Trotz Weihnachtsgeschäft

07. Dezember 2010 22:42; Akt: 08.12.2010 10:35 Print

Spielebranche spürt nichts vom Aufschwung

von Elisabeth Rizzi - Weihnachten steht vor der Tür. Die Spielwarenbranche profitiert aber trotz Geschenkeflut nicht vom Aufschwung.

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664 Franken wollen die Schweizerinnen und Schweizer heuer für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Das sind sechs Prozent mehr als 2009. Die Spielwarenbranche müsste das freuen. Sie macht 50 Prozent des Umsatzes an Weihnachten. Doch der Aufschwung geht an ihr vorbei. Zu Beginn des Jahrtausends sackten die Umsätze der traditionellen Spielwaren um fast 100 Mio. Franken ab und haben sich seither auf etwas über 400 Mio. Franken eingependelt.

Schuld sind nicht nur die gesunkene Geburtenrate und die Kannibalisierung durch elektronische Spiele. «Migrantenkinder spielen weniger mit Spielzeug. Zudem ist die Phase der Kindheit kürzer geworden: Statt Spielzeug haben die Kinder heute Handys», sagt Sandro Küng vom Spielwarenverband Schweiz. Auch das Geschäft mit Videogames hat gelitten. Es brach nach einem rasanten Anstieg 2009 um fünf Prozent auf 382,4 Mio. Franken ein. «Bei den elektronischen Spielen weichen die Konsumenten auf billigere Games und DVD-Unterhaltung aus. Und bei den Konsolen war die Neuheiten-Pipeline eher dürftig», erklärt Peter Kuster von der Swiss Interactive Entertainement Association. Paradox: Die Zahl der neu auf den Markt geworfenen Brettspiele nimmt derweil stark zu. «Vor zehn Jahren hatte ich als Juror von Spiel des Jahres etwa 100 Spiele zu beurteilen. 2010 wurden an der Spielemesse in Essen 600 Neuheiten vorgestellt», so Spielekritiker Thomas Felber.