Swiss-Steel-Nachfolger

23. Dezember 2011 10:52; Akt: 23.12.2011 10:52 Print

Stahl-Präsident zweigte jahrelang Geld ab

Ein Veruntreuungsfall beschäftigt den deutschen Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach, die auch im Besitz der einst stolzen Swiss Steel in Emmenbrücke ist.

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Jahrelang Gelder veruntreut bei Schmolz+Bickenbach. (Bild: Keystone)

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Über mehrere Jahre hat der Verwaltungsratspräsident des Stahlkonzerns Schmolz Bickenbach, Michael Storm, rund 1,5 Mio. Euro aus der Firmenkasse abgezweigt. Nach Bekanntwerden des Schadens trat er per sofort von seinem Amt zurück.

In einem Communiqué vom Freitag sprach Schmolz Bickenbach von Personal- und Sachkosten, die «aus einer regelwidrigen Abgrenzung von privat und betrieblich veranlassten Aufwendungen entstanden» seien. Genauere Angaben dazu wollte Marcel Imhof, operativer Chef des Unternehmens, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA nicht machen.

Storm ist geständig

Er verwies auf eine Untersuchung, die Schmolz Bickenbach bei einem auf Compliance spezialisierten Unternehmen in Auftrag gegeben hat. Diese decke den Zeitraum seit 2006 ab, als das Unternehmen gegründet wurde. Der Schaden sei im Rahmen einer internen Prüfung aufgedeckt worden, erklärte Imhof. Für die Konzernleitung sei er gleichermassen überraschend und unerfreulich.

Storm habe sein Vergehen eingestanden und schriftlich zugesichert, den entstandenen Fehlbetrag vollständig zurückzuerstatten. Es gelte bei Schmolz Bickenbach Nulltoleranz, auch bei der obersten Führungsebene, betonte Imhof.

Kontrollmechanismen werden überprüft

Die externe Untersuchung soll nicht nur den genauen Betrag ans Licht bringen, den Storm veruntreut hatte. «Mit Hilfe der Untersuchung wollen wir auch herausfinden, wie es möglich war, dass während Jahren unbemerkt Geld abgezweigt werden konnte», sagte Imhof. Daraus werde der Konzern die nötigen Schlüsse ziehen, wie solche Vergehen künftig verhindert werden können.

Laut Imhof sind bisher keine weiteren Personen bekannt, die in den Fall involviert sind. Die externe Firma werde dies aber ebenfalls prüfen.

Börse reagierte nur kurz

Michael Storm war seit 2003 Hauptaktionär und Verwaltungsrat des des deutschen Schmolz Bickenbach-Konzerns, dem damaligen Hauptaktionär von Swiss Steel. Als die beiden Unternehmen 2006 fusionierten, wurde Storm zum Verwaltungsratspräsidenten gewählt. Nach seinem Abgang tritt der bisherige Vizepräsident Hans-Peter Zehnder die Nachfolge an der Spitze des Verwaltungsrats an.

Das operative Geschäft sei vom Vorfall nicht betroffen, hiess es weiter. Die Konzernleitung gehe für das Geschäftsjahr 2011 weiterhin von Umsatzerlösen und operativen Ergebniswerten deutlich über dem Vorjahr aus.

An der Schweizer Börse verlor die Aktie von Schmolz Bickenbach nach der Bekanntgabe der Veruntreuung bis zu 2,0 Prozent an Wert. Bis nach 10 Uhr stieg der Kurs aber wieder 0,7 Prozent über den Schlusskurs des Vortags. Der Gesamtmarkt, gemessen am Swiss Performance Index (SPI), lag derweil 0,5 Prozent im Plus.


(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tony Bauer am 23.12.2011 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstbedienung, Skills der Managerkaste

    Was zum Teufel ist eigentlich los mit diesen raffgierigen Managern? Verdienen Mio. an Salären+Boni aber kriegen ihren Hals nie genug voll von der Kohle, was! Es ist endlich an der Zeit, dass auch diese Wirtschaftskriminellen endlich mit ihren Privatvermögen haftbar gemacht werden. @CH-Justiz: Macht endlich Gesetze+Urteile auch für die Managerkaste nicht nur immer für die kleinen Leute.

  • Marko am 24.12.2011 23:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer schreibt das Gesetz...

    Und die Folgen für den VR Präsident?? Keine... Ich kann mich aber an einen Lagerarbeiter bei uns in der Firma erinnern der Druckerpapier für wenige hunder Franken stahl und privat verkaufte und deshalb von der Kriminalpolizei abgeholt wurde...

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  • Marko am 24.12.2011 23:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer schreibt das Gesetz...

    Und die Folgen für den VR Präsident?? Keine... Ich kann mich aber an einen Lagerarbeiter bei uns in der Firma erinnern der Druckerpapier für wenige hunder Franken stahl und privat verkaufte und deshalb von der Kriminalpolizei abgeholt wurde...

  • Tony Bauer am 23.12.2011 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstbedienung, Skills der Managerkaste

    Was zum Teufel ist eigentlich los mit diesen raffgierigen Managern? Verdienen Mio. an Salären+Boni aber kriegen ihren Hals nie genug voll von der Kohle, was! Es ist endlich an der Zeit, dass auch diese Wirtschaftskriminellen endlich mit ihren Privatvermögen haftbar gemacht werden. @CH-Justiz: Macht endlich Gesetze+Urteile auch für die Managerkaste nicht nur immer für die kleinen Leute.