Vermögensverwalter-Boni

24. Januar 2011 23:01; Akt: 24.01.2011 23:37 Print

Starker Franken drückt auf Boni

von Gérard Moinat - Vermögensverwalter beissen sich am starken Franken die Zähne aus. Verlieren Euro und Dollar an Wert, schmelzen ihre Erträge und Boni weg.

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Der starke Schweizer Franken lässt dieser Tage nicht nur Exportbetriebe leiden. Auch die Erträge von Vermögensverwaltern wie Julius Bär oder Vontobel schmelzen weg: «Der Wertverlust von Euro und Dollar hat einen klar negativen Einfluss auf die Gewinne», warnt Julius-Bär-Analyst Roger Degen. Denn die Schweizer Institute belasten Kommissionen proportional zum Wert der Kundenvermögen in Fremdwährung. Beim schwindsüchtigen Euro- und Dollar-Kurs sinkt also der Wert der Vermögen umgerechnet in Franken. Und damit die darauf anfallenden Kommissionen. Je nach Institut sind bis zu 90 Prozent der verwalteten Vermögen in Fremdwährungen angelegt. Den grössten Teil des Kuchens macht dabei der Euro aus (siehe Tabelle) – die Währung also, die gegenüber dem Franken innert Jahresfrist um über 11 Prozent an Wert einbüsste.

«Den hiesigen Instituten brechen dadurch 10 Prozent und mehr ihrer Gewinne weg», schätzt UBS-Analyst Daniele Brupbacher. Das hat Folgen für die Angestellten der Finanzbranche: «Schweizer Institute werden die Gewinneinbrüche auf der Kostenseite abfedern», prophezeit Degen. Sparpotenzial bietet sich besonders bei den Personalkosten: «Die Banken dürften bei den Boni ihrer Vermögensverwalter auf die Bremse treten», ist Degen überzeugt.