig immer das Glasröhrchen dabei.

  • Martial2 am 21.01.2019 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nestlé ist eine gute Referenz !

    Nestlé ist die vorzeige Firma die an der Umwelt denkt... Ein erster Schritt in die sehr positive Richtung. Dieser Konzern kann ich persönlich loben: Die Produkten sind hervorragend, tausende von Mitarbeiter auf die ganze Welt sind anständig bezahlt, das Management war immer einen der Besten. Wir sind seit 25 Jahren Nestlé Aktionäre!

  • T.sch am 18.01.2019 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Grundübel

    Wieso ladet der Abfall im Meer? Eine saubere Endsorgung via Abfuhr und Kehrichtverbrennung mit mehreren Filterstufen fehlt in grossen Teilen der Welt.

    • Martial2 am 21.01.2019 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @T.sch

      Es sollte so sein, ist aber nicht. Denken Sie nur an den vielen Kreuzfahrtschiffe, Kargos und so weiter, die zu tausenden tagtäglich auf den Meeren gondeln!!

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  • Linda am 18.01.2019 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Überrascht

    Ich bin überrascht davon, dass eine Firma, wie Nestlé sich plötzlich mit Umweltschutz befasst. Ich hoffe wirklich, dass die gesamten Versprechungen, die hier gemacht werden nicht nur Werbezwecken dienen sondern auch tatsächlich umgesetzt werden. Wenn jede Firma solche Massnahmen ergreifen würde, wäre das gegenüber dem aktuellen Zustand schon eine riesige Verbesserung und ein Schritt in die Zukunft.

  • Perry am 17.01.2019 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    Am besten

    Keine Nestlé Produkte kaufen wäre ein richtiger Schritt.

    • Martial2 am 21.01.2019 20:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Perry

      Ja, und was denn Nutella von Ferrero mit Palmöl? Zuerst überlegen bevor schreiben...

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