SAN Swiss Arms

03. Februar 2014 14:19; Akt: 03.02.2014 14:19 Print

Sturmgewehr-Produzent baut jede 2. Stelle ab

Die Firma SAN Swiss Arms kämpft ums Überleben. In der Schweiz fallen Stellen weg, das Mutterhaus ist mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert und bei einer Schwesterfirma gab es eine Razzia.

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Ein Fallschirmaufklärer-Rekrut hält ein Sturmgewehr 90 in den Händen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Die SAN Swiss Arms aus Neuhausen SH produziert als Nachfolgerin der SIG das Sturmgewehr 90 der Schweizer Armee und hat derzeit Probleme an allen Fronten.

Letzte Woche hatte etwa jeder Zweite der 34 Mitarbeiter die Kündigung im Briefkasten, berichtet das SRF-Wirtschaftsmagazin «ECO». Grund dafür seien die im internationalen Vergleich hohen Waffenproduktionskosten in der Schweiz, bestätigt die Geschäftsleitung. Gleichzeitig sei die Nachfrage nach Sturmgewehren und Pistolen eingebrochen. Wie viele Angestellte genau entlassen wurden und ob Zukunftspläne existieren, gab SAN Swiss Arms nicht bekannt.

Die Schweizer Armee bezieht das Sturmgewehr 90 von SAN Swiss Arms. Sollte das Unternehmen seine Dienste einst nicht mehr anbieten können, befürchtet der Schweizerische Büchsenmacher Verband einen Zusammenbruch des Schiesswesens mit dem Sturmgewehr 90, weil nur SAN Swiss Arms die Ersatzteile liefern könne. Darum macht sich die Armee keine Sorgen. Es gebe andere Hersteller, die solche Teile ebenfalls produzieren könnten.

Unbewilligte Pistolen-Lieferung

Auch das Mutterhaus des Schweizer Waffenproduzenten, die SIG Sauer Gruppe, macht Schlagzeilen. Wegen einer Lieferung von 70 Pistolen nach Kasachstan wurde bei einer Tochterfirma an der Ostsee eine Razzia durchgeführt. Eigentlich war dem Unternehmen die Bewilligung für das Geschäft verweigert. Der Deal soll über eine Filiale in den USA aber trotzdem abgewickelt worden sein. Es bestehe Verdacht des Verstosses gegen das Aussenwirtschafts- und Waffengesetz, bestätigte die Staatsanwaltschaft Kiel «ECO».

Und in Indien steht die SIG Sauer Gruppe im Visier der Behörden. Der Vorwurf: Korruption. Demnach soll SIG Sauer, wie andere Waffenhersteller auch, Gelder an indische Verantwortliche bezahlt haben, um Waffen verkaufen zu können. SIG Sauer und SAN Swiss Arms nehmen dazu keine Stellung.

Letztere will sich nun neu restrukturieren und versuchen, neue Aufträge zu gewinnen. Die Service-Verträge mit der Armee und die Dienste für die Schweizer Büchsenmacher wolle man weiterhin erfüllen, so das Unternehmen.

sentifi.com

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