Zinssatz sinkt erneut

01. Dezember 2011 12:09; Akt: 01.12.2011 12:27 Print

So zahlen Sie weniger Miete

Der Referenzzinssatz für Mieten ist gesunken. Vielen Mietern steht eine Preissenkung zu. 20 Minuten Online sagt, was Sie für eine Reduktion unternehmen müssen.

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Viele Mieter haben ein Anrecht auf Mietzinssenkung. (Bild: Keystone)

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Rund 60 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind Mieter. Und viele von ihnen dürfen sich auf eine Reduktion ihrer Mietzinse freuen, denn der Referenzzinssatz für Mieten ist wieder gesunken. Der Bund hat den mietrechtlichen Referenzzinssatz per 1. Dezember von 2,75 auf 2,5 Prozent gesenkt. Wie das Bundesamt für Wohnungswesen mitteilte, können die Mieter dadurch einen Senkungsanspruch von 2,91 Prozent geltend machen.


Die wichtigsten Fragen:

Wann habe ich Anspruch auf eine Mietzinsreduktion? Im Mietvertrag oder dem letzten Mieterhöhungsformular finden Sie den Zinssatz, auf dem die Berechnung des aktuellen Mietzinses beruht. Liegt dieser Zinssatz über 2,5 Prozent, haben Sie grundsätzlich Anspruch auf eine Reduktion der Miete.

Welche Rolle spielen Teuerung und Unterhaltskosten?
Der Vermieter darf 40 Prozent der Teuerung mit dem Senkungsanspruch verrechnen. Dies kann, je nachdem bis zu welchem Zeitpunkt die Teuerung bereits ausgeglichen wurde, den Senkungsanspruch leicht schmälern oder aber auch leicht vergrössern. Laut dem Mieterverband ist die Teuerung je nach Datum des Vertragsabschlusses negativ und fällt in «nicht wenigen» Mietverhältnissen weg. Dem Vermieter steht es zu, vom Senkungsanspruch noch allfällig gestiegene Unterhaltskosten in Abzug zu bringen. Diese muss der Vermieter aber belegen.

Muss ich ab Januar automatisch weniger Miete bezahlen?
Das Mietrecht sieht bei sinkendem Referenzzinssatz keinen Automatismus zur Senkung der Mieten vor. Vermieter werden in der Regel nicht von sich aus tätig. Grundsätzlich muss der Mieter ein Begehren stellen. Er darf auf keinen Fall von sich aus und ohne Verfahren weniger Miete zahlen: Das ist ein Kündigungsgrund.

Was muss ich konkret unternehmen, um eine Mietzinsreduktion zu erreichen?
Ist eine Mietzinssenkung gerechtfertigt, gilt es beim Vermieter schriftlich nachzufragen, wie sich der nun reduzierte Referenzzinssatz auf die Miete auswirkt. Gleichzeitig (ebenfalls schriftlich) muss man den Vermieter um eine Mietzinsreduktion auf den nächsten Kündigungstermin ersuchen – man stellt ein Senkungsbegehren. Der Vermieter muss innert 30 Tagen zu diesem Senkungsbegehren Stellung nehmen. Ist dies nicht der Fall oder lehnt der Vermieter die Mietzinsreduktion ab, sollte man sich umgehend an eine Schlichtungsbehörde wenden.

(sas/whr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roland am 01.12.2011 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nullsummenspiel

    Als Mieter steht man hier auf verlorenem Posten. Spricht man eine Mietsenkung an, wird von der Gegenseite mit vorherigem Entgegenkommen bei Warmwasser- / Heizkosten oder Nachlass beim Parkplatz usw argumentiert. Selbst wenn man eine Mietreduktion durchgesetzt hat, wird halt anderswo spontan aufgeschlagen... im Endeffekt zahlt man einfach nicht weniger.

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  • Marco am 01.12.2011 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Klagen

    und wie viele Promille der Mieter wird klagen?... Jungs & Mädels lasst dies Euch nicht gefallen! Wenn die Miete nicht automatisch gesenkt wird - zieht den Vermieter vor die Schlichtungsbehörte

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  • ahnungsloser am 01.12.2011 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Was tun?

    Soll man jetzt einfach ein Brief an den Vermieter schicken und sie bitten den Mietzins zu senken oder einpaar tage abwarten, ob man was von dem Vermieter hört?

Die neusten Leser-Kommentare

  • A.L. am 12.12.2011 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    Zum guten Glück

    Wenn ich mir so einige Kommentare durchlesen bin ich ja echt froh mit meiner derzeitigen Wohnsituation: Ich wohne mitten in der Stadt Winterthur, meine Verwaltung ist eine Privatbank mit Sitz in Stadt Zürich und wir haben nun schon zum zweiten Mal innert einem Jahr eine Mietzinsreduktion erhalten - und zwar auf Initiative der Verwaltung!

  • Peter Weber am 01.12.2011 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Stadt Zürich - Unmöglich.

    Wenn ich bei meiner Verwaltung anrufen und für meine Bruchbude eine Mietpreisreduktion verlangen würde, würden die mir wohl sofort kündigen, die Wohnung renovieren und zum doppelten Preis wieder neu vermieten. Die Preise für vergleichbar grosse Wohnungen bei Homegate liegen im Moment 30-50% über dem, was ich bezahle. Da lasse ich die 2.91% Reduktion lieber stecken...

    • Mike am 02.12.2011 16:19 Report Diesen Beitrag melden

      Nichts ist Unmöglich

      Ich habe gerade heute die Anzeige der Mietzinsreduktion erhalten. Und das in der Stadt Zürich

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  • Heidy M. am 01.12.2011 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Kostensteigerung nicht vergessen!!!

    Der Referenzzinsatz wurde jetzt schon gesenkt, aber davon hat man ja nicht soviel, den meisten ist der Landesindex und die Kostensteigerung seit der letzten Mietzinsanpassung wichtig. Die Kostensteigerung schlägt zu.....

  • Obachloser am 01.12.2011 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Theorie und Praxis

    Ich sitze seit der letzten Mietzinssenkung auf der Strasse. Habe damals eine tiefere Miete von meinem Vermieter verlangt... Naja... zum Glück habe ich noch Freunde.

    • Martin Müller am 04.12.2011 20:59 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Ahnung.

      Tja, da häten Sie wohl auf missbräuchliche Kündigung bei der Schlichtungsstelle klagen sollen... Dann wären sie jetzt nicht bei Freunden untergebracht, sondern immer noch in ihrer Wohnung. Solange Sie in der Schweiz immer ihre Miete zahlen und die Wohnung nicht mutwillig zerstören, bringt Sie ihr Vermieter (fast) nicht legal aus der Wohnung. Aber wer zu bequem ist, seine Rechte durchzusetzen, mit dem habe ich auch kein Erbarmen.

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  • Cindy am 01.12.2011 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach mal probieren bevor man meckert

    So schnell wird einem nicht gekündigt für etwas worauf man Anspruch hat! Wenn die Zinsen gesenkt werden, hat man Anspruch auf eine Mietreduktion. Danach zu fragen ist ja kein Kündigungsgrund, da müsste man einiges mehr anstellen. ;-) Ausserdem, wieso sich so aufregen? Probieren geht über studieren sag ich da nur.