Neues Boarding bei Swiss

10. Juli 2019 10:27; Akt: 10.07.2019 17:40 Print

Passagiere mit Gangsitz sollen zuletzt ins Flugzeug

von Isabel Strassheim - Swiss will das Boarding ändern: Wer am Gang sitzt, soll zuletzt an Bord. Ziel ist, Zeit zu sparen.

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Seine Antwort: «Es fällt auf, wer Vielflieger ist und wer Tourist. .... ... die Vielflieger streben zielstrebig zu ihrem Sitz, haben das Handgepäck gleich zum Verstauen parat und setzen sich rasch», sagt Regli. «Andere geraten im Flugzeug erstmal ins Staunen, bleiben stehen und suchen dann ihren Platz.» «Ich akzeptiere das. Man kann versuchen, einen Stau im Gang mit einer Durchsage aufzulösen. Dann bittet die Besatzung über das Mikrofon darum, den Gang möglichst zügig freizugeben.» Antwort des Piloten Regli: «Sobald alle sitzen und die Tür zu ist, kann ich als Pilot der Flugsicherung durchgeben, dass wir bereit sind ... ... dann muss ich auf die Erlaubnis warten, die Triebwerke zu starten. Das kann gerade am Flughafen Zürich wegen Kapazitätsengpässen zum Teil etwas dauern», erklärt Regli. Es könne vorkommen, dass man eine Stunde auf einen Slot warten müsse ... Passagiere und natürlich auch die Piloten müssen in so einem Fall im Cockpit warten.«Aber die Passagiere dann wieder aussteigen zu lassen, wäre falsch. Dann müssten sie ja erneut boarden», sagt Regli. Der Flughafen Zürich-Kloten ist das Drehkreuz der Swiss. Hier steigen viele Passagiere von Zubringerflügen auf Langstreckenflüge um. Haben sie Verspätung, kommt es dazu, dass die Swiss auf sie wartet und sich die Unpünktlichkeit ausweitet. Pilot Christoph Regli ist für Lufthansa, Swiss und Crossair geflogen. Inzwischen leitet er den Aviatik-Lehrgang an der ZHAW und fliegt für Helvetic Airways.

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Beim Einstieg ins Flugzeug ist die Schlange riesig: Die meisten wollen zuerst an Bord und drängen sich mit ihrem Handgepäck nach vorne, egal auf welchem Platz sie im Flieger sitzen. Swiss will das nun ändern. Die Airline testet andere Boardingsysteme, bei dem diejenigen mit einem Fensterplatz zuerst einsteigen, die mit einem Mittelsitz als zweites und diejenigen mit einem Sitz am Gang zuletzt.

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Das neue Boarding soll zunächst auf der Kurzstrecke getestet werden. Bei Lufthansa wurde es schon mit Erfolg durchgeführt, sagt Oliver Rüegg zu 20 Minuten. Er soll bei Swiss mit dem Projekt Precise für Pünktlichkeit sorgen. «In regelmässigen Abständen testen wir andere Boarding-Methoden, um zu schauen, ob sie Zeitersparnisse bringen und für die Passagiere angenehmer vonstatten geht», sagt Rüegg zu 20 Minuten.

Beim sogenannten Wilma-Boarding spielt es keine Rolle, ob man hinten oder vorne im Flugzeug sitzt. Entscheidend fürs Einsteigen ist nur die Sitzkategorie Window (Fenster), Middle (Mitte) oder Aisle (Gang). Das Aufstehen der schon am Gang Platz genommenen Passagiere für alle, die später kommen und sich noch auf den Sitz in der Mitte oder ganz ans Fenster quetschen müssen, soll so entfallen. Denn das kostet Zeit und blockiert den gesamten Gang des Flugzeugs und damit auch alle anderen nachfolgenden Passagiere, die auf ihre Sitze in den nächsten Reihen wollen.

Jede Minute ist wichtig

«Es soll im Flugzeug beim Hinsetzen einfacher und schneller gehen», betont Rüegg. Für Personen, die zusammen reisen, gibt es beim Wilma-Boarding jedoch eine Ausnahme: Sie werden in dieselbe Gruppe eingeteilt. Kinder werden also nicht von ihren Eltern getrennt und auch Paare oder Gruppen können weiterhin zusammen einsteigen.

Die Swiss will mit verschiedenen Veränderungen Zeit sparen, um die Pünktlichkeit ihrer Flüge zu gewährleisten. Neue Methoden beim Boarding sind ein Teil davon, die Swiss arbeitet jedoch an einer ganzen Reihe von weiteren Veränderungen (siehe Box).

