Preiskampf

22. Mai 2014 07:52; Akt: 22.05.2014 09:44 Print

Sunrise mit weniger Umsatz und Gewinn

Der Preiskampf nagt weiter am Ergebnis von Sunrise. Die Auswirkungen der 2012 umgesetzten Preisreduktion im ersten Quartal 2014 seien nun deutlich spürbar, meldet der Konzern.

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Libor Voncina, CEO Sunrise, an einer Medienkonferenz im März 2014. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

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Der Umsatz sank im ersten Quartal um 3,4 Prozent auf 470,2 Mio. Franken. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) fiel gar um 6,6 Prozent auf 132 Mio. Franken.

«Im Gegensatz zum Vorjahresquartal waren die Auswirkungen der 2012 umgesetzten Preisreduktion im ersten Quartal 2014 nun deutlich spürbar», teilte der zweitgrösste Telekomkonzern der Schweiz am Donnerstag in einem Communiqué mit. Bis Ende März hätten bereits über 90 Prozent der Kunden auf die neuen, billigeren Preispläne gewechselt.

Zu Buche schlugen auch die aggressiven Subventionen von Konkurrentin Orange für Handys und Tablets. Weil Sunrise hier mitziehen musste, waren die Kosten für die Geräte höher als erwartet. Überdies stiegen die Marketingkosten, weil mehr Geld in die Werbung für neue Mobilfunkabos und für das TV-Angebot floss.

Dies habe auf Umsatz und Bruttogewinn gedrückt und konnte auch durch den erneuten Kundenzuwachs nicht vollumfänglich kompensiert werden. Sunrise gewann in den letzten zwölf Monaten 78'600 neue Abokunden und zählt mittlerweile 1,275 Millionen Abonnenten. Eine Reihe von Prepaid-Kunden wechselte zu den für Sunrise lukrativeren Abos, da diese Kunden mit den Pauschaltarifen unbeschwert telefonieren und surfen wollen.

Weniger Verlust

Trotz des tieferen Umsatzes konnte Sunrise unter dem Strich den Verlust markant eindämmen, weil die Abschreibungen für den Netzausbau geringer und das Finanzergebnis wesentlich besser ausfielen. Mit einem Minus von 3,2 Mio. Fr. war der Fehlbetrag deutlich kleiner als vor einem Jahr, als ein Reinverlust von 28,5 Mio. Fr. zu Buche gestanden hatte.

Im Mobilfunk sank der Umsatz um 4 Prozent auf 291,3 Mio. Franken. Um Gegensteuer zu geben, hatte Sunrise Anfang April neue Abos lanciert, bei denen die Kosten für den Handykauf von den Abogebühren entkoppelt sind.

Ist das Gerät einmal abbezahlt, würden fortan nur noch die Kosten für das Abo in Rechnung gestellt, hiess es. Damit will der Telekomanbieter den aggressiven Gerätesubventionen der Konkurrenz entkommen und Kunden locken.

Einbussen im Festnetz

Federn lassen musste Sunrise auch im Festnetz, das eine Umsatzeinbusse von 5,5 Prozent auf 127,5 Mio. Fr. hinnehmen musste. Hauptsächlicher Grund für den Rückgang sei der Verlust von Kunden und Einbussen in der traditionellen Sprachtelefonie, schreibt Sunrise im Quartalsbericht.

Auch im Internet verlor Sunrise erneut Kunden, unter anderem weil das Unternehmen im schlagzeilenträchtigen Rennen um die höchsten Surfgeschwindigkeiten zwischen der Swisscom und UPC Cablecom nicht mithalten kann. Hier sollen im Sommer neue Angebot kommen.

Dennoch stieg der Umsatz im Internetgeschäft um 7,1 Prozent auf 51,3 Mio. Franken. Schub gab das lukrative TV-Angebot, das die Kundenzahl von 50'000 auf 82'800 erhöhen konnte.

(sda)

sentifi.com

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