Internes Dokument

06. März 2019 13:54; Akt: 06.03.2019 16:41 Print

Swiss Re streicht Wörter «Mann» und «Frau»

Bei Swiss Re gilt, Worte wie «Ehemann», «Ehefrau» und «Heirat» zu vermeiden. Das steht in einem internen Dokument des Versicherers.

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Wie sollen Mitarbeiter miteinander reden? Diese Frage beantwortet der Schweizer Rückversicherer Swiss Re in einem internen Dokument, dass die Mitarbeiter abrufen können. Darin heisst es, Angestellte sollten Worte wie «Ehemann» und «Ehefrau» vermeiden und auch nur dann von «Heirat» sprechen, wenn das nicht diskriminierend gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften wirken könnte.

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Im Dokument, das dem Finanzblog «Inside Paradeplatz» vorliegt, heisst es weiter: «Vermeiden Sie den generellen Einsatz von geschlechtsspezifischen Pronomen ‹er/sie› oder Familienbezeichnungen wie ‹Mutter›, ‹Vater›, ‹Bruder», ‹Tante› und ‹Onkel›, ausser es ist bekannt, dass diese Worte von bestimmten Personen bevorzugt werden und niemanden ausschliessen.» So richtig verboten sind die Begriffe aber nicht – im Code of Conduct heisst es stattdessen «nicht bevorzugt».

Programm «Diversity and Inclusion»

Das Dokument ist Teil des Programms «Diversity and Inclusion» von Swiss Re. Dieses wird von CEO Christian Mumenthaler geleitet und soll laut dem Finanzblog einiges kosten. Swiss Re verrate aber nicht, wie viel genau.

Seitens der Belegschaft kommt die Sprachempfehlung laut dem Blog gut an. Im Intranet von Swiss Re gebe es regelrechte Begeisterungsstürme.

Ablenkung vom Auslagerungsprogramm

Der Finanzblog kritisiert allerdings: Während man sich um Diversität kümmere, lenke man von der Tatsache ab, dass bei der Swiss Re ältere Mitarbeiter derzeit den Job verlieren. Dies, nachdem sie im Rahmen eines Auslagerungsprogramms jeweils junge Inder eingearbeitet hätten.

Grund für die Massnahmen seien die schlechten Zahlen: Die 400 Millionen Dollar seien ein «miserables Ergebnis». Um die Dividenden für die Aktionäre hochzuhalten, baue die Firma in Zürich Stellen ab. Die Swiss Re dementiert allerdings: Aussagen hinsichtlich eines Auslagerungsprogramms oder eines Stellenabbaus in Zürich seien falsch.

(rkn)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dimetrius am 06.03.2019 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Total irre

    Jetzt nähern wir uns aber im Galopp dem Schwachsinn: Was wäre dann zum Beispiel mein Vater? Etwa der/die legal anvertraute Partner/-in der Person, der/die mich zur Welt gebracht hat? Etwas umständlich, oder?

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  • Donna M. am 06.03.2019 14:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Sorry, aber das ist doch nicht mehr normal. Bald dürfen wir gar nichts mehr sagen, ohne, dass sich gleich jemand benachteiligt fühlt. Ich habe für einiges Verständnis. Aber das geht definitiv gar nicht.

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  • schweizer Q am 06.03.2019 14:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bald Reden verboten?

    Wir bald übliches Reden verboten?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dust1 am 06.03.2019 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Form

    Vielleicht ist es besser so, so können wir uns nicht mehr mit einer Rolle/einem männlichen/weiblichen Namen identifizieren. Worte sind so oder so Form und daher vergänglich, selbst wenn man es archiviert. Es gibt weniger Konflikte, da sich niemand mehr wirklich angesprochen fühlt, aber dadurch vielleicht auch mehr Verwirrung, da niemand sich wirklich angesprochen fühlt. Dann ist das Wort auch nicht mehr so stark, wie es zurzeit scheint. Aber das ist dem Ego wieder nicht OK und sorgt darum für Konflikte. Ach was weiss ich schon...

  • Jan S. am 06.03.2019 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Neusprech

    Ich komm nicht mehr um die Frage herum ob George Orwell eine Glaskugel hatte. Lest oder schaut euch bitte 1984 an. Und dann stellt Euch zusätzlich die Frage warum immer mehr Hebel betätigt werden um Waffengesetze zu verschärfen? Das eine bedingt das andere. Schöne neue Welt.

  • Jonenbach am 06.03.2019 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Swiss Re

    Galoppierender Schwachsinn des sogenannten Führungspersonals. Ich habe grösste Bedenken was die Zukunft der Schweiz betrifft. In einigen Jahren sind nur noch Tauchsieder im Einsatz, welche sich gegenseitig in wichtige, einflussreiche Positionen hieven.

  • Ricoslide am 06.03.2019 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn

    Hoffentlich wird in dieser Chefetage noch Sinnvolleres als dieser Mist produziert. Bald ist Kommunizieren nicht mehr möglich ohne gleich im Knast zu landen.

  • So isses! am 06.03.2019 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Auslagerungsprogramm der Swiss Re

    Dass ältere Mitarbeitende bei Swiss Re rausgemobbt werden, erzählt man sich schon länger. Man gehe einmal im Personalrestaurant der Swiss Re Mittagessen. Es fällt, dass man dort fast keine Mitarbeiter mit grauen Haaren sieht .... die Inder arbeiten halt billiger! Swiss Re: Aussen hui, und innen pfui! Leider.