Medien

22. September 2016 12:30; Akt: 22.09.2016 15:18 Print

Supino neuer Präsident des Verlegerverbandes

Der Tamedia-Verwaltungsratspräsident folgt auf den abtretenden Hanspeter Lebrument.

storybild

Will Ringier zurück ins Boot holen: Pietro Supino an der Service-Public-Konferenz des Verbandes Schweizer Medien. (7. September 2016) (Bild: Keystone/Marcel Bieri)

Fehler gesehen?

Die Mitgliederversammlung des Verbandes Schweizer Medien hat am Donnerstag Pietro Supino, Verleger und Verwaltungsratspräsident der Tamedia, die unter anderem auch den «Tages-Anzeiger», «Der Bund», die «Berner Zeitung» und «20 Minuten» herausgibt, einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt. Der bisherige Präsident, Hanspeter Lebrument, wurde zum Ehrenpräsident ernannt.

Nach 13 Jahren an der Spitze des Verlegerverbandes zeigte sich Lebrument in seiner Abschiedsrede überzeugt, dass die Medienbranche in einem respektablen Zustand ist. Es brauche aber auch künftig gute Rahmenbedingungen für die privaten Medien in der Schweiz.

Eine Absage erteilte Lebrument Schutzwällen und einer staatlich abgesicherten Konkurrenz. Nötig sei stattdessen publizistische Vielfalt. Nur so liessen sich Innovationen anstacheln und die Standortqualität der privaten Medien stärken.

Digitale Herausforderung

In einem am Donnerstag im «Bündner Tagblatt» publizierten Interview äusserte sich Lebrument zudem zur Ungewissheit, die der digitale Schritt der Medien mit sich bringe. Heute stehe in den Verlagen der ganze analoge Geschäftsbereich mit all seinen Printprodukten zur Diskussion – das habe es in seiner ganzen 45-jährigen Karriere als Journalist und Verleger noch nie gegeben. Bisher hätten Veränderungen nur innerhalb des Analogen stattgefunden.

Ob es in 20 Jahren noch gedruckte Medien gebe, wisse niemand. Noch über längere Zeit verschont von der Digitalisierung werde der Lokaljournalismus. In den Lokalzeitungen lese er viele Artikel und Geschichten, die sonst nirgends zu finden seien: «Da kann ich googeln wie ich will.»

«Ein Schuss in den Rücken»

«Nur übers Geld» könne der Expansion der SRG Einhalt geboten werden, erklärte der Verleger. Heute habe die SRG das Mass, was eine öffentlich-rechtliche Anstalt zur Erfüllung des Service-public-Auftrages zu tun habe, überschritten. Trotzdem glaubt Lebrument, dass «das Land eine SRG braucht» und die «No Billag»-Initiative keine grosse Chance beim Stimmvolk haben wird.

Was ihn «persönlich fuchst», sei, dass die SRG bereits letztes Jahr im Abstimmungskampf um das neue Radio- und Fernsehgesetz zusammen mit Swisscom und Ringier eine neue Werbeallianz eingefädelt habe. Das sei ein «Schuss in den Rücken des Verlegerpräsidenten» gewesen, den er nicht vergessen werde.

Lebruments Nachfolger als Verlegerpräsident, Pietro Supino, versprach in seiner Rede Kontinuität. Wichtig seien ihm unter anderem Medienfreiheit, die Aus- und Weiterbildung sowie die Verhandlungen über einen neuen GAV. Einsetzen will sich Supino ferner dafür, dass Ringier in den Verband zurückfindet.

(thu/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Carlo am 22.09.2016 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht auf das Niveau von TA MEDIA

    Ich hoffe nicht, dass das Niveau der Schweizer Medien nun auf das Niveau von TA MEDIA fällt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Carlo am 22.09.2016 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht auf das Niveau von TA MEDIA

    Ich hoffe nicht, dass das Niveau der Schweizer Medien nun auf das Niveau von TA MEDIA fällt.