Weko-Untersuchung

23. Oktober 2018 21:30; Akt: 23.10.2018 21:30 Print

Hat Stöckli den Händlern tiefere Preise verboten?

von Isabel Strassheim - Der letzte grosse Schweizer Skihersteller Stöckli soll den Händlern die Verkaufspreise vorgeschrieben haben. Wohl damit andere nicht billiger als sie selbst sind.

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Die Hinweise aus dem Handel kamen schon im Sommer. Nach Vorermittlungen hat die Wettbewerbskommission nun zum Saisonstart ein Verfahren gegen Stöckli eröffnet. Der Hauptvorwurf: Die Händler hätten ihre Verkaufspreise nicht frei festsetzen können. Das Motiv: Dumpingpreise verhindern. Die Firma ist selbst stark mit eigenen Läden vertreten.

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Den Onlinehandel soll Stöckli ganz für sich zu sichern versucht haben: Andere Händler dürfen offenbar die Produkte der Firma gar nicht im Internet anbieten. «Das ist gegen den freien Wettbewerb», sagt Weko-Direktor Patrik Ducrey zu 20 Minuten. Stöckli hatte zunächst vorwiegend auf den eigenen Vertrieb gesetzt. Zuerst nur über eigene Läden, dann auch über ausgewählte Sportgeschäfte. Die müssen allerdings in grosser Distanz zu den eigenen Läden liegen.

«Keine Schadenfreude»

«Ich habe keine Schadenfreude über Stöckli, ich würde die Ski sofort in mein Sortiment nehmen, wenn ich dürfte», sagt der Chef eines kleinen Schweizer Sportgeschäftes. Die Schweizer Marke sei begehrt. Das hohe Ansehen liege wohl auch am vergleichsweise hohen Preis. Dass Stöckli keine Billigaktionen dulden soll, könnte damit zu tun haben: «Einen runtergeschriebenen Ferrari würde kaum einer wollen.»

Das Angebot im Sporthandel ist riesig und der Preisdruck enorm, egal ob online oder in den Läden. Stöckli dagegen hält die Zahl der Händler extrem klein: Zurzeit sind es in der Schweiz 93 Filialen, in denen Stöckli seine Sportartikel verkauft oder vermietet. Dazu zählen auch die eigenen 15 Sportläden.

Wohl auch Verkauf zwischen den Händlern verboten

Auch den Verkauf zwischen den Stöckli-Händlern soll die Firma verboten haben. Mit solchen Querlieferungen können diejenigen Geschäfte, die weniger verkaufen, normalerweise ihre Ware an Händler weiterverkaufen, die noch mehr brauchen. Oder aber auch verramschen lassen. Allerdings sind Querlieferungen für kleine Händler nur wenig interessant – weil bei ihnen die Stückzahlen dafür schlicht zu gering sind.

Stöckli hat auf Anfrage von 20 Minuten bisher nicht zu den Vorwürfen Stellung genommen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wieso am 24.10.2018 00:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und Apple?!

    Also ich frage mich wie das bei Apple Produkten funktioniert? Da kostet ein neues Produkt überal auf den Rappen genau gleich viel!

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  • rigoletto am 23.10.2018 21:53 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das?

    Es gibt genuegend gute Ski auf dem Markt, dass man auch ohne Stoeckli leben kann.

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  • MeinSenf am 23.10.2018 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen erstaunt es?

    Habe letzten Winter Stöckli Ski im Ausland gemietet, wollte dann das gemietete Paar kaufen. Der Preis, den mir der Händler dafür nannte, war höher als der, den Stöckli für den gleichen Ski (neu!) im eignen Ausverkauf verlangte. Der Händler beschrieb mir glaubhaft, dass er Preisvorgaben von Seiten Stöckli habe selbst für Mietskis. Würde er davon abweichen und es käme raus, würde er nicht mehr beliefert. Stöckli hat damit einen guten Kunden verloren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • D_ArtagnanII am 24.10.2018 22:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Exklusivität

    Wäre dieses Vorgehen nicht überhaupt zu begrüssen? Die Menge für ein gutes Produkt begrenzt zu halten, nicht ins Dumping zu verfallen und eine anständige Marge generieren zu können, welche letztlich einer eher strukturschwachen Region zugutekommt? Ich glaube, dies hat einmal die Schweiz grossgemacht?

  • Peter Schmidt am 24.10.2018 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aldo Kuonen

    Wer auf Schweizer Qualität setzt, sollte sich bei AK umsehen.

  • Herr PAternoster Live us em Skiladen am 24.10.2018 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    keiner fährt heute mit Stöckli Ski runter

    • mäse am 24.10.2018 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Herr PAternoster Live us em Skiladen

      genau, weil es heute noch kein Schnee hat.

    • Pesche am 24.10.2018 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Herr PAternoster Live us em Skiladen

      Sorry aber der stöckli Slalom FIS Ski ist einer der Bessern. Aber sie führen wohl nie Rennen.

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  • Pilatus Ems & Stoecklifan am 24.10.2018 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    Neid der Erfolglosen!!

    Auf allen erfolgreichen CH-Firmen wird tuechtig rumgehackt!! Pilatus Flzg-Werke, EMS, Stoeckli etc. Es sind dann die gleichen Typen, welche dann jammern wenn dadurch Leute entlassen werden.

  • Snowli am 24.10.2018 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es musste so kommen.

    Schade, es musste aber fast so kommen. Die Geschäftsphilosophie von Stöckli ist sehr fragwürdig. Mit unprofessioneller Beratung und überteuerten Preisen können sie nur noch die Kunden überzeugen, denen es um die Marke auf dem Deckblatt geht und ich bezweifle, ob sie denn alle Topskifahrer sind! Auch die Preise für Rennfahrer werden erst dann fair angepasst, wenn man einen Namen hat, den man kennt. Und ja, ich bin Kaderfahrer mit vielen Skis, aber Stöckli ist keiner (mehr) dabei.

    • Dieter am 24.10.2018 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Snowli

      Genau so ist es..stöckli ist ein damenski..ein crack fahrt HEAD..ende!

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