Swisscom-Offensive

16. Mai 2018 05:48; Akt: 16.05.2018 07:10 Print

Jetzt kommt die Teilzeitarbeit auf Probe

von Vanessa Sadecky - Drei Monate Teilzeit arbeiten und danach entscheiden, ob einem das kleinere Pensum passt. Das ist ab sofort bei der Swisscom möglich.

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«Teilzeit auf Probe» heisst das Programm der Swisscom, bei dem Angestellte für drei Monate probeweise 90 Prozent oder weniger arbeiten können. Danach müssen sie sich entscheiden, ob sie das neue Pensum behalten wollen. Nach einem Pilotversuch Ende 2016, der sich vor allem an Männer richtete, bietet die Telecomfirma das Programm nun dauerhaft an.

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Was würden Sie mit der freien Zeit tun, die Sie durch eine Teilzeitstelle erhalten würden?

Beim Testlauf hatten 40 Männer ihr Pensum probeweise reduziert. Die Hälfte davon hatte danach das reduzierte Pensum beibehalten, was die Swisscom nach eigenen Angaben als Erfolg wertet. Mit dem geplanten Abbau von rund 700 Stellen, habe das Förderprogramm nichts zu tun. Unternehmensexperte Matthias Mölleney hält dies für plausibel: «Die Swisscom möchte sich mit dem Programm eher weiterhin als attraktives Unternehmen positionieren. Das Kostenargument ist hier zu schwach.»

Jede zweite Frau arbeitet Teilzeit

Teilzeitarbeit hat in der Schweiz laut dem Bundesamt für Statistik seit 2011 gesamthaft um 12 Prozent zugenommen. Bei den Männern liegt sie aber nur bei 18 Prozent und ist damit dreimal weniger häufiger als bei Frauen: Rund 60 Prozent der Frauen in der Schweiz haben ein reduziertes Arbeitspensum, wobei dieser Wert seit 2011 stabil ist.

Was sind Ihre Erfahrungen mit Teilzeitarbeit?

Bei der Swisscom liegt die Verbreitung von Teilzeitstellen zurzeit mit rund 11 Prozent bei den Männern und 45 Prozent bei den Frauen unter dem nationalen Durchschnitt.

Teilzeit-Chefs auf dem Vormarsch

Bei den Kaderstellen liegt die Verbreitung von Teilzeitpensen laut Swisscom-Sprecherin Sabrina Hubacher im gleichen Bereich wie bei den Stellen des Gesamtarbeitsvertrags. «Im Zusammenhang mit Teilzeitarbeit hält sich das Vorurteil, dass Teilzeit ein Karriere-Killer sei. Unsere Zahlen belegen, dass das bei uns nicht so ist.»

Der nationale Vergleich des Bundesamts für Statistik zeigt sogar, dass Arbeitnehmer in Führungspositionen vermehrt Teilzeit arbeiten. Die Zahl der Teilzeitarbeitenden ist bei den Arbeitnehmern mit Vorgesetztenfunktion um 24 Prozent gestiegen. Noch stärker war die Zunahme bei den Arbeitnehmern in Unternehmensleitungen, mit plus 42 Prozent.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Teilzeit Kraft am 16.05.2018 07:11 Report Diesen Beitrag melden

    Naja...

    Das gilt wohl nur für hohe Prozente wie 80% und 90%. Darunter ist Teilzeitarbeit sehr wohl ein Karierekiller bei Swisscom. Zudem waren Teilzeit arbeitende Frauen bei den letzten paar Entlassungswellen weit vorne. Also ziemliche Schönfärberei...

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  • Tess am 16.05.2018 07:10 Report Diesen Beitrag melden

    Frauen arbeiten Teilzeit?

    Addiert man ihre Mutter- und Haushaltspflichten, arbeitet sie so viele Wochenstunden wie ein Arzt. Ausserdem - 90 o. 80% Pensen sind Mogelpackungen. Hab noch nie erlebt, dass die Arbeitslast dem red. Pensum entsprechend reduziert wurde!!

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  • Lisa am 16.05.2018 07:11 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeit wird an 100% ausgelagert

    Wir hatten selber auch Teilzeit mitarbeiter (IT Branche) das resultat wir mussten ihre arbeit mit erledigen weil es immer unplanbare einsätze gