Luftfahrt

04. Februar 2011 08:01; Akt: 04.02.2011 08:59 Print

Swiss setzt auf Maschinen

von Johanna Wedl, SDA - Weltneuheit am Flughafen Zürich-Kloten: Passagiere, die mit Swiss fliegen, können ab kommendem Montag ihr Gepäck ohne fremde Hilfe aufgeben.

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Das Gepäck selber einchecken ist für Swiss-Passagiere am Flughafen Zürich-Kloten neu möglich. (Bild: Keystone)

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Maschine statt Mensch: Das neuste Modell der so genannten «Bag-Drop»-Maschine prüft Zürich als erster Flughafen weltweit bis Ende Juli, wie Markus Riziotis, Projektverantwortlicher bei der Flughafen Zürich AG, am Donnerstag vor den Medien sagte. Gemäss Riziotis kostet die Probephase den Flughafen insgesamt rund 100 000 Franken.

Während dieser Phase können nur Swiss-Passagiere den Service nutzen. Wer sein Gepäckstück selbst aufgeben möchte, legt es auf ein Förderband. Nachdem der Rucksack, die Tasche oder der Koffer gewogen worden ist, muss der Passagier persönliche Daten eingeben. Danach druckt die Maschine eine Etikette aus, die der Reisende um das Gepäckstück klebt, bevor das Band es weiterbefördert.

Vor allem für Vielflieger

Will ein Passagier vom Angebot Gebrauch machen, muss er ein elektronisches Ticket haben: Das heisst, dass sich der Reisende zuvor im Internet, via Smartphone oder am «Kiosk» - dem Check-In- Automaten am Flughafen - selbst einchecken muss. Bei der Swiss täten dies bereits siebzig Prozent der Passagiere, sagte Swiss-Mediensprecher Jean-Claude Donzel.

Zu diesen Passagieren zählten in erster Linie Geschäftsreisende, die viel fliegen, sagte Stefan Conrad, Chief Operation Officer der Flughafen Zürich AG. «Wer nur wenig fliegt, hat weiterhin die Möglichkeit, das Gepäck am Schalter aufzugeben und persönlich betreut zu werden».

Zeitersparnis

Wer aber die automatisierte Gepäckabgabe nutze, sei flexibler, sagte Joost Greve, Leiter Bodenproduktentwicklung bei der Swiss. Zudem sparen die Reisenden Zeit. Statt bisher zwei Minuten am Schalter dauere der Vorgang an der Maschine nur gegen dreissig Sekunden, sagte Markus Riziotis vom Flughafen Zürich.

Nur wenn die Kunden die Dienstleistung akzeptierten, das Gerät schnell sei und sich leicht bedienen lasse, will der Flughafen die Maschinen definitiv einführen. Der Entscheid darüber fällt gemäss Riziotis Ende 2011.

Weiterhin Personal am Gate

Die automatische Gepäckabgabe ist ein weiterer Schritt in Richtung «nahtloses Reisen»: Dem Flughafen schwebt vor, dass Passagiere zukünftig zu Hause am Computer einchecken, ihr Gepäck danach am Flughafen abgeben und für die Passkontrolle an der Grenze ebenfalls einen Automaten nützen. Auch am Gate erledigt eine Maschine die Arbeit, die bisher Bodenpersonal übernahm.

Möglich machen dies die so genannten «E-Gates». Diese werden gemäss Flughafen im neuen Dock B, das im Dezember 2011 eröffnet wird, flächendeckend eingeführt. Ganz verschwinden werde das Bodenpersonal am Gate aber nicht. Es bearbeite weiterhin persönliche Anliegen von Reisenden, wie etwa Platzwechsel im Flugzeug.