Für Rüegg ist jede Minute wichtig, die das Boarding schneller macht. Können Flieger mit einer Unpünktlichkeit von 16, 17 oder 18 Minuten auf 15 Minuten gedrückt werden, sei dies entscheidend: Denn viele Pünktlichkeits-Rankings registrieren erst Flüge mit über 15 Minuten Verspätung.

Haben Passagiere genug Disziplin?

Piloten begrüssen den Test mit dem neuen Boarding. «Im Prinzip ist das ein Versuch, den langen und zum Teil auch lästigen Boardingprozess zu optimieren», sagt Christoph Regli. Er flog für Lufthansa, Swiss und Crossair. Inzwischen leitet er den Aviatik-Lehrgang an der ZHAW und fliegt für Helvetic Airways.

Der Einstieg ist laut Regli die kritische Phase, die hauptsächlich mitbestimmt, wie lange das Flugzeug am Boden bleiben muss. Ob das neue Boarding funktioniert, hänge im Endeffekt von der Disziplin der Passagiere ab, meint Regli: «Davon, ob sie sich daran halten, und tatsächlich diejenigen mit einem Gangplatz als Letztes einsteigen, damit es zu keinem Stau kommt.» (Mehr zum Interview mit Regli finden Sie in der Bildstrecke oben.)

14 Minuten 55 Sekunden

Der deutsche Aviatik-Experte Cord Schellenberg sieht das neue Boarding skeptisch: «Das haben schon andere Airlines ausprobiert, es hat sich aber bislang nicht durchgesetzt.» Tests zeigten zwar, dass das Wilma-Boarding bei einem Flugzeug mit einem Mittelgang die Einstiegszeit auf 14 Minuten und 55 Sekunden reduzieren kann. Beim derzeitigen Boarding beträgt sie dagegen 17 Minuten und 15 Sekunden. «Knackpunkt ist aber die Frage, wie sehr Statuskunden, die zuerst einsteigen und an einer langen Schlange vorbeigehen dürfen, das systematische Boarding verwässern.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MrX8600 am 10.07.2019 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesellschaft

    Das wird nicht klappen. Es gibt zuviele Handgepäck egoisten

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  • ENIAC am 10.07.2019 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Handgepäck

    Prima und die Gepäckablagen sind dann schon voll vom "Handgepäck" der Fensterreihen... DAS Problem sollten sie mal angehen

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  • genervter Gast am 10.07.2019 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gepäckpolicy ist das Problem

    Problematisch sind die Packer, und das übermässige Handgepäck. Dort könnte man Zeitsparen, aber nein lieber die Crew leiden lassen mit einer doofen Handgepäckregelung und alibi Anpassungen testen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mathieu am 17.07.2019 20:42 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    Das wird auf einigen Strecken sowieso nicht klappen, weil nach dem Priority Boarding nur noch eine kleine Gruppe zurück bleibt. Auf den Geschäftsrennstrecken ist ja fast jeder ein Star Gold,HON oder Senator. Dazu kommen die C Paxen die auch noch Priority Boarding berechtigt sind.

  • Rosmarie Landert am 16.07.2019 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Swiss auf dem Abstieg

    Ganz einfach die Swiss hat es einfach nicht im Griff. Was macht die obere Etage - nichts - nur heisse Luft und kassiert das Salär

  • LeMac am 15.07.2019 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schneller ganz draussen

    Ich wage zu bezweifeln, dass die Abschaffung des Ecolight-Tarifs das Handgepäckproblem lösen wird. Habe mehrere Jahre in den USA gelebt und bin geschäftlich viel geflogen. Trotz Freigepäck hat (gefühlt) niemand Gepäck eingeckeckt sondern im grössenkonformen Rollkoffer plus "Notebooktasche" in die Kabine genommen, so auch ich. Grund: Nach dem Verlassen des Flugzeugs kann man sofort zum Ausgang des Fughafens ohne mühsames Warten am Gepäckband. Das Boarding ging trotzdem flott, da konsequent von hinten nach vorne "gefüllt" wurde. Familien etc. hatten nur innerhalb der jeweiligen Zone Vorrang.

  • Alex am 13.07.2019 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Gang blockierer

    Wir nicht funktionieren, das die Leute immer noch den Gang blockieren werden um ihre Jacke abzuziehen und ihr Gepäck ins Fach zu legen. Anstatt dass man in die Sitzreihe hinein steht. Besser wäre es, wenn der Flieger von hinten nach vorne gefüllt wird. Das ganze funktioniert aber nur, wenn das System niemanden früher in den Flieger lässt.

  • Senator am 13.07.2019 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal

    Mit der richtigen Karte (Gold oder Schwarz) steige ich immer als erster in die Maschine ... was hinter mir kommt, interessiert mich nicht