20 Franken pro Fahrt

03. Juli 2014 19:35; Akt: 03.07.2014 19:35 Print

Subventionen sind für Uber «legitimer Ansatz»

von Yves Hollenstein - Die Taxi-App Uber unterstützt seine Fahrer mit 20 Franken pro Fahrt. Der Schweiz-Chef wehrt sich gegen den Vorwurf, damit den Markt zu verzerren. Das Geld kommt von Investoren.

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«Wir bewegen uns zu hundert Prozent im legalen Bereich»: Rasoul Jalali, General Manager von Uber Schweiz. (Bild: Michele Limina)

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Seit gut einem Monat sorgt Uber bei den traditionellen Zürcher Taxiunternehmen für grossen Unmut. Die US-Firma vermittelt Taxifahrten über eine App und ist so nach eigenen Angaben 30 bis 40 Prozent günstiger als ein herkömmliches Taxi. Beim 20-Minuten-Test war die Fahrt gar halb so teuer.

Wie «10 vor 10» aufgedeckt hat, sind solche Billigpreise möglich, weil Uber seinen Fahrern pauschal 20 Franken pro Fahrt zusätzlich bezahlt. Die Zürcher Taxifahrer zeigten sich empört. Uber sorge so für Dumpingpreise und untergrabe den hiesigen Markt.

Das sei so nicht richtig, wehrt sich der Schweiz-Chef von Uber, Rasoul Jalali, im Gespräch mit 20 Minuten. Jalali bestätigt zwar die 20 Franken Extrageld, doch das sei nur eine zeitlich limitierte Massnahme. Uber arbeite mit verschiedenen Anreizprogrammen für die Fahrer. «Damit stellen wir sicher, dass der Service auch in der Startphase vollumfänglich verfügbar ist und beim Kunden den sogenannten Wow-Effekt auslöst», sagt Jalali.

Milliardenschwere Investoren

Bei einem Produkte-Launch oder einer Markteinführung sei dies eine gängige Praxis bei Uber. «Das ist ein legitimer Ansatz», ist Jalali überzeugt. Das Geld dafür komme von einer ganzen Reihe namhafter Investoren. Darunter die Investorengruppe First Round Capital, die US-Bank Goldman Sachs und Google Ventures, der Investment-Arm des Online-Giganten Google.

Diese und andere Kapitalgeber buttern Milliarden von Franken in das in San Francisco gegründete Technologie-Unternehmen. Finanzexperten schätzen den Wert von Uber auf mindestens 17 Milliarden Dollar.

Wie lange die Fahrer noch Extrageld pro Fahrt bekommen, ist offen. Doch der Schweiz-Chef verspricht, dass die Preise auch nach Einstellung des Anreizprogrammes gleich tief bleiben.

Mehr Geld für Fahrer

Dies könne Uber, weil die Fahrzeuge viel besser ausgelastet seien als bei den herkömmlichen Taxiunternehmen. «Durch die App wird die Nutzung der Fahrzeuge effizienter, die Positionierung besser und die Abholzeit kürzer. Jeder Fahrer kann somit mehr Fahrten machen und verdient so auch mehr Geld», erklärt Jalali.

Um gegen die Konkurrenz von Uber zu demonstrieren, traten Taxifahrer in verschiedenen Städten wie London oder Paris in den Streik. In Zürich ist es noch nicht so weit, doch auch in der Limmatstadt fühlen sich die Taxifahrer von Uber bedroht. «Was wir machen, ist nichts anderes als ein Beleben des Marktes. Dass nicht alle Freude daran haben, ist logisch», sagt Jalali.

Es sei aber nicht so, dass Uber den hiesigen Taxifahrern nur Kunden wegnehme, gibt Jalali zu bedenken: «Durch unsere günstigeren Preise können sich auch die Leute ein Taxi leisten, denen dies früher zu teuer war.» Das seien Kunden, die die herkömmlichen Taxiunternehmen vorher gar nicht hatten.

Deal mit SBB?

Die Luft für die traditionellen Taxiunternehmen könnte dazu bald noch dünner werden. Gerüchten zufolge soll Uber kurz vor dem Abschluss eines Vertrages mit der SBB stehen. Die Gespräche laufen, bestätigt Jalali. «Beide haben starkes Interesse an einer Zusammenarbeit.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Felix müller am 03.07.2014 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zulange Kasse statt Qualität gemacht

    Tja, Wettbewerb schadet nicht, ich habe einige Male am Bahnhof Züri ein übertruertes Taxi bestiegen, Taxi war schmuddelig und der Fahrer konnte schlecht deutsch und Navi wurde für Zielsuche gebraucht... Sorry Züri Taxi, aber ihr habt verschlafen...

  • Miriam am 03.07.2014 20:19 Report Diesen Beitrag melden

    Technik verschlafen aber gewollt

    Ich verstehe den Unmut der Taxifahrer aber daran ist nicht Uber schuld sondern die Taxiunternehmer welche die Monopolstellung ausgenutzt haben und sich nicht weiterentwickelt haben; Fazit, der Fahrer verdient wenig Geld die Taxiunternehmer aber eine goldene Nase, das nennt man Ausbeutung. Taxiunternehmer sind gar nicht daran interessiert einen Optimalen dienst zu bringen, weil sie da investieren müssten und mehr KM und Zeit bringt mehr Geld vor allem für die Unternehmer aber nicht für die Taxifahrer.

    einklappen einklappen
  • Emilia am 03.07.2014 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja, haben halt verschlafen!

    Die anderen Taxiunternehmen hätten sich in den letzten 100 Jahren ja auch ein paar Gedanken machen können. Keine neuen Ideen weit und breit. Bloss weil die das verschlafen haben müssen die jetzt nicht motzen. Und es ist schon so, ich bin nie Taxi gefahren weil es mit zu teuer war. Jetzt kann ich es mir leisten. Also kein Kunde verloren gegangen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Müller am 04.07.2014 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    Nix tja

    Feindliche Übernahme, Uber (1.5 Mia schwer) subventioniert sein Produkt einfach solange bis ein Monopol geschaffen ist und den hiesigen Markt zerstört hat.

  • Alex M. am 03.07.2014 23:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dienstleistung

    Endlich bekommt das Wort Dienstleistung auch in der Schweiz ne Bedeutung.

  • sascha am 03.07.2014 22:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    winner !

    uber über alles! taxigewerbe soll sich umschulen lassen! weiter so UBER!

  • sbb?! am 03.07.2014 21:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mit SBB???!?!

    haha also wenn dieser Deal zustande käme, dann sind die Taxifahrten gleich dreifach so teuer wie herkömmliche...

  • renate am 03.07.2014 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    taxi taxi

    von Bülach nach Glattbrugg, 70fr wahnsinn!!!!! Einmal aber niemehr!!