Wohntraum

20. Mai 2019 07:02; Akt: 20.05.2019 09:37 Print

Teurer Boden zwingt Schweizer ins Reihenhüsli

von Dominic Benz - Laut einer Studie ist das Einfamilienhaus nicht mehr ganz so im Trend. An Attraktivität gewonnen hat hingegen das Reihenhaus.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wenn es ums Wohnen geht, haben die Schweizer klare Vorstellungen. So träumt jeder zweite Schweizer von einem Einfamilienhaus. Das ist das Resultat der «Wohntraumstudie» von Moneypark und Alacasa.ch. Dabei wurden Mieter und Eigentümer in der Deutsch- und Westschweiz befragt, wie sie am liebsten wohnen würden.

Umfrage
Ziehen Sie in die Stadt?

Allerdings hat der Wunsch nach dem allein stehenden Hüsli 2018 abgenommen. «Das Einfamilienhaus ist nicht mehr ganz so beliebt», sagt Moneypark-Chef Stefan Heitmann zu 20 Minuten. An Attraktivität gewonnen haben hingegen Reihenhäuser. Das sind die wichtigsten Resultate der Studie:

Immobilientyp

Gut die Hälfte der Schweizer wünscht sich ein Einfamilienhaus. Allerdings hat sich die Tendenz im letzten Jahr um 5 Prozent abgeschwächt. Einen Aufschwung erlebt derzeit aber das Reihenhaus. 6 Prozent betrachten ein solches als ideales Eigenheim – das sind dreimal mehr als noch im Vorjahr. Laut Studie liegt das an den gestiegenen Preisen für Einfamilienhäuser. Vor allem in den Städten seien die Kaufpreise zwischen drei und vier Prozent höher. Günstiger sind hingegen Reihenhäuser. «Eigentümer können sich etwa die Kosten für die Infrastruktur teilen», sagt Heitmann. Zudem baue man wegen der verdichteten Bebauung immer mehr Reihenhäuser. «Das drückt auf das Angebot der Einfamilienhäuser.» Viele Schweizer würden sich von dieser Entwicklung inspirieren lassen. Für rund ein Fünftel der Schweizer ist die Attikawohnung oder das Stockwerkeigentum das höchste der Gefühle.

Ausgaben

Nach wie vor zahlen Mieter fürs Wohnen deutlich mehr als Eigenheimbesitzer. «Wegen den anhaltend tiefen Hypothekarzinsen sind die Finanzierungskosten für Wohneigentum enorm tief», sagt Heitmann. So geben drei Viertel der Eigentümer nur bis zu einem Fünftel ihres monatlichen Einkommens für die Immobilie aus. Hingegen steckt jeder zweite Mieter zwischen 20 und 35 Prozent seiner Einkünfte ins Wohnen. Laut Heitmann sollen das Eigenheim oder die Miete nicht mehr als ein Drittel des Einkommens beanspruchen. Bei den Mietern lägen die Kosten aber häufig noch höher. «Das ist nicht mehr vernünftig», so der Experte. Eigentümer würden dagegen meist deutlich weniger als ein Drittel ihrer Einkünfte aufwenden.

Umgebung

Schweizer haben eine Vorliebe für eine ruhige Umgebung und den Blick ins Grüne: Mehr als jeder Dritte will auf dem Land oder in einem Dorf wohnen. Jeder Vierte bevorzugt hingegen die Agglomeration. Nach der Stadt sehnen sich 15 Prozent. Allerdings zieht es nur jeden zehnten Eigentümer ins urbane Zentrum, während 42 Prozent das Land bevorzugen. Grund sind die tieferen Kaufpreise sowie die einfachere und günstigere Kinderbetreuung, so die Studie. Im Grünen wollen sich allerdings nicht einmal ein Drittel der Mieter niederlassen. Ein Fünftel träumt dafür vom Wohnen in der Stadt.

Wohnkriterien

Bei der Wahl einer Bleibe sind die Kosten ausschlaggebend. Rund zwei Drittel der Deutschschweizer schauen als Erstes auf die Höhe des Kaufpreises oder der Miete. Auf die laufenden Kosten für die Immobilie schaut ein Drittel. Ebenfalls wichtig ist der Ausbaustandard der Küche und des Bads. Mehr als zwei Drittel der Schweizer achtet darauf, dass es an ihrem Wohnort ruhig ist. Fast so wichtig sind der Garten sowie ein Balkon, die ÖV-Anbindung, Einkaufsmöglichkeiten oder die Aussicht. Für jeden zweiten Deutschweizer ist zu dem die Nähe zum Arbeitsplatz ein Kauf- oder Mietargument.

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Öpfel am 20.05.2019 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Aussage

    Ein eigenes Haus wünscht sich nach wie vor jeder, nur kann es sich niemand leisten...

    einklappen einklappen
  • Eric am 20.05.2019 07:14 Report Diesen Beitrag melden

    Objektiv

    Aufgrund der unglaublichen Verteuerung des Bauens durch die Verdichtete Bauweise und mittelmässige Bauqualität sind Reihenhäuschen noch das einzige, das man sich leisten kann. Das macht den Trend aus.

    einklappen einklappen
  • M Mueller am 20.05.2019 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für reiche

    Problem ist, dass Häuser zu teuer sind. Nur gut Verdienende haben genug auf der Seite, um den Eigenanteil zu stemmen. Alle anderen können keine Hypothek und somit auch kein Haus haben.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • remo am 22.05.2019 06:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    macht sinn

    wir ziehen nun dieses jahr auch endlich in ein reihenhaus. das haus kostet 2mio. wir sind mittlerweile mitte 40-ig und haben 4 kinder. wir haben uns über zehn jahre damit auseinandergesetzt, gutes einkommen, normal und bodenständig gelebt. wir wollen auch jetzt nicht ins freistehende haus mit pool, wir wollen einfach mehr platz und mit miete ist das kaum bezahlbar. wenn beide gute jobs haben sowieso nicht. da gibts weder eine günstige wohnung noch vergünstigte kinderbetreuung. und eine wohnung für 5000 franken mieten ist für 20 jahre wirklich einfach nur dämlich....

  • Mondial am 21.05.2019 22:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Referenz-Problematik

    Das Problem besteht nicht nur darin, das EK aufzubringen, sondern viel mehr mit dem Einkommen das Eigenheim auch mit dem Referenzzinssatz finanzieren zu können (was wäre wenn, hätte hätte Fahrradkette usw.)

    • Peter M am 22.05.2019 07:51 Report Diesen Beitrag melden

      Ist auch gut so

      Oder stellen sie sich mal vor uns würde das gleiche wie in den USA passieren? Dann wären nämlich auf einmal 90% der Häuslebauer/ETW-Besitzer obdachlos und wir hätten auch ganze Geisterstädte.

    einklappen einklappen
  • Sparfuchs Aargau am 21.05.2019 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigenheim

    Bin froh haben wir ein freistehendes Einfamilienhaus mit Garten. Habe genug lange mein Geld für Miete verschwendet!

  • Pierre Rich am 21.05.2019 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigentum für alle

    Demnächst gibt es eine Wahlkampagne mit dem Slogan: "Recht auf Eigentum"

  • arwed am 21.05.2019 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein perfekter Plan

    Ein grosser winterfester Wohnwagen mit Warmwasserbodenheizung ersetzt die Wohnung und ein kurzer, stadttauglicher Camperbus als Zugfahrzeug ersetzt das Alltagsauto.