Alternativenergie

14. Dezember 2011 14:26; Akt: 14.12.2011 15:47 Print

Solarfirma Solon ist pleite

Die Solarindustrie kränkelt. Jetzt ist auch ein Schwergewicht der deutschen Sonnenenergiebranche zahlungsunfähig.

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Solon gehörte zu den weltweit führenden Solar-Modul-Herstellern. (Bild: Reuters)

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Wie mies es dem Markt insgesamt geht, zeigt der Photovoltaik-Aktienindex des Solarstrom-Magazins Photon: Er ist im laufenden Jahr um mehr als 50 Prozent abgesackt. Jetzt musste auch der Berliner Solarmodulhersteller Solon beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz anmelden. Das teilte eine Sprecherin am Mittwoch mit.

Gespräche mit Investoren über eine finanzielle Restrukturierung seien am Dienstag gescheitert, hiess es in einer Erklärung. Auch für die Tochtergesellschaften Solon Photovoltaik und Solon Investments in Berlin sowie die Solon Nord habe die Gruppe Insolvenz beantragt.

530 Mitarbeiter betroffen

In Deutschland beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben derzeit 530 Mitarbeiter, 510 davon am Standort Berlin. Die Belegschaft sei am Dienstagabend per E-Mail über die Insolvenz informiert worden. Nun warte das Unternehmen auf die Bestellung eines Insolvenzverwalters, sagte die Sprecherin.

Finanzielle Schwierigkeiten waren bereits im Juli offenbar geworden, als Solon infolge der Pleite des österreichischen Solarzellenherstellers Blue Chip Energy 18 Mio. Euro abschreiben musste.

Auch Schweizer Solarindustrie hat Probleme

Volker Quaschning, Professor für regenerative Energien an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, rechnet nach der Solon-Insolvenz mit weiteren Pleiten in der Branche. «Im nächsten Jahr wird es ganz klar zu einer Marktbereinigung kommen», sagte er der Nachrichtenagentur dapd. Zum 1. Januar 2012 sinke erneut die Vergütung für Solarstrom in Deutschland. Statt 28,74 Cent bekommen Besitzer einer Photovoltaikanlage nur noch 24,43 Cent für jede Kilowattstunde, die Sie ins Netz einspeisen. Laut Quaschning gibt es kaum eine Branche mit höherem Preisverfall.

Meyer Burger muss die Produktion seiner Spezialsägen für die Herstellung von Photovoltaik-Wafern mangels Nachfrage einstellen. Bei der Innerschweizer Firma Komax lahmt der Bestellungseingang. Und auch bei Oerlikon Solar steht es nicht zum Besten.

(whr/sda)