Zu wenig Piloten

20. Februar 2011 10:43; Akt: 21.02.2011 13:39 Print

Swiss muss Flüge streichen

Wegen akutem Mangel an Piloten greift die Swiss zu drastischen Massnahmen: Sie streicht ab Anfang März Flüge nach New York.

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Weil ihr Piloten fehlen, nimmt die Fluggesellschaft Swiss in der ersten Märzwoche Flüge aus dem Flugplan. Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel bestätigte am Sonntag einen entsprechende Bericht der «NZZ am Sonntag».

Bedingt durch den allgemein tiefen Personalbestand im Pilotencorps und der schwierigen Ferienplanung habe sich für die erste Märzwoche ein Engpass beim Cockpitpersonal abgezeichnet. Um bei Krankheitsfällen nicht kurzfristig Flüge ausfallen lassen zu müssen, habe man einzelne Verbindungen lieber frühzeitig abgesagt und die gebuchten Passagiere informiert, sagte Donzel.

Betroffen sind Flüge nach New York

Gestrichen hat die Swiss eine der vier täglichen Verbindungen, welche die Fluggesellschaft von Zürich oder Genf aus nach New York und wieder zurück anbietet. Alle von der Streichung betroffenen Passagiere hätten auf andere Swiss-Flüge oder auf Verbindungen der Lufthansa via Frankfurt umgebucht werden können.

Der knappe Personalbestand ist auch Thema der laufenden Gespräche zwischen den Piloten und der Fluggesellschaft um einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV). Erste Verhandlungen waren kurz vor Auslaufen des bisherigen GAVs Ende Dezember gescheitert, worauf eine Übergangsregelung für drei Monate bis Ende März getroffen wurde. Während die Swiss daran interessiert ist, ihre Personalengpässe zu mildern, fordern die Piloten bessere Arbeitsbedingungen.

100 neue Piloten

Die Fluggesellschaft Swiss will in diesem Jahr rund 250 neue Stellen schaffen. Mehr Personal benötigt das Unternehmen vor allem bei den Flugbegleitern und für die Cockpits, wie Swiss-Chef Harry Hohmeister im Interview mit dem aktuellen «Migros- Magazin» sagte.

Rund 100 der 250 Arbeitsplätze sollen für Piloten entstehen, wie Swiss-Sprecherin Sonja Ptassek am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Die Aufstockung betreffe das ganze Corps, also sowohl Piloten für Lang- als auch Kurzstreckenflugzeuge. Probleme, neue Piloten zu finden, habe die Swiss nicht. «Wir haben viele Bewerber», sagte Ptassek.

Harry Hohmeister gab im Interview auch eine Schätzung zu den Kosten ab, die dem Lufthansa-Tochterunternehmen wegen der politischen Umwälzungen in Ägypten entstanden: «Ich schätze, es waren ein bis zwei Millionen Franken, denn wir führten unser Flugangebot weitgehend durch», sagte Hohmeister.


(sda)