Lukratives Streaming

07. November 2014 12:32; Akt: 07.11.2014 12:32 Print

Spotify bringt vielen Musikern mehr als iTunes

von Laura Frommberg - Hat sich Taylor Swift ins eigene Knie geschossen? Die Sängerin zog sich von Spotify zurück. Laut Branchenkennern ist das Streaming einträglicher als etwa iTunes.

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Wer ist abängig von wem? Diese Frage stellen sich viele Branchen-Beobachter seit Taylor Swifts Spotify-Rückzug. Auf ihren Wunsch hin hatte Spotify sämtliche ihrer Alben am Montag aus dem Musikstreaming-Dienst genommen. Spotify bettelte Taylor Swift an, sie solle sich die Entscheidung noch einmal überlegen. Immerhin war ihr Lied «Shake it off» aus dem Album «1989» in der vergangenen Woche das meistgespielte Lied des Online-Dienstes.

Vor Swifts Entscheidung hatten schon andere Künstler wie Radiohead-Sänger Thom Yorke, Herbert Grönemeyer und Co. darüber geklagt, dass der Aufstieg von Streaming-Diensten ihnen grosse Einbussen beschere. Doch sind diese Klagen überhaupt berechtigt? Neue Zahlen zeigen, dass die Verdienste mit Spotify gar nicht so gering sind, wie viele Berichte suggerieren.

«Wichtiger Meilenstein»

Das Unternehmen Kobalt vertritt eine ganze Reihe namhafter Künstler wie Paul Mc Cartney, Maroon 5 und Bob Dylan. Es hilft ihnen, die Verdienste aus den verschiedenen Verkaufskanälen einzusammeln. Und Konzernchef Willart Ahdritz hat eine markante Veränderung festgestellt: Spotify hat bei den Einnahmen in Europa in diesem Jahr erstmals Apples Verkaufskanal iTunes überholt. Das heisst: Sänger verdienen mehr mit dem Dienst als mit dem Downloadangebot. 13 Prozent mehr, um genau zu sein. «Das ist ein sehr wichtiger Meilenstein fürs Streaming», so Ahdritz. Doch auch in den USA zeichne sich der Trend ab. Maroon 5 oder Bob Dylan etwa würden bereits jetzt eher vom Streaming profitieren.

Die Einnahmen durch Streaming haben sich bei Kobalt in den vergangenen zwei Jahren verdreifacht. Inzwischen machen sie 10 Prozent der Gesamteinnahmen aus, nach 3 Prozent im Jahr 2012. Die Zahlen dürften weiter steigen. Denn auch grosse Unternehmen wie Apple und Warner Music arbeiten an Streaming-Angeboten.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans am 07.11.2014 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    spotify

    Irgendwie hält sich mein Mitleid mit den Künstlern in Grenzen. Sorry, ich weiss, das sollte wohl anders sein, aber ich höre einfach gerne meine eigene Spotify-Playlist, ohne dauernd neue Videos auf Youtube anklicken zu müssen oder etwas runterladen zu müssen. Des Weiteren gibt es ja auch andere Einnahmequellen, die Künstler legen wohl nicht alle ihre Eier in dieses eine Spotify-Nest. Und durch Spotify habe ich auch schon viele Bands kennengelernt, deren Musik ich (legal!) runtergeladen habe, also machen die an mir schon nicht hinderschi.

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  • Musikfetischist am 07.11.2014 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Belohnen

    Ich kauf immer noch CD-Alben. Gott, bin ich altmodisch...

  • Martin Bohata am 07.11.2014 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Verdienst?

    ich kann euch gerne mal zeigen wieviel man verdient als Musiker...... ist ein reines Verlustgeschäft, ausser man heisst Madona oder sowas

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fredo am 08.11.2014 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt Massenware und richtige Musik

    Ich streame fast alles per Google Music. Wenn ich einen Künstler wirklich gut finde und supporten möchte kaufe ich auch seine CD, aber bestimmt nicht via iTunes wo Apple noch fleissig mitkassiert. Dann kaufe ich direkt beim Künstler. Ein Album von Taylor Swift würde ich sowieso nicht kaufen, da für mich diese kommerzielle Fliessbandproduktion nicht unterstützenswert ist. In 1 Jahr hört man eh nichts mehr von ihr. Deshalb versucht sie jetzt im Erfolgsmoment ihren Gewinn zu maximieren.

  • Kusi am 08.11.2014 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schmarren!

    Dieser Bericht schreit zum Himmel! Es gibt nur einen Ort, wo die Musiker noch Geld verdienen können! Ist und bleibt iTunes! Dort muss man für einen Song Geld bezahlen und kann in nicht gratis klauen! So muss es sein!

    • Blub am 08.11.2014 20:24 Report Diesen Beitrag melden

      ....

      Genau, weil Spotify ja gratis ist und kein Geld an die Künstler ausschüttet. Ich fürchte nur den Sarkasmus in diesem Satz werden Sie genauso wenig verstehen wie den Artikel welchen Sie gerade so trefflich falsch kommentiert haben...

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  • Chris am 08.11.2014 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    musik lohnt sich nicht....?

    Komisch. Alle Klagen das man mit Musik kein Geld verdienen kann. Wieso drängen denn alle immer in dieses Rampenlicht, wenn es sich denn nicht lohnt?

  • Christoph Trummer am 08.11.2014 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Musiker ist nicht gleich Musiker...

    Um ein nächstes Album zu produzieren, müssen auch kurzfristige Einnahmen her. Ich meine damit natürlich nicht Superstars, sondern kleine und mittlere Bands. Kann sein, dass man auf 10 Jahre hinaus mit Streaming mehr verdient als mit Downloads, aber die 20 - 50'000 Franken, die eine Produktion kostet, muss man innert 2 - 3 Jahren wieder einspielen können, sonst kann man nicht weiterarbeiten. Wenn es sich also für Backkatalogkünstler wie McCartney und Dylan bereits lohnt, kann man daraus nicht auf die Mittelklasse der Musikindustrie schliessen.

  • Chris am 08.11.2014 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach nur klasse

    Ich höre seit Jahren Spotify einfach nur top... Im Auto, Zuhause während der Arbeit bei mir läuft Spotify... Auch die "Entdecken" funktion ist super man hört tracks ohne sie zu suchen... Auch Topsongs kommen Meilen voraus... Bsp. Calvin Harrys - Summer war vertreten bevor es im Radio auftauchte Ich bin zufrieden und hoffe auf eine lange Spotify Zukunft