Uhrenmesse

29. Juli 2018 13:33; Akt: 29.07.2018 13:33 Print

Swatch Group steigt bei Baselworld aus

Die Luxusmesse Baselworld verliert mit der Swatch Group ihren grössten Aussteller. Die Zukunft der Messe ist damit ungewiss.

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Die Schmuck- und Uhrenmesse Baselworld schrumpft weiter: Mit der Swatch Group verlässt der bisher grösste Aussteller die Uhren- und Schmuckmesse in Basel. Das Unternehmen mit einem Messebudget von über 50 Millionen Franken habe beschlossen, ab 2019 nicht mehr an der Baselworld präsent zu sein, erklärte Konzernchef Nick Hayek der «NZZ am Sonntag».

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Traditionelle Uhrenmessen seien für Swatch nicht mehr sinnvoll, begründete Hayek den Rückzug. Sein Unternehmen hatte während Jahren mit fast allen seinen 18 Marken teilgenommen. Zuvor hatten sich bereits Hermès, Ulysse Nardin und Girard-Perregaux der SIHH-Uhrenmesse in Genf angeschlossen.

Nicht der einzige Rückzug

Kritische Stimmen aus der Branche verlangen unter anderem neue Ansätze bei der Organisation und der Durchführung der Messe. In Basel waren dieses Jahr mit 650 Ausstellern nur noch halb so viele wie im Vorjahr dabei. Mit dem Rückzug von Swatch steht der Zeitung zufolge auch die Zukunft der Messefirma MCH auf dem Spiel, die sich zur Hälfte im Besitz der drei Kantone Basel-Stadt, Basel-Land und Zürich befindet.

Uhrenbranche im Aufwind

Liess sich in den vergangenen Jahren der Rückgang zum Teil mit der schleppenden Konjunktur, der schwächeren Nachfrage nach Uhren und dem Hype um Smartwatches erklären, trifft dies nun nicht mehr zu: Seit Anfang Jahr haben die Exporte der Schweizer Uhrenindustrie um 10,5 Prozent auf über 10 Milliarden Franken zugelegt.

Laut der Zeitung habe sich in den letzten Jahren vieles in der Uhren-Branche geändert: Der direkte Kontakt zum Konsumenten sei im Zeitalter von Online-Marketing und Social Media bedeutender geworden. Die meisten Marken hätten sich längst international aufgestellt und betrieben in Ländern wie China, Japan oder USA eigene Niederlassungen. Damit hielten sie den Kontakt zu den Händlern vor Ort aufrecht, ohne dass diese in die Schweiz reisen müssten.

Eintrittspreis sei überrissen

«Es ist klar, dass sich die Messe neu erfinden und sich dem 21. Jahrhundert anpassen muss», sagte etwa Jean-Claude Biver, Chef der LVMH-Uhrendivision, im März im Gespräch mit CNN Money. «Es braucht mehr Diskussionen, Konferenzen, Animationen und Foren», sagte Biver. Die Messe solle mehr unternehmen, um das Publikum anzusprechen – der Eintrittspreis von 60 Franken sei überrissen und lächerlich.

Messechef Michel Loris-Melikoff will die Messe 2019 «möglichst attraktiv in einem neuen Stil und in einer neuen Denkart durchführen». Er lasse dabei nichts unversucht, Swatch doch noch zu halten. Wesentliche Neuerungen seien für 2020 vorgesehen.

(vay/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • S.Box am 29.07.2018 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mehr Zeitgemäss

    Ich denke die Messe Basel muss sowieso über die Bücher! Ihre überrissenen Standpreise und auch die Arrogante Art zieht nicht mehr! Die Hotels und jeder der seine Wohnung masslos überrissenen Preisen vermietet wird auch über die Bücher müssen! Die Raffgier war to much! Zeiten haben sich geändert!

  • Karl am 29.07.2018 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verzockt

    Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht... erratische Preise, kein Mehrwert, abgehobene Gesellschaft. Soll es so sein.

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  • eintagsfliege am 29.07.2018 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    chapeau !

    als kundin begrüsse die entscheidung der swatch group. es ist zu hoffen, dass die organisatoren der uhrenmesse baselworld, nach diesem verzicht begreifen, dass sie "über die bücher" müssen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Küde am 31.07.2018 00:30 Report Diesen Beitrag melden

    Viel zu teuer!

    Wen wundert es? Als Werbeleiter einer mittleren KMU stellten wir jahrelang an der Ineltec aus. Vor dem Neubau der neuen Hallen war es das reinste Chaos. Ständig wurde uns ein neuer Platz zugeteilt. Später waren wir wieder in der Halle 1. Tolle Sache aber Teuer! Der nackte m2 kostet 250.--. Also bei 100m2 25'000 CHF. Dazu kommen Strom, Wasser, Abwasser, Abfall, Wasser und Elektro Anschluss und vieles mehr. Das kostet zusätzlich Extrem. Auch das Internet kostet zusätzlich. Jetzt kommt noch der eigentliche Standbau dazu, dann sind wir locker bei 50-65'000CHF. Und das für 4 Tage. Rechne!

  • Samu am 30.07.2018 22:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich unterstütze den Entscheid

    Die Messeveranstalter hüben wie drüben melken die Aussteller nur ab. So können es nur noch grosse leisten sich präsentieren. Den kleinen geht die Rechnung nicht mehr auf. Und da kann ich Swatch nur Gratulieren das sie als grosser auch nicht mehr mitmachen. Das holt hoffentlich die Veranstallter vom hohen Ros, so das StartUp und klein Firmen sich eine Messe aus Aussteller leisten können.

  • Martial2 am 30.07.2018 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Ausland auch dasselbe...

    Zu viele Ausstellungen und Messen, vor allem immer wieder das Gleiche, zu wenig innovativ, kreativ und einfallsreich. Mit der Zeit verleiden sämtlichen Ausstellungen, inkl. Auto Salon in Genf; wir waren öfters dort, aber irgendwann genügt es!!

    • Mathias am 30.07.2018 20:15 Report Diesen Beitrag melden

      Der Wahnsinn mit den Auto-Shows

      Früher gab es Detroit, Genf, Frankfurt/Paris im Wechsel und Tokio als die offiziellen, von der FIA abgesegneten internationalen Shows. Das war ein erträglicher Kalender. Dann kamen die Chinesen mit Shanghai, Gangzhou und Peking ins Spiel - die Amerikaner haben darob die Regionalshows in LA und NY aufgewertet und Deutschland wollte zu Frankfurt noch Leipzig gesellen. Ach, und Spanien wollte auch ein Stück vom Kuchen, also alle ab nach Barcelona. Ja, und Autohersteller müssen neuerdings auch an die CES in Las Vegas. Dazu kommen Anlässe wie in Goodwood, Monterrey, Como usw. Das ist doch Wahnsinn.

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  • Martial2 am 30.07.2018 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuviel Ausstellungen...

    Baselworld, ja was solls, alles ist zu viel mit der Zeit. Nur sehr schade ist es um die MUBA eine hundertjährige Tradition ist leider zu Ende gegangen. Ich war schon anno 1948 mit meinen Eltern dort!

  • S. Örgeli am 30.07.2018 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es kommt was auf uns zu!

    Das ist traurig und ein erster Schatten vom Internet. Online-Shopping ist der Industrie- und Arbeitsplatzkiller.