Widerstand der Aktionäre

22. Oktober 2019 06:57; Akt: 22.10.2019 10:53 Print

Sunrise sagt GV in letzter Minute ab

Eine Mehrheit der Aktionäre unterstützt die Kapitalerhöhung zur Finanzierung des 6,3 Milliarden-Kaufs von UPC nicht.

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Hat den Kaufvertrag mit der UPC-Mutter Liberty Global gekündigt: Sunrise. (Bild: Andrea Zahler) Eine deutliche Mehrheit der Aktionäre unterstützt den Kauf von UPC durch Sunrise nicht. Eine ausserordentliche Generalversammlung wurde deshalb in letzter Minute abgesagt. Wortführerin des Widerstands war die deutsche Grossaktionärin Freenet, die 24,5 Prozent an Sunrise besitzt. Verwaltungsratspräsident Peter Kurer erklärte: «Wir bedauern die Annullation der GV. Wir haben viel Zeit in die Gespräche mit unseren Aktionären investiert und sind weiterhin von den strategischen und finanziellen Gründen der Übernahme überzeugt». Im Februar 2019 die Ankündigung: Sunrise-CEO Olaf Swantee reisst sich UPC unter den Nagel. Obwohl es sich bei der Übernahme um einen milliardenschweren Deal handelt, bleibt erst mal alles so, wie es ist, wie Telecomexperte Ralf Beyeler von Moneyland zu 20 Minuten sagt. Da UPC vor allem im Bereich Sport-TV stark ist, wird Sunrise mit dem Kauf der Firma künftig mehr Inhalte anbieten – zum Beispiel Liveübertragungen von Eishockeyspielen. «Dank der Transaktion wird das neue Unternehmen unter dem Namen Sunrise auftreten», sagt Sunrise-Sprecher Rolf Ziebold zu 20 Minuten. Der Name UPC dürfte demnach verschwinden. Durch diesen Zusammenschluss erhält die Swisscom erstmals einen mächtigen Konkurrenten. Eine Fusion wird es UPC ermöglichen, über das Sunrise-Netz günstig 5G-Dienste anzubieten, was auch den Kunden in Form von niedrigen Preisen zugutekommen könnte.

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Der Widerstand grosser Aktionäre gegen den Kauf von UPC durch Sunrise hat Erfolg: Sunrise hat die für den morgigen Mittwoch angesetzte ausserordentliche Generalversammlung in letzter Minute abgesagt. Damit ist die Übernahme von UPC wohl geplatzt.

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Grund sei, dass eine deutliche Mehrheit der Aktionäre, die sich für die GV registriert hätten, die Kapitalerhöhung zur Finanzierung des 6,3 Milliarden-Kaufs nicht unterstütze, schrieb Sunrise am Dienstag. Mit der Zustimmung von UPC-Verkäuferin Liberty Global habe man das ausserordentliche Aktionärstreffen annulliert. «Der Aktienkaufvertrag (»Share Purchase Agreement«) hat ein 'Long-Stop'-Datum per 27. Februar 2020 und bleibt in Kraft, bis eine Partei ihn kündigt», hiess es weiter.

Tritt Sunrise-CEO Swantee nun zurück?

Ein womöglich gescheiterter Übernahme-Deal dürfte auch personelle Auswirkungen im Management von Sunrise haben. Unter anderem stellt sich die Frage, ob Olaf Swantee nun zurücktritt. Doch davon wollte der Sunrise-CEO Mitte Oktober noch nichts wissen. Damals sagte er im Interview mit 20 Minuten: «Mir ist klar: Es wird ganz knapp werden mit der Übernahme von UPC. Doch als CEO habe ich einen Plan A und kämpfe dafür. Ich denke nicht darüber nach, was eine Ablehnung für meinen Job bedeuten würde.»

Sehen Sie das ganze Interview mit Sunrise-Chef Olaf Swantee hier:

Wortführerin des Widerstands war die deutsche Grossaktionärin Freenet, die 24,5 Prozent an Sunrise besitzt. Freenet-Chef Christoph Vilanek kritisierte den Kaufpreis und die dazu nötige Kapitalerhöhung von 2,8 Milliarden Franken als zu hoch. Auch die Struktur des Deals sei nachteilig für die Sunrise-Aktionäre.

6,3 Milliarden sind «Irrsinn»

Zudem sieht er den strategischen Sinn der Übernahme nicht mehr. Wegen der neuen Mobilfunkgeneration 5G lohne sich der Kauf des UPC-Kabelnetzes für so viel Geld nicht. Dafür 6,3 Milliarden Franken auszugeben, sei «Irrsinn». Ins selbe Horn stiess der aktivistische Aktionär Active Ownership Capital (AOC). Unerwartet war, dass sich der einflussreiche Stimmrechtsberater ISS dem Nein-Lager anschloss.

Verwaltungsratspräsident Peter Kurer erklärte: «Wir bedauern die Annullation der GV. Wir haben viel Zeit in die Gespräche mit unseren Aktionären investiert und sind weiterhin von den strategischen und finanziellen Gründen der Übernahme überzeugt».

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • himiko am 22.10.2019 07:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was soll das denn?

    achso d.h. man macht eine gv nur, wenn das gewünschte resultat garantiert ist!?

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  • Chris am 22.10.2019 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abogebühren Abzocke

    Wenn Sunrise so viel Geld in UPC investieren kann so muss ich mich schon fragen ob ich all die Jahr nicht viel zu viel an Gebühren bezahlt habe....

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  • Phil W am 22.10.2019 07:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kurer hat Angst

    Neben der Angst vor dem Nein fürchtet sich Kurer vor dem persönlichen Rausschmiss. Dieser wurde ja als Traktandum beantragt. Sunrise sollte organisch mit Innovativen wachsen, UPC schrumpft.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bartli am 28.10.2019 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    British stile

    Sollten denn doch noch Köpfe rollen genügt Anruf, werden dann zur Dekoration für naheliegende 5G-Antennen abgeholt. Ein wenig schwarzer Humor, nehmet es mir nicht übel.

  • Urs F. am 23.10.2019 21:28 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre die GV nicht abgesagt worden .....

    wäre der Total-Versager Dr. Peter Kurer (er hatte sowohl bei der Swissair- als auch bei der UBS-Pleite tatkräftig mitgeholfen!) an dieser GV abgewählt worden. War mit ein wesentlicher, erwähnenswerter Grund für die Absage!

  • Jen. am 23.10.2019 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    Bin froh

    In meiner Wohnung gibt es nur eine Option für schnelles Internet und die wird nur von der UPC betrieben. Sunrise wäre meine letzte Wahl da die Preise noch gesalzener als bei der Swisscom sind (oder waren) und ich schlechte Erfahrungen gemacht hab. Passt mir gut wen alles beim alten bleibt.

  • Malo am 22.10.2019 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Ich finde Sunrise sollte aus dem Deal aussteigen. Den wichtig ist das die Dividenden weiterhin gut bleiben. Ein Unternehmen muss man auf Erfolg halten und nicht wieder alles bachab schicken. Ich bin ein massiver Gegner eines zusammenschlusses.

    • marko 34 am 23.10.2019 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Malo

      Leider

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  • peter am 22.10.2019 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    kein ende in sicht

    der gesamte VR und CEO müssten per sofort zurück treten.