Trautes Heim, Glück allein?

14. März 2018 18:10; Akt: 14.03.2018 18:10 Print

Die grössten Sorgen der Schweizer Hausbesitzer

Glückliche Hausbesitzer? Das erste Sorgenbarometer der Schweizer Immobilienbesitzer zeigt ein anderes Bild. Steigende Zinsen sind nicht die grösste Sorge.

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Schweizer Eigenheim-Besitzer sorgen sich ... ... über einen steigenden Eigenmietwert. Und damit über ein höheres Einkommen bei der Steuererklärung. Die zweitgrösste Sorge sind teure Unterhalts- und Renovationsarbeiten. Eine Küche wird im Schnitt alle 15 bis 20 Jahre ersetzt. An dritter Stelle sorgen sich Hausbesitzer darum, ob sie sich ihre Immobilie auch noch im Alter leisten können. Besichtigung einer Eigentumswohnung im Mobimo Tower in Zürich. Beim Immobilienkauf wird immer öfter der Vorbezug aus der Pensionskasse entscheidend. Das zeigt eine schon zuvor veröffentlichte Studie des Hypothekenvermittlers Moneypark. Der Grund sind die gestiegenen Immobilienpreise bei zugleich wenig steigendem Einkommen. Hinweis für Personen, die sich eine Liegenschaft bauen oder kaufen wollen: Die Chance, beim Verhandeln der Finanzierung fürs Eigenheim mit der Bank auf dem regulären Zinssatz noch einen Abschlag herauszuholen, ist in den ersten Monaten eines Jahres höher als beispielsweise im Herbst. «Die gewährten Rabatte schwanken stark und können bei einer Hypothek mit zehnjähriger Laufzeit je nach Zeitpunkt im Jahr 0,5 Prozentpunkte ausmachen», sagt Moneypark-CEO Stefan Heitmann. Bei einer Hypothek über eine halbe Million Franken mit einer Laufzeit von zehn Jahren bedeutet dieser Unterschied eine Ersparnis von 25'000 Franken. Die höchsten Rabatte erzielen Kunden, die ihre Immobilie tief belehnen und über eine gute Tragbarkeit verfügen. Die Wohneigentumsquote ist in der Schweiz seit 1990 von rund 30 auf rund 40 Prozent gestiegen. Dennoch hat die Schweiz die tiefste Quote in ganz Europa. Die Zahlen sind jeweils von 2016. In Spanien liegt die Wohneigentumsquote bei 78 Prozent. In Rumänien, dem Spitzenreiter in Europa, sind 95 Prozent der Haushalte im Besitz von Wohnungs- oder Hauseigentümer. Einiges deutet darauf hin, dass in der Schweiz die Wohneigentumsquote in den nächsten Jahren auf gegen 50 Prozent steigen wird. Laut einer repräsentativen Umfrage der Marktforscher von GfK möchte knapp die Hälfte der 15- bis 29-jährigen Deutschschweizer bis 2026 ein Eigenheim kaufen. Am grössten ist der Wunsch nach Wohneigentum bei jungen Paaren. Laut der GfK-Erhebung wollen 56 Prozent von ihnen bis 2016 Wohneigentum erwerben. Rekordtiefe Zinsen machen den Kauf so attraktiv wie selten zuvor. Die tiefe Schweizer Wohneigentumsquote (laut GfK-Umfrage zurzeit rund 42 Prozent) liegt an der geringen staatlichen Förderung, dem stark regulierten Hypothekenmarkt und der Bevölkerungsdichte. Je ländlicher eine Region, desto höher der Anteil an Haus- und Wohnungsbesitzern. In den ländlichen Kantonen Wallis und Jura liegt die Wohneigentumsquote bei über 55 Prozent. In Basel-Stadt und Genf liegt die Wohneigentumsquote laut Zahlen des BFS (2013) bei unter 18 Prozent.

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Das Haus ist gebaut, die Wohnung gekauft, aber die Sorgen und Baupläne gehen weiter. Das zeigt sich beim ersten schweizweiten Sorgenbarometer der Immobilieneigentümer, das am Mittwoch vom Bauherrenportal Buildster und dem Hypothekenvermittler Moneypark veröffentlicht wurde.

Umfrage
Sie sind Mieter und ....

Die grösste aktuelle Sorge ist für 15 Prozent der Befragten der steigende Eigenmietwert. Denn wer in seinem Eigenheim wohnt, muss diesen als Einkommen versteuern. Dabei richtet sich der Mietwert nach dem Betrag, den der Eigentümer von Mietern für seine Immobilie erhalten würde.

Teurer Unterhalt ist Sorge Nummer zwei

Sorge Nummer zwei sind teure Unterhalts- oder Renovationsarbeiten. Davor hat rund jeder Siebte Angst. Im Durchschnitt wird nach 15 bis 20 Jahren eine neue Küche oder ein neues Bad fällig. Und nach 20 Jahren wird die Wärmepumpe ersetzt. Laut Umfrage gibt rund 20 Prozent an, keine Rückstellungen für den Unterhalt vorzunehmen.

Jeder Zehnte macht sich Gedanken darüber, ob er auch noch mit steigendem Alter in der Lage sein wird, die Kosten seiner Immobilie zu tragen. Das Einkommen sinkt in der Regel mit der Rente. Laut Umfrage zahlen 57 Prozent freiwillig mehr an ihren Hypotheken zurück.

Die meisten haben Renovations- und Umbaupläne

Über ihre Zukunftssorgen in zehn Jahren befragt, nannten rund 20 Prozent höhere Zinsen. Die zweitgrösste Sorge sind auch hier mit 15 Prozent teure Unterhalts- und Renovationsarbeiten. Sorge Nummer drei ist ein steigender Eigenmietwert.

Was weitere Umbaupläne für die nächsten 12 Monate angeht, gaben nur 25 Prozent an, keine zu haben. Dagegen planen 13 Prozent kleinere Renovationen, beispielsweise das Streichen der Wände. 9 Prozent planen Veränderungen an der Terrasse oder im Garten. 6 Prozent wollen in eine Solarstromanlage investieren.

Für die Umfrage wurden laut Buildster und Moneypark 1244 Wohneigentümer in der Deutschschweiz und in der Romandie befragt.

(ish)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tscheggsess? am 14.03.2018 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An alle Parlamentarierinnen und -aussen ...

    Eigenmietwert abschaffen heisst Altersarmut bekämpfen, da der Anreiz sich im Alter langfristig zu verschulden wegfällt!

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  • dodo am 14.03.2018 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigenmietwert

    Es ist ein Unding den Eigenmietwert versteuern zu müssen.

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  • W. Meier am 14.03.2018 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Alter ist man nicht mehr erwünscht.

    Ja der Eigenmietwert ist Diebstahl. Aber leider ist das so in der Schweiz. Post Banken SBB etc.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 33 am 15.03.2018 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krass

    Krass

  • Alder Ego am 15.03.2018 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    Trick 77

    Am besten einfach soviel wie möglich aus der PK nehmen wenn man pensioniert wird. Damit sinkt das jährliche Einkommen und der Eigenmietwert wird wieder tragbar ;-) Die 5% die man von der PK erhält kann man selber auch rausholen über 20 Jahre...wenn man das Kapital schön darauf auslegt dass es solange reicht.

  • Zürcher Ex-Pat am 15.03.2018 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenmietwert ein Unding

    Ich lebe in Frankreich und dort muss man als Besitzer nur ein Grundsteuer pro Jahr zahlen. Auch wenn sie so um die 100-200 Euro pro Monat ist, ist es deutlich weniger als der Eigenmietwert. dies ist vielleicht auch eine Erklärung weshalb in Frankreich 67 % der Menschen im eigenen Haus leben.

  • Peps am 15.03.2018 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenmietwert = Strafe für Sparer

    Eigenen Beitrag verfassenAn alle Neider, wir haben vor 15 Jahren, durch sparen, eine Eigentumswohnung gekauft. Unsere Ferien bestehen seit Jahren aus Wandern und ab und zu mal in eine Jugi. So konnten wir die Hypo-Belastung senken. In 2 Jahren werde ich pensioniert und habe Angst von den Steuern erdrückt zu werden. Hypo-Zins 9000.- = zu versteuernder Eigenmietwert 19000.-

    • Jose am 15.03.2018 19:20 Report Diesen Beitrag melden

      Eigenmietwert = Betrug am Bürger!

      Deine Sorge möchte ich haben. Alle 10 Jahren hat mein Haus über 220 T mehr Wert. Der Eigenmietwert ist neuerlich von 27 T auf über 37T gestiegen. Im Alter kaum noch zu stemmen. Hauptsache dem Staat und dem Gemeindesteueramt geht es gut und der Eigenheimbesitzer - ja ich musste alles selber sparen und hatte keine Erbgänge, wird geschröpft.

    • Heinz Maier am 15.03.2018 19:51 Report Diesen Beitrag melden

      @Jose

      alle 10 jahre hat ihr haus 220t mehr wert - kann ich jetzt nicht beurteilen, nehme aber mal an sie haben recht: aber auch nur dann, wenn sie die nötigen investitionen in renovationen getätigt haben. des weiteren kommt hinzu, dass ihnen dieser mehrwert nichts bringt, denn obwohl die immobilie einen höheren marktwert hat, müssten sie um ein identisches objekt erwerben zu können, entsprechend mehr bezahlen. somit ergibt sich für sie, im falle eines verkaufs und vergleichbaren kaufs, ein nullsummenspiel.

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  • Peter Huber am 15.03.2018 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Immobilien Blase

    Wenn die Immobilien Blase platzt, ist es zu spät um den Eigenmietwert abzuschaffen! Dann ist das absolute Chaos perfekt!

    • Mister Invest am 15.03.2018 14:04 Report Diesen Beitrag melden

      Blase???

      Blasen lauern überall. Aber eines sage ich dir wenn etwas keine Blase ist dann der Schweizer Immobilienmarkt. Bei einer Zuwanderung von 100 000 pro Jahr und den hohen Anforderungen um eine Hypothek zu bekommen wird es unmöglich sein das eine Blase entsteht. Eigentlich müssten die Preise noch höher sein. Sie werden durch unseren Staat künstlich tief gehalten(hohen Anforderungen um eine Hypothek zu bekommen). Um das zu verstehen braucht man auch kein Dr. In VWL. Sorry aber so ist es halt mal.

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