Corona-Krise

10. März 2020 10:49; Akt: 10.03.2020 11:56 Print

Swiss verhängt Einstellungsstopp

Ganz Italien ist eine Sperrzone: Die Swiss reduziert darum ihre Flüge. Zudem stellt die Airline in den administrativen Bereichen vorerst kein neues Personal mehr an.

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Die Folgen der Coronavirus-Krise schlagen bei der Swiss auch aufs Personal durch. Die Schweizer Fluggesellschaft stellt in den administrativen Bereichen vorerst keine neuen Mitarbeitenden ein.

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«Ob dies auch für die operativen Bereiche gelten wird, prüfen wir derzeit», sagte Swiss-Sprecher Michael Stief am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP zu einem entsprechenden Artikel des Onlineportals «Travelnews» vom Vortag.

Airlines streichen Flüge

Obwohl die italienischen Flughäfen offen sind, ziehen die Airlines ihre Konsequenzen. So hat Norwegian Air angekündigt, alle Flüge nach Italien zu annullieren. Grund dafür seien die Beschränkungen, die die italienische Regierung auf das ganze Land ausgeweitet habe, teilt die Airline mit. Die Günstig-Fluggesellschaft flog in Italien fünf Destinationen an.

Massnahmen trifft auch die Swiss: Sie fliegt am Dienstag nur noch einmal nach Florenz und einmal nach Rom – und wieder zurück. Geplant gewesen wären an einem normalen Dienstag 14 Rotationen, wie Sprecher Michael Stief auf Anfrage von 20 Minuten sagt.

Am Mittwoch ist nur noch ein Flug nach und von Florenz vorgesehen – an einem gewöhnlichen Mittwoch wäre die Swiss 13-mal nach Italien und zurück geflogen. Aufgrund der dynamischen Situation passe die Swiss den Flugplan entsprechend kurzfristig an, sagt Stief weiter. Die Swiss flog in Italien bis vor der Corona-Krise Rom, Neapel, Florenz und Venedig an. Zudem hat Helvetic Airways täglich bis vier Flüge für die Swiss nach Mailand durchgeführt.

Tel Aviv wird nicht mehr angeflogen

Bekannt ist bereits, dass die Streckenanpassungen ab Zürich und Genf das gesamte Kurz- und Mittelstreckennetz sowie auf der Langstrecke die Ziele Tokio, Osaka und Singapur betreffen. So wird Tel Aviv bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März von der Swiss und den weiteren Fluggesellschaften der Lufthansa-Gruppe gar nicht mehr angeflogen. Allein von den Flugstreichungen der Swiss nach Tel Aviv seien über 13'000 Fluggäste betroffen, hatte eine Sprecherin auf Anfrage gesagt.

Insgesamt hat der Lufthansa-Konzern rund 780 Flugzeuge in der Flotte, die im vergangenen Jahr durchschnittlich 3226 Flüge pro Tag absolviert haben. Die 14 grössten Maschinen vom Typ Airbus A380 will der Konzern nach Möglichkeit komplett am Boden lassen.

Milliardenschaden für Airline-Branche

Der Nachfrageeinbruch könnte die Luftfahrtbranche in diesem Jahr eine dreistellige Milliardensumme an Umsatz kosten, schätzt der Branchenverband IATA. Je nachdem, ob sich die Epidemie auf weitere Länder ausbreite, gingen den Airlines im Passagiergeschäft voraussichtlich Erlöse von 63 bis 113 Milliarden US-Dollar verloren. Das wäre ein Einbruch um 19 Prozent, was mit den Folgen der weltweiten Finanzkrise 2008/2009 vergleichbar ist.

(sas)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B. Kerzenmacher am 10.03.2020 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Virus

    Es ist eine Tragödie in Italien, die aber hier unter Umständen in ein paar Tagen genauso eintreten könnte. Man fühlt mit den italienischen Familien die Angehörige verloren haben und bewundert die italienische Regierung, wie sie härteste Massnahmen durchsetzt zum Wohle der Bevölkerung und deren Gesundheit.

