Griechenland

23. Februar 2011 09:14; Akt: 23.02.2011 13:24 Print

Streik und Grossdemo gegen den Sparkurs

Im wirtschaftlich schwer gebeutelten Griechenland streiken viele Arbeitnehmer erneut. Bei Demonstrationen in Athen kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

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Griechische Lehrer protestieren gegen die Sparmassnahmen der Regierung. (Bild: Reuters)

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Bei dem landesweiten Streik gegen die Sparpolitik der griechischen Regierung ist es zu Ausschreitungen gekommen. Autonome griffen die Polizei am Rande einer zunächst friedlich verlaufenden Demonstration in der Hauptstadt Athen mit Brandflaschen und Steinen an.

Die Beamten setzten darauf Tränengas, Blendgranaten und Schlagstöcke ein, um die Randalierer auseinanderzutreiben. Gegen Mittag zogen mehr als 30000 Menschen in einem Protestmarsch durch die Innenstadt von Athen vor das Parlament.

Spitäler nur mit Notbesetzung

Proteste gab es nicht nur in Athen, sondern im ganzen Land. Ministerien, Ämter, Geschäfte und Schulen blieben geschlossen. Spitäler arbeiteten für 24 Stunden nur mit Notbesetzung. Keine Fähre lief am Morgen mehr aus Piräus zu den Inseln der Ägäis aus. Auch sämtliche Busse des Nahverkehrs in der Hauptstadt Athen und Eisenbahnen standen still.

Auch die Lehrer und die Journalisten traten in den Ausstand. Im Radio und Fernsehen gab es keine Nachrichten. Gegen Mittag traten auch die Fluglotsen für vier Stunden in den Streik. Es ist der elfte landesweite Streiktag seit Einführung der ersten Sparmassnahmen vor 13 Monaten.

Elfter Streik seit Sparmassnahmen

Die sozialistische Regierung des schuldengeplagten Landes hat trotz massiver Gegenwehr der Bevölkerung Lohn- und Rentenkürzungen sowie Steuererhöhungen beschlossen. Jetzt stehen weitere Kürzungen an - im Gegenzug für die 110 Milliarden Euro schweren Finanzhilfen von EU und Internationalem Währungsfonds.

Es ist der elfte landesweite Streik seit Einführung der ersten Sparmassnahmen vor 13 Monaten. Viele Arbeitnehmer haben in den vergangenen Monaten bis zu 20 Prozent ihres Einkommens verloren. Griechenland hat mehr als 340 Milliarden Euro Schulden und konnte bislang nur mit Hilfe der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) vor dem Bankrott gerettet werden.

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hatte am Dienstagabend bei einem Besuch in Berlin dafür geworben, der Reformfähigkeit seines Landes zu vertrauen. Griechenland werde seine Hilfen mit Zinsen zurückzahlen: «Das ist für uns eine Frage der Glaubwürdigkeit.»

(sda)