Arbeitskampf

06. Oktober 2009 18:17; Akt: 06.10.2009 18:25 Print

Studer-Mitarbeiter wehren sich für ihre Jobs

Über hundert Personen sind für die Mitarbeiter der Regensdorfer Radio- und Fernsehtechnologiefirma Studer Professional Audio in Zürich auf die Strasse gegangen. Vor dem Opernhaus demonstrierten sie erneut gegen Entlassungen und die Verlagerung von Arbeitsplätzen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach Angaben der Gewerkschaft UNIA nahm am Dienstagabend ein grosser Teil der bis vor kurzem 100-köpfigen Studer-Belegschaft Teil. Die Demonstranten wollen nicht hinnehmen, dass voraussichtlich weitere 65 Arbeitsplätze nach England verlagert werden. Die Traditionsfirma mit Sitz in Regensdorf ZH war als Studer Revox bekannt geworden und gehört heute zum multinationalen Informations- und Unterhaltungskonzern Harman.

Verkehrsbehinderungen

Die Demonstranten forderten den Zürcher Regierungsrat auf, sich für die Arbeitsplätze in Regensdorf einzusetzen. 35 Arbeitnehmer sind in Regensdorf bereits entlassen worden. Der rund eine Stunde dauernde Demonstrationszug bewegte sich vom Opernhaus dem Limmatquai entlang zum Sitz der Zürcher Regierungsbehörden am Walcheturm. Es kam zu Verkehrsbehinderungen: Trams und Busse wurden umgeleitet.

Protestbriefe

Eine entsprechende Anfrage der Kantonsrats-Fraktionen von SP, Grünen/AL und EVP ist bisher vom Regierungsrat nicht beantwortet worden. Die Verlagerung der Arbeitsplätze der profitablen und erfolgreichen Firma sei wirtschaftlich nicht nachvollziehbar, hiess es von den Kantonsräten.

Am Montag hatten Studer-Mitarbeiter an der Poststelle Regensdorf 1 mehrere Protestbriefe an die Harman-Führung aufgegeben. Mit dem symbolischen Akt wiesen sie Verwarnungen seitens des Konzerns zurück, die nach einer ersten Protestaktion, der Arbeitsniederlegung am 22. September, ausgesprochen worden waren. Unterstützt werden sie von der Gewerkschaft Unia.

Studer beliefert Radio- und TV-Studios in der ganzen Welt mit massgeschneiderten Produkten. Harmann will die Schweizer Firma ihrer Tochter Soundcraft einverleiben, was die Trennung von Produktions- und Entwicklungsabteilung zur Folge hat und den Standort Regensdorf in Frage stellt.

(sda)