Elektroauto im All

08. Februar 2018 07:53; Akt: 08.02.2018 08:30 Print

Teslas «verrückte» Aktion ist ein riesiger Werbecoup

von R. Knecht - SpaceX schickte ein Tesla-Auto auf den Weg zum Mars. Das mag teuer klingen, der Werbewert der Aktion ist aber enorm.

Der Roadster von Elon Musk ist auf dem Weg zum Mars – und wirbt dabei äusserst effektiv für Tesla und SpaceX.
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Eigentlich wollte das Raumfahrtunternehmen SpaceX nur die Riesenrakete Falcon Heavy testen – Gründer Elon Musk nutzte die Gelegenheit gleich, um seinen persönlichen Roadster ins All zu schiessen. Die Aktion des Gründers von SpaceX und Tesla mag nach dem Verhalten eines exzentrischen Milliardärs klingen, dürfte allerdings einen guten Grund haben: Für die beiden Unternehmen ist die Aktion nämlich ein regelrechter Werbe-Coup.

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Stundenlang war das im Weltall driftende Elektroauto in den Medien zu sehen. Nicht nur Berichte zum Raketenstart gab es, sondern viele News-Portale betteten auch gleich den Livestream ein, der das Fahrzeug in seiner neuen Umgebung in Echtzeit zeigte.

«Verrückte Aktion»

«Es sorgt für Aufmerksamkeit, wenn Unternehmen etwas scheinbar Verrücktes unternehmen», erklärt Martin Natter, Professor für Marketing an der Universität Zürich, das Vorgehen von SpaceX und Tesla. Die Aktion wirke insofern verrückt, als der als Gewicht verwendete Sportwagen für die meisten Konsumenten etwas ausserordentlich Wertvolles sei.

Der Preis des Autos ist im Vergleich zu den Kosten des Raketenstarts allerdings geradezu bedeutungslos. SpaceX verlangt pro Flug mit der Falcon Heavy umgerechnet rund 85 Millionen Franken. Wie viel der Flug das Unternehmen selbst kostet, ist jedoch nicht bekannt.

Angenommen, die Aktion kostete SpaceX effektiv 85 Millionen Franken, lohnt sich die Aktion überhaupt als Werbegag? Laut Marketing-Experte Natter hängt der Erfolg unter anderem davon ab, wie er aufgenommen wird. «Ich denke, in diesem Fall hat das Publikum mit positiven Emotionen reagiert», so Natter.

9 Milliarden Werbewert für Red Bulls Stratos

Um den ungefähren Werbewert des Raketenstarts zu ermitteln, dient das von Red Bull 2012 durchgeführte Stratos-Projekt als Vergleich. Damals rechneten News-Portale aus, dass der Werbewert der Aktion von Red Bull bei einer Milliarde Verbindungen zur Live-Übertragung im Internet und 1,8 Milliarden eingeschalteten Fernsehgeräten bei etwa 9 Milliarden Franken liegt.

Es ist derzeit schwierig abzuschätzen, wie viele Menschen effektiv den Start der Falcon Heavy mitverfolgten. Fest steht, dass die beiden Unternehmen die 85 Millionen Franken wettgemacht haben dürften, wenn sie nur 1 Prozent dieser Zuschauerwerte von Stratos erreichten, also umgerechnet 10 Millionen online und 18 Millionen im Fernsehen.

Raketenstart 11,6 Millionen Mal geschaut

Die von SpaceX auf Youtube publizierten Aufnahmen des Raketenstarts haben auf Youtube 11,6 Millionen Views generiert. Der eigene Stream «Live Views of Starman» wurde knapp 8 Millionen Mal geschaut, wobei ihn andere Kanäle auf der Plattform weiterhin streamen – für Tausende Zuschauer.

Der Werbewert dürfte also die Kosten von Auto und Rakete locker ausgleichen, selbst wenn man nicht berücksichtigt, dass das Weltraumunternehmen den Raketenstart in erster Linie als Test durchführte und nicht, um den Sportwagen in den Weltraum zu befördern oder Werbung zu machen. Weder Tesla noch SpaceX wollten sich bisher dazu äussern, ob eines der beiden Unternehmen dem anderen etwas für die Werbeleistung zahlte.

Geplant war es, den Roadster in die Umlaufbahn des Mars zu schiessen. Wie sich nach dem Start herausstellte, wird daraus allerdings nichts, weil die Rakete zu viel Schub geliefert habe. Den Werbeeffekt dürfte das aber nicht abschwächen.

Teslas «verrückte» Aktion ist ein riesiger Werbecoup

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pieder Capaul am 08.02.2018 08:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Qualität bedenklich

    Billionär ist er dann doch nicht. Bitte richtig übersetzen, ist das zuviel verlangt? Milliardär sollte dies heissen. Bravo.

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  • weltraum schrott am 08.02.2018 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    weltraumschrott

    ja, imposant, v.a. die landung der booster zu sehen. der tesla im all ist nur müll. wer sammelt den schrott nachher ein? ist ja heute bereits ein problem

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  • Skywalker99 am 08.02.2018 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man finde die Frage zur Antwort

    Werbecoup für was?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cyberlolo am 09.02.2018 23:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...sprachlos. stolz.

    ...fahre selber tesla...steige jeden tag ein, finds cool. ruhig. stinkt nicht. dann noch eine solche freakshow. wow. proud.

  • Hens Wyss am 09.02.2018 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Tamtam

    Ziemlich viel Tamtam für eine Firma die 600 Millionen Verlust im Quartal macht...

  • Tobi am 09.02.2018 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Weltraumschrott

    Kann es nicht mehr hören mit Weltraumschrott. Das einzige Problem mit dem sogenannten Weltraumschrott ist in der Erdumlaufbahn weil dadurch andere Satelliten gefärdet werden könne. Der Tesla fliegt jedoch nicht in einem Low-Earth-Orbit und ist somit keine Gefahr. Er besteht aus Metall und Kunstoff Meteroiten können auch aus Metall oder Gestein bestehen. Das heisst nach Ihrer Logik wäre jeder Meteorit Weltraumschrott? Im All gibt es weit gefährlichere Meteoriten als den kleinen Tesla den kein Mensch stört. Zudem welche Umwelt wollen Sie da zerstören? Im All herrscht Vakuum.

  • Spaceman and Crew am 09.02.2018 04:32 Report Diesen Beitrag melden

    Pionierunternehmen! Durch und Durch

    SpaceX ist ein privat finanziertes Pionierunternehmen, das als einzige und erste Hightech Firma Raketen wieder verwendet. Alle bisherigen hinterliessen Schrot im Meer und auf unwegsamem Gelände - erst die kommende Generationwird dies zunwürdigen wissen... aktuell ist zu viel Neid und Missgunst sowie Kleinbürgertum unterwegs... schade!

  • JackMac am 09.02.2018 00:02 Report Diesen Beitrag melden

    Elon Musk - der Luftschlossbauer

    Ich klicke das auch an. Nur hat's keinen Werbewert, weil ich's doof finde. Geld verpuffen. Passt zu Paypal-Gründer. Egozentriker, Ichbezogen, koste es was es wolle. Er verpufft schliesslich das Geld der gierigen oder gutgläubigen Aktionäre, Geldgeber. Und zwar bei beiden Unternehmen. Das Gute ist, er weckte die schlafende Autoindustrie. Nur durchdacht ist die Sache nicht. Batterieentsorgung. Effektive Energiebilanz. In 30 Jahren sagen die neuen Jungen, wie konnte man so was machen.

    • tttk am 09.02.2018 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @JackMac

      ich habe selten soviel fundiertes Nichtwissen gelesen

    • Tom Dooley am 09.02.2018 11:23 Report Diesen Beitrag melden

      @ttk

      Absolut, der hat wirklich absolut Null Ahnung. Weiss offensichlich weder, dass SpaceX noch keinen IPO hatte, noch dass er sein ganzes Vermögen da rein gesteckt hätte, noch versteht er auch nur 0.0005% von Elon's bestreben. Genau gesagt ist er vermutlich einer der Gründe warum Elon vermutet, dass wir auf dieser Erde nicht überleben werden :)

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