Woheigentum

23. Februar 2010 07:58; Akt: 23.02.2010 08:08 Print

Steigende Hypothekarzinsen wären ein Problem

Die Schweizer Hypothekarschuldner nutzen das tiefe Zinsniveau gemäss einer Umfrage mehr für Konsum als zum Sparen.

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Stark steigende Zinsen könnten für einige Wohneigentümer zum Problem werden. Sollten die Hypothekarzinsen auf 5 Prozent steigen, müssten sich 16,6 Prozent von 1212 Befragten einschränken, um die Zinsen weiterhin bezahlen zu können. Weitere 7,6 Prozent könnten die Zinsen nicht mehr bezahlen, wie der Internetvergleichsdienst comparis.ch am Dienstag zu seiner Studie mitteilte. Momentan rechne zwar niemand mit Hypothekarzinsen von 5 Prozent, aber schon die Immobilienkrise Anfang der 1990er-Jahre wie auch die aktuelle Finanzkrise hätten viele auf dem falschen Fuss erwischt, erklärte comparis.ch-Bankenexperte Martin Scherrer.

Laut der Umfrage geben 62 Prozent der Befragten an, das zusätzliche Geld in irgendeiner Form wieder auszugeben. Die wichtigsten Ausgabeposten sind die eigene Wohnsituation (36 Prozent der Befragten), also zum Beispiel Renovationen oder Anschaffungen wie Haushaltsgeräte oder Möbel, und die Freizeit (28 Prozent), also Ferien, Kleider oder Restaurantbesuche. Dass der Konsum durch die tiefen Hypothekarzinsen gestärkt wird, sei erfreulich für die Gesamtwirtschaft und bestätige die Tiefzinspolitik der Nationalbank, sagte Scherrer. Müssten Wohneigentümer aber plötzlich vermehrt ihr Heim verkaufen, weil sie sich die Hypothekarzinsen nicht mehr leisten könnten, hätte das für den Immobilienmarkt fatale Folgen.

Mit 31 Prozent gibt knapp ein Drittel der Befragten an, das Geld zu sparen. Besonders gross ist der Anteil der Sparer in der italienischsprachigen Schweiz mit 42 Prozent. In der Deutschschweiz beträgt der Spareranteil 33 Prozent, in der Romandie nur 15 Prozent.

(sda)