3,5 Milliarden Franken

15. Juni 2018 11:57; Akt: 15.06.2018 12:25 Print

Stadler Rail erhält ein Drittel weniger Aufträge

von R. Knecht - Der Zugbauer Stadler Rail konnte sich 2017 Aufträge im Wert von 3,5 Mrd. Franken sichern – das sind fast 30 Prozent weniger als 2016. Über den Gewinn schweigt sich die Firma aus.

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Stadler Rail hat 2017 Aufträge im Wert von rund 3,5 Milliarden Franken erhalten. Das sind fast 30 Prozent weniger als 2016. Im Rekordjahr 2016 waren die gesamten Aufträge des Thurgauer Zugbauers knapp 5 Milliarden Franken wert.

Der Umsatz stieg hingegen von knapp über 2 Milliarden im Vorjahr auf fast 2,5 Milliarden Franken. Fast die Hälfte ihres Umsatzes macht die Firma in Westeuropa, wie die Firma am Freitag in Bussnang mitteilte. Die Schweiz ist der zweitgrösste Markt mit einem Anteil von rund 24 Prozent. Gewinnzahlen kommuniziert Stadler nicht. Der VR-Präsident Peter Spuhler sagt dazu nur: «Wir haben noch nie Verluste geschrieben.»

Instandhaltung läuft gut

Besonders gut sei 2017 das Service-Geschäft von Stadler gelaufen: Die Firma verzeichnet Aufträge im Wert von 800 Millionen Franken für Aufgaben wie etwa die Instandhaltung von Zügen. Das ist laut Stadler ein Rekordwert.

Einen weiteren Rekord meldet der Zugbauer bei den Beschäftigungszahlen: Weltweit hat das Unternehmen derzeit 7600 Mitarbeiter. In den USA will die Firma zudem 350 Arbeitsplätze in einer 7000 Quadratmeter grossen Produktions- und Lageranlage in Salt Lake City schaffen. Der Spatenstich fand im Oktober letzten Jahres statt.

In der Schweiz plant Stadler einen Umzug: Das 100-jährige Werk in Altenrhein wird grösstenteils in das nahegelegene St. Margarethen verlegt, wo derzeit die Baubewilligung für eine neue Anlage erwartet werde, wie VR-Präsident Peter Spuhler in Bussnang sagte. Die Anzahl der Mitarbeiter, momentan rund 1000, werde voraussichtlich gleich bleiben.

Selbstfahrende Züge gegen Siemens

Stadler will mit selbstfahrenden Zügen den Firmen Siemens und Alstom die Stirn bieten. Die beiden Unternehmen hätten vor, ihre Zugsparten zusammenzuschliessen, wodurch sie zu einer Marktmacht im Bereich Signalling würden. Signalling umfasst sowohl Signalsysteme für menschliche Zugfahrer als auch Führungssysteme für selbstfahrende Züge.

Da Stadler nicht gezwungen sein wolle, bei dem Konkurrenten einzukaufen, werde die Firma künftig eigene Lösungen entwickeln, heisst es an der Medienkonferenz. Stadler führt bereits mit Firmen wie der SBB Feldversuche mit selbstfahrenden Zügen durch.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wörni am 15.06.2018 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Firma

    Eine tolle Firma, bin echt stolz auf dieses innovative Unternehmen. Herzliche Gratulation für diesen Erfolg an Hrn. Spuhler und die Mitarbeiter.

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  • Stefan am 15.06.2018 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SBB

    Eine Schande wie wir unsere eigenen Unternehmen "unterstützen". Hauptsache billig und mit riesen Verzögerung im Ausland einkaufen.

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  • Dani aus Tyrol am 15.06.2018 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Stadler ist TipTop

    viel zu negativ der Bericht. Stadler ist ein super Unternehmen mit einem Menschen als oberstem Chef, keinem CEO der nur gierig ist. zudem hab ich bei letzten Heimaturlaub in Österreich gelesen, dass Wien und Salzburg demnächst ihre Trams bei Stadler kaufen wollen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fragezeichen am 16.06.2018 20:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne qualifizierte Fachkräfte

    Ich bin gespannt was passiert wenn mal die Fabrikhalle in St.Margrethen steht. Vorallem auch von wo holen die ihre gut qualifizierten Fachkräfte die meisten haben das St. Galler Rheintal in Richtung Zürich verlassen. Eigentlich sollte man sich nicht dort niederlassen wo man kein Personal findet. Sehr wahrscheinlich findet man unqualifizierte Grenzgänger. Man darf gespannt sein.

  • Fän am 16.06.2018 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cool

    Der Spuhler ist ein cooler!

  • Productionengineer am 16.06.2018 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Herr Spuhler

    Etwas weniger Auftragsvolumen ist bei einer so grossen Firma nicht unbedingt schlecht, solange die Auslastung gewaehrleistet ist. Das kennen wir von frueheren Zeiten, dann gabs halt wieder mal, konsolidieren, ausbilden, neue Produkte entwickeln. Herr Spuhler hat das sicher im Griff mit einem genuegenden Auftragsvolumen.

  • ex stadi am 16.06.2018 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    augen auf

    wer mal dort gearbeitet hat würde Stadler Rail nicht so loben...Hut ab an alle Mitarbeiter welche in dieser unorganisierten Firma arbeiten

    • Dipl.-Ing. am 16.06.2018 15:06 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt

      Kann ich bestätigen, habe selbst mal für Stadler im Engineering gearbeitet. Bedingungen sind unterirdisch: 45h/Woche damals, Massentierhaltung in unklimatisierten Großraumbüros, schlechte Bezahlung (6300 CHF monatlich für einen Uni-Ingenieur). Ich bin dann lieber in einen IGM-Konzern gewechselt. Bezahlung ist ähnlich und ich hab nur 35h :-)

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  • Bastian am 16.06.2018 07:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ich mag Hr. Spuhler den Erfolg gönnen!

    Und grundsätzlich habe ich auch nichts gegen die SVP einzuwenden. Aber dass jedesmal, wenn zur Firma Stadler ein Artikeli in der Presse erscheint, ein ganzes Heer von übereifrigen Claqueuren Spuhler mit Stadler quasi als wegweisende Lichtgestalt der ach so grandiosen "Swissness" darstellt, finde ich total widerlich. Ähnliche Reaktionen in den Medien gibt es sonst nur, wenn es um Putin und das heilige Russland geht. Aber das ist natürlich eine völlig andere Auftraggeberschaft als bei Stadler / Spuhler, klar.