Einigung mit Weko

05. September 2019 07:36; Akt: 05.09.2019 07:59 Print

Stöckli muss Strafe von 140'000 Franken zahlen

Wegen unzulässigen Preisabreden wurde gegen den Stöckli ermittelt. Jetzt hat sich die Weko und der Skihersteller geeinigt.

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Die Wettbewerbskommission (Weko) hat die Untersuchung gegen den Sportartikelhersteller Stöckli Swiss Sports mit einer einvernehmlichen Regelung abgeschlossen. Die hauptsächlich auf die Herstellung von Skis spezialisierte Firma bezahlt nun eine Busse wegen Preisabsprachen.

Zwischen der Firma Stöckli und ihren Skihändlern bestanden laut Weko zwischen Ende 2003 bis Ende 2018 unzulässige vertikale Preisabreden betreffend der Stöckli Skis. Die Händler verpflichteten sich, die Schweizer Verkaufspreise von Stöckli nicht zu unterbieten. Solche Vereinbarungen verstossen jedoch gegen das das Kartellgesetz, heisst es in der Weko-Mitteilung vom Donnerstag.

Stöckli habe mit der Weko bei der Aufklärung des Falls «voll kooperiert», was sich nun deutlich sanktionsmildernd ausgewirkt habe. «Wir haben uns nach intensiver Prüfung dazu entschieden, eine einvernehmliche Regelung mit der Weko zu akzeptieren und so die aufwändige Untersuchung zu beenden», teilte die Firma mit. Für die unzulässigen Preisabreden zahlt Stöckli dennoch eine Busse von rund 140'000 Franken.

Händler nun frei in Preissetzung

Das Unternehmen habe dieser Regelung mit der Weko zugestimmt und sich verpflichtet, den Händlern keine Mindest- oder Festverkaufspreise mehr vorzuschreiben. Damit seien die Händler frei in ihrer Preissetzung. Zudem seien auch der Umgang mit dem Online-Handel, Querlieferungen zwischen Stöckli Vertriebshändlern sowie der Direkt- und Parallelimport von Stöckli-Produkten einvernehmlich geregelt worden.

Es sei für Stöckli wichtig festzuhalten, dass die von der Weko bemängelten Sachverhalte weder die Kunden noch die Fachhändler benachteiligt hätten und für sie auch kein Schaden entstanden sei, heisst es in der Stöckli-Stellungnahme.

Stöckli ist auch bekannt als Ausrüster von Skiathleten wie Viktoria Rebensburg und Ilka Stuhec sowie der Schweizer Skirennfahrerin Jasmin Flury.

(woz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • PeterPan am 05.09.2019 09:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das liebe Kartell

    Weko, ist zum Lachen !! Benzin, Diesel, Energie, Medikamente, Nahrungsmittelkonzerne Banken etc. .....alles ist abgesprochen. Immer auf den Kleinen rumreiten und die Grossen werden geschont. Die Weko ist der Wirtschaft überhaupt nicht gewachsen, bzw. eine Alibiinstitution!!!

  • Dani M. am 05.09.2019 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    Und der Staat macht es nicht besser

    Solange die Preise in den Läden angeschrieben sind und jeder sie freiwillig zahlt? Skifahren ist ein teures Hobby, aber man kauft auch nicht jedes Jahr 10 paar neue Skis. Da stört es mich viel mehr, dass solche Geschäfte verurteilt werden, aber in Gemeinden, Städten, Kantonen, im Bund und im Militär diverse riesige Aufträge nach Lust und Laune vergeben werden an befreundete Unternehmer, das eigene Unternehmen, und sogar oft überrissene Preise bezahlt werden und das Volk alles bezahlen muss. Wo sind dort die Kontrollen? Mehrere Angebote zum Schein einholen gehört natürlich dazu...

  • Achso am 05.09.2019 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Realität zum Überleben

    Von Steuergeldern hochbezahlte Leute entscheiden über Produkte Preise von Firmen, die in der CH noch Arbeitsplätze anbieten und produzieren. Und ganz legal dürfen sie dann auch noch mit Bussen die Staatskassen füllen und entziehen den Unternehmen zusätzlich Geld (ohne Gegenwert). An die Pharma und Versicherungen trauen sich aber die selben Leute seit Jahren nicht heran. Bei der Pharma müssten sie gegen ein Bundesamt vorgehen, Dass kommt erst recht nicht in Frage!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Biker60 am 06.09.2019 13:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mindestpreise

    Aber solche Preisabsprachen sind doch normal? Wenn ich früher als Mailorder-Händler die Richtpreise des Herstellers nicht eingehalten respektive unterboten habe, wurde ich per sofort nicht mehr beliefert. Egal ob Computersoftware (zB. QuarkExpress) oder auch B&O HiFi-Anlagen. Medikamentenpreise sind ja auch geschützt ... aber lieber einen CH Hersteller mit hohen Bussen ruinieren. Sowas von sinnfrei

  • Darwin am 05.09.2019 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Mannmannmann...

    "...gegen den Stöckli ermittelt." "Jetzt hat sich die Weko und der Skihersteller geeinigt." Ja richtig. Zwei Parteien hat sich geeinigt. Wer schreibt sowas?

  • Swisslos am 05.09.2019 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    war ja klar!!!

    Sie kommen viel zu gut davon.

  • alfmir am 05.09.2019 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    warum dann die Busse ....?

    "Es sei für Stöckli wichtig festzuhalten, dass die von der Weko bemängelten Sachverhalte weder die Kunden noch die Fachhändler benachteiligt hätten und für sie auch kein Schaden entstanden sei..." Was für eine banale Rechtfertigung..

  • Oli C. am 05.09.2019 14:15 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Schaden???

    "Es sei für Stöckli wichtig festzuhalten, dass die von der Weko bemängelten Sachverhalte weder die Kunden noch die Fachhändler benachteiligt hätten und für sie auch kein Schaden entstanden sei." Der Kunde hat defacto einen fest vorgegebenen Verkaufspreis akzeptiert - dass man hier nun davon spricht, dass weder dem Kunden noch dem Fachhändler ein Nachteil entstanden sei, kann ich nicht nachvollziehen. Unter freier Marktwirschaft verstehe ich etwas anderes...