Hayek vs. Grübel

10. März 2011 16:02; Akt: 10.03.2011 16:48 Print

Swatch reicht Klage gegen UBS ein

von S. Spaeth - Der Streit zwischen Swatch und der UBS geht in die nächste Runde. Die Uhrenherstellerin hat vor dem Züricher Handelsgericht eine 107-seitige Klage deponiert. Swatch ist bereit bis vor Bundesgericht zu ziehen.

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Streiten sich um 30 Millionen Franken: Swatch-Chef Nick Hayek und UBS-CEO Oswald Grübel. (Bild: Keystone)

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Beim Zwist zwischen Swatch und der UBS geht es um die Summe von 25 Millionen Franken. Soviel Geld hatte die Uhrenherstellerin während der Wirtschaftskrise mit sogenannten Absolut-Return- und Kapitalschutz-Anlagen der UBS verloren. Diese hätten eigentlich in jeder Marktsituation eine positive Rendite erzielen sollen.

Gestern hat die Swatch Group nun eine 107-seitige Klage gegen die Grossbank vor dem Zürcher Handelsgericht eingereicht. «Wir fordern mit Zinsen 30 Millionen Franken», sagte der Swatch-Vertreter Daniel Fischer zu 20 Minuten Online. Auf diese Summe hatte Swatch die UBS bereits Ende April 2009 betrieben. Die UBS bestätigt den Eingang der Klage, will sich aber nicht weiter dazu äussern. «Wir werden unsere Position zum richtigen Zeitpunkt klar darlegen», so Sprecherin Dominique Scheiwiller.

Die Anwaltskanzlei Fischer & Partner hat laut eigenen Angaben während Wochen an der Klage gearbeitet und rechtliche Aspekte dargelegt, die bisher noch nicht beleuchtet wurden. Worum es sich genau handelt, wollte Fischer aus taktischen Gründen nicht verraten.

Keine Angst vor grossem Gegner

Hätte der Weltkonzern Swatch – bekanntlich kein unwissender Kleinanleger – nicht im Bild sein sollen über mögliche Verluste der UBS-Kapitalschutz-Produkte? Fischer verneint. Die Swatch Group sei nicht genügend über die Risiken aufgeklärt worden. Die Uhrenherstellerin ist sich ihrer Sache sicher. Sie ist bereit den Streit mit der UBS bis vor Bundesgericht weiter zu ziehen.

Angst vor dem grossen Gegner UBS hat Fischer nicht. «Ich bin zuversichtlich und glaube an meine Fälle», meint Fischer. Die Grossbank mache ihm nicht sonderlich viel Eindruck. Der Zürcher Wirtschaftsanwalt hatte vor Gericht bereits erfolgreich Geschädigte im Fall der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers vertreten und für sie Entschädigungen von rund 150 Millionen Dollar erstritten.

Aussergerichtliche Einigung?

Die beiden Parteien hatten im Herbst des letzten Jahres versucht, sich aussergerichtlich zu einigen. Die UBS blieb aber hart und schloss die Möglichkeit eines Vergleichs aus. Dennoch ist es nicht sicher, dass sich Swatch-Chef Nick Hayek und UBS-Boss Oswald Grübel bald vor dem Zürcher Handelsgericht zum Kampf der Giganten treffen.

«Oft wird eine Klage nur vorbereitet und eingereicht, um weiter Druck aufzubauen», sagte Wirtschaftsrechtsprofessor Peter V. Kunz bereits im Januar zu 20 Minuten Online. Der Professor ist überzeugt, dass ein Prozess im Interesse beider Parteien besser vermieden würde, da er der Reputation beider schade.