Tiefe Löhne

20. Dezember 2015 11:42; Akt: 20.12.2015 12:18 Print

Swiss sucht Stewardessen in Deutschland

Für die Fluggesellschaft Swiss wollen kaum noch Schweizer in der Kabine arbeiten. Nun sollen Deutsche und Österreicher kommen.

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Bald mehr Deutsche an Bord? Eine Flugbegleiterin bei der Swiss (Symbolbild). (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Wie in Schweizer Hotels und Restaurants könnten auch im Swiss-Flieger das Menü und der Kaffee bald von Deutschen und Österreichern serviert werden. Denn für den einstigen Traumberuf des Flugbegleiters gibt es in der Schweiz nicht mehr genügend Bewerber. Die Swiss macht sich deswegen in der Deutschland und Österreich mit Casting-Events auf die Suche nach neuem Kabinenpersonal, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

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Die Swiss begründet den Schritt demnach mit dem «aussergewöhnlichen Personalbedarf». Das Unternehmen braucht in den nächsten zwei Jahren rund 800 neue Mitarbeiter. In der Schweiz finde sie diese aber nicht.

Kein Französisch mehr in der Luft

Das niedrige Lohnniveau ist der Gewerkschaft des Kabinenpersonals (Kapers) zufolge der Hauptgrund für die Kündigungen der Mitarbeiter. Der Einstiegslohn beträgt 3400 Franken im Monat, einen 13. Monatslohn gibt es nicht. «Die Swiss sollte Arbeitsbedingungen schaffen, die den Beruf Flight-Attendant auch für Schweizer wieder attraktiver macht» , sagt Kapers-Präsident Denny Manimanakis der «SonntagsZeitung».

Das Swiss-Kabinenpersonal muss übrigens nur noch eine Landessprache sprechen, nämlich Deutsch. Auf Französisch hat die Airline dem Bericht zufolge inzwischen schon verzichtet. Als einzige zweite Sprache wird Englisch verlangt.

(ish)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • JP am 20.12.2015 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mich stört nur,

    dass diese fluggesellschaft noch immer swiss heisst. wieso soll etwas swiss heissen, was nichts mehr mit der schweiz zu tun hat? LHS lufthansa switzerland wäre zutreffender.

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  • Peter Müller am 20.12.2015 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und es geht weiter

    Zu erst wird die Wäsche in Deutschland gewaschen, siehe midor, dann wird für "Swiss" in Deutschland rekrutiert. Wie geht's da weiter? Tretet doch gleich der eu bei. Weit ist das nicht mehr hin. Mir tun nur die armen stuardessen leid, die dann im "Swiss" Flieger angefeindet werden weil sie in die für deutsche immernoch freundliche Schweiz kommen. Viel Spass.

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  • Sam Müller am 20.12.2015 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch im ÖV

    Was heisst hier bald? Dies ist jetzt schon der Fall. Wie bei der SBB. Im S-Bahn-Verkehr sprechen die meisten Kontrolleure heute Ost-Hochdeutsch. Dies liegt auch daran, dass wir Schweizer diese Jobs kaum mehr wertschätzen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • S-Works am 21.12.2015 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum die günstigeren Deutschen

    Warum sucht eine schweizer Fluggesselschaft explizit deutsche Stewardessen und nicht international

  • Markus am 21.12.2015 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Freundin von mir...

    ....hat 2010 die Ausbildung zur FA abgeschlossen. Nur gerade 20% haben länger als 3 Jahre in diesem Job gearbeitet. Kein Wunder mit Fr 3`400.-- kann man keine grossen sprünge machen. Meine Frage, als nicht Wirtschafts-Student: Wenn man den Lohn auf z.b Fr 4`000.-- erhöht könnte man vielleicht den Verbleibt im Job verdoppeln bzw. bei Teilzeit-Arbeit wegen Familie lohnt sich das noch eher, und man muss nicht ständig neue FA Ausbliden (was ja auch nicht Gratis ist)

  • Peter am 21.12.2015 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das war's

    Auch das Swissness-Argument ist damit verspielt. Dazu eher hohe Preise und mittelmässiger Service. Swiss wird austauschbar und wird damit noch mehr über den ruinösen Preiskampf Passagiere gewinnen müssen.

  • Erich Wegmann am 21.12.2015 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Deutsche Swiss

    Es war doch so schön, wenn man bei Swissair mit den Hostessen noch Schweizerdeutsch reden konnte. Ich werde das sehr vermissen und fliege nun deshalb mit einer andern Airline. Sehr schade.

    • Eliane am 21.12.2015 17:39 Report Diesen Beitrag melden

      Und bei der anderen Airline

      sprechen Sie schweizerdeutsch? Was ist der Sinn des Wechsels? Einfacher Protest?

    • AirFresh am 21.12.2015 21:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Erich Wegmann

      Das ging mir auch durch den Kopf. Wie heimelig war es, wenn man im Ausland das Flugi mit dem Schweizerkreuz landen sah und beim Betreten der Kabine mit einem herzlichen "grüezi" oder "grüessech" empfangen wurde. Doch Zeiten, Crew und Gast ändern sich halt...

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  • Beobachter am 21.12.2015 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Staatsbetrieb

    Soweit mir bekannt, ist die Lufthansa (als Eigner der Swiss und der AUA) kein deutscher Staatsbetrieb. Die Aktien werden an der Börse gehandelt. Wenngleich 70% der Aktien in deutscher Hand sind, ist die Unternehmensform mit der Schweizer Nestlé zu vergleichen. Beide sind international agierende Konzerne, die im Marktwettbewerb stehen. Auch so manches Traditionsunternehmen in D wurde von Nestlé geschluckt. That's Business, und damit auch die Löhne. Ungerechte Löhne kann nur ein starker Staat verhindern, aber wer will den?