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  • Peter am 10.03.2020 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ganz oder nicht

    Was soll das Larifari, Flüge gestrichen, aber SBB fährt weiter... verzögert das ganze nur...

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  • PJ am 10.03.2020 11:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trifft viele Branchen

    Ist in der jetzigen Situation absolut nachvollziehbar. Aber diejenigen, welche sich jetzt darüber freuen, dass weniger geflogen wird, denken nur bis zur Nasenspitze., Dass damit die GANZE TOURISMUSBRANCHE betroffen ist, das blenden diese "Greta-Jünger" völlig aus.. Und all die Arbeitsplätze.. Und die WELT KÖNNEN WIR SO NICHT RETTEN.. Nur globale, vernünftige und koordinierte Lösungen führen zum Ziel..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Anna am 22.03.2020 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2 m Abstand in Flugzeugen!

    In Zukunft Flugzeuge verbieten, die nicht 2 m Gesundheits Abstand einhalten. Fluggesellschaften sind Viren Verbreiter! Immer, dauerhaft, 2 m Abstand.

    • Jochen am 22.03.2020 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anna

      Also, Flugzeuge halten sogar am Boden einen grösseren Abstand als 2m ein.

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  • kathrin am 15.03.2020 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toleranz von Chefs

    Wenn die Chefs auf Bonis verzichte, müssen sie nicht leer fliegen und auch nicht Konkurs gehen.

  • Mantara am 11.03.2020 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    noch engere Bestuhlung in Flugzeugen

    Die neue Bestuhlung der Flugzeuge fördert solche Virusinfektionen noch mehr. Jetzt habt ihr gierigen Manager die Quitung für immer diese Gewinnoptimierungen auf kosten der Passagiere.

  • Clean Technologie am 11.03.2020 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bye Bye Verbrenner

    Frage: Kannst du dir dein Auto noch leisten, wenn es zu einer neuen Arbeitslosenwelle durch die kommende Corona Rezession kommt? Antwort: Die eigenen Betriebskosten müssen fürs Auto also massiv gesenkt werden. Das kann durch eine geschickte Antriebsart von dem Auto stark beeinflusst werden. Konkret also zukünftig kein neues Auto kaufen, das noch weiterhin Benzin oder Diesel benötigt. Es gibt da tolle Alternativen z.B. ein SEV Solar Electric Vehicle ////

    • Autarkie am 11.03.2020 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Clean Technologie

      Power is where you park it! Das deutsche Startup Unternehmen Sono Motors, hat 248 Solarzellen nahtlos in die gesamte Autokarosserie eingearbeitet. Dadurch kann das Model Sion seine Batterie ganz einfach durch die Sonne selbst laden. So können pro Tag zusätzlich zu den normalen 255 Kilometer noch bis zu 34 Kilometer Reichweite durch reine Sonnenenergie gewonnen werden. Volle Autarkie für Pendler auf kurzen Strecken. ((((Sion))))

    • Sion Sono am 11.03.2020 13:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Clean Technologie

      +++ Der Sion von Sono Motors hat atemberaubende Beschleunigungswerte, ein sportwagentypisches Durchzugsvermögen und eine souveräne, dauerhaft verfügbare Leistung". Von Null auf Hundert soll es "in deutlich weniger als 3,5 Sekunden" gehen. Das Vorserienfahrzeug hat über 440 kW (600 PS). Und kann locker ca. 26-mal hintereinander aus dem Stand von Null auf 200 km/h beschleunigen. Oder doch nicht? ;-) Braucht es auch nicht. Der Sion ist einfach ehrlich und sinnvoll. (((SonoMotors)))

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  • Schweizer AN am 11.03.2020 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weniger Zuwanderung

    Herrlich, at least eine Firma welche weniger ausländische Fachkräfte holt.