Lieferservices

16. April 2016 13:31; Akt: 16.04.2016 13:31 Print

Start-ups kämpfen ums Essen aus der Box

Gleich zwei Lieferanten von Kochboxen drängen auf den Schweizer Markt. Einfach werden sie es nicht haben, so die Expertenmeinung.

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Bald werden die Schweizer die Auswahl zwischen zwei Kochboxen-Lieferanten haben. Das Konzept: Die Anbieter füllen eine Kartonkiste mit den Zutaten für ein gewisses Rezept und schicken sie dem Kunden nach Hause. Übers Einkaufen und mögliche Rezepte muss er sich keine Gedanken mehr machen. Nur kochen muss man noch selber.

Der deutsche Anbieter Hello Fresh hat angekündigt, sein Angebot am kommenden Dienstag in der Schweiz zu lancieren. Die Kunden haben die Auswahl zwischen der Explore-Box für Kochfans und der Express-Box für Eilige. Eine Lieferung ist auf drei Gerichte für zwei Personen ausgelegt. Ergänzt wird das Angebot mit der Familien-Box. Starten will das Unternehmen mit einem auf die Schweizer zugeschnittenen Rezept: Züri-Gschnätzlets mit Rösti.

«Aggressives Marketing» geplant

Mit seinen Schweizer Expansionsplänen kommt Hello Fresh dem Ostschweizer Start-up Juts in die Quere. Auch Juts will einkaufsfaule Schweizer mit fixfertigen Kochboxen beliefern. Startschuss ist Anfang Mai. In jeder Box befinden sich frische Zutaten für drei unterschiedliche Mahlzeiten – wahlweise für eine, zwei oder vier Personen. Dabei kann zwischen den Themen «saisonal» und «vegetarisch» gewählt werden.

Juts-Gründer Serge Aerne will dem grossen deutschen Konkurrenten Hello Fresh das Feld nicht kampflos überlassen. Geplant sei ein «aggressives Marketing» mit bekannten Schweizer Gesichtern. Schlagendes Verkaufsargument sei die Swissness seines Unternehmens. «Wann immer es möglich ist, beziehen wir die Lebensmittel in der Schweiz», sagt er zu 20 Minuten. Das komme bei den hiesigen Kunden gut an, genauso wie der «Jungunternehmer-Bonus», den seine Firma geniesse.

Vom Markteintritt des grossen deutschen Pendants könne Juts sogar profitieren, so der Firmengründer weiter: «Je bekannter Kochboxen in der Schweiz werden, desto besser für uns.»

Schweiz ist «schwieriges Pflaster»

Trend- und Konsumforscherin Mirjam Hauser von GIM Suisse beobachtet, dass derzeit viele Lieferservices rund ums Essen (siehe Box) neu auf den Markt kommen – vor allem in den USA oder in den Grossstädten. Hinter die Erfolgschancen in der Schweiz setzt sie jedoch ein Fragezeichen: «Die Schweiz ist für derlei Angebote ein schwieriges Pflaster, da die Nutzungsdichte geringer ist.» Ob das Konzept aufgehe, hänge letztlich davon ab, wie viel Kapazität und Durchhaltevermögen die Entwickler hätten.

Trotzdem: Grundsätzlich entsprächen Kochboxen mit frischen Zutaten einem Bedürfnis der Konsumenten, so Hauser. Der Trend zu Convenience Food sei ungebrochen – «jedoch zu anderen Konditionen als bisher, denn das Essen soll nicht nur schnell und praktisch, sondern auch frisch und gesund sein.»

Schwester-Unternehmen von Zalando

Das Angebot der Essenslieferanten ist nicht billig: Die Explore- und Express-Boxen von Hello Fresh kosten 99.90 Franken, die Familien-Box 144.90 Franken. Das Schweizer Pendant Juts verlangt für die Box für eine Person zwischen 44.50 und 49.50 Franken, für die Version für zwei Personen zwischen 74.50 und 84.50 Franken.

Hello Fresh stammt aus dem Hause Rocket Internet, dem Start-up-Konzern, aus dem auch der Online-Riese Zalando hervorging. Neben Deutschland und der Schweiz beliefert Hello Fresh noch sechs weitere Länder.


(vb/lia)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • UrsK am 16.04.2016 13:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lieber einkaufen

    Der Preis einer solchen Box ist übertrieben. Dafür kann man in ein Restaurant.

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  • sepp am 16.04.2016 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nix für mich

    Ist doch viel zu teuer, zuerst bestellen, dann warten, dann noch kochen, Strom ist nicht gratis, abwaschen und Küche aufräumen kommt noch dazu, da gehe ich lieber in ein gut gepflegtes Restaurand und lass mich Kulinarisch verwöhnen.

  • Mario Theus am 16.04.2016 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine gute Idee reicht noch lange nicht aus!

    Wird sich nicht durchsetzen. Zum Scheitern verurteilt. Wenn es bis jetzt dafür keine grosse Nachfrage gab, warum sollte sich das ändern? Viele coole Startups vergessen einfach, dass der Markt alleine darüber entscheidet, wer Erfolg haben wird.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Oliver am 17.04.2016 21:18 Report Diesen Beitrag melden

    EatSmart...

    ...eine simple wie auch geniale Idee. Ich werde das nächstens probieren.

  • Chris am 17.04.2016 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    EatSmart hat Potenzial

    EatSmart finde ich auch eine coole Sache! Könnte Potenzial haben. Probiere ich sicherlich aus. Das mit den Zutaten nach Hause liefern, sehe ich aber ebenfalls nicht so...

  • Josef aus Z am 17.04.2016 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Liebling: EatSmart

    Ich finde die Idee von EatSmart toll. Da werde ich bestimmt mitmachen. Nächste Woche bestelle ich, versprochen!

  • Urban am 17.04.2016 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Spannende Sache

    Muss zugeben dass mir solche Angebote bis jetzt nicht bekannt waren. Das Angebot von Eat Smart tönt für mich spannend, das muss ich nächstens mal ausprobieren.

  • alfmir am 17.04.2016 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    wird scheitern....

    wenn ich einmal nicht selbst kochen will, habe ich um die Ecke eine Küche, die von Thailänderinnen betrieben wird. Alles frisch und sauber zubereitet und grosszügige bemessene Portionen für 12Fr. Und das Ganze wird nicht noch durch die halbe Schweiz gekarrt..!!