Homosexuellen beleidigt

23. Juni 2019 08:26; Akt: 23.06.2019 11:06 Print

«Hässliche Schwuchtel» – Swiss verurteilt

Eine Mitarbeiterin der Swiss hat einen serbischen Schönheitschirurgen wegen seiner Homosexualität diskriminiert. Die Fluggesellschaft muss Schadenersatz zahlen.

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Die Fluggesellschaft Swiss verliert einen jahrelangen Rechtsstreit. Das höchste serbische Gericht in Belgrad urteilt, dass eine Mitarbeiterin der Airline den serbischen Schönheitschirurgen Marko Lens wegen seiner Homosexualität diskriminiert hat.

Wie Recherchen der Redaktion Tamedia ergaben, soll die Mitarbeiterin Lens unter anderem als «ugly faggot» (hässliche Schwuchtel) beleidigt haben. Bereits vor knapp einem Jahr wurde die Swiss wegen dieses Falls für schuldig befunden, sie zog das Urteil aber weiter. Nun wurde die Fluggesellschaft letztinstanzlich zu einer Schadensersatzsumme von umgerechnet 5000 Franken verurteilt.

Lens verfolge «eigennützige Ziele»

«Swiss akzeptiert das Urteil, ist aber der Ansicht, dass es inhaltlich falsch ist», sagte eine Sprecherin laut Bericht zum letztinstanzlichen Urteil in Serbien. Sie bezeichnet Lens als Einzelperson, die «eigennützige Ziele verfolgt». Zu den Details des Tatverlaufs will sich die Swiss nicht genauer äussern. Den Vorwurf, man würde Homosexuelle diskriminieren, weist die Fluggesellschaft aber weit von sich.

Es bleibt unklar, weshalb die Mitarbeiterin den Serben derart beleidigt hat – Gerichtsunterlagen aus Österreich legen allerdings den Schluss nahe, dass der Schönheitschirurg selbst nicht ganz einfach ist im Umgang. In einem anderen Prozess sprach ein Gericht in Wien von einem «auf Erfüllung von Sonderwünschen abzielenden Verhalten des Klägers».

(scl)

sentifi.com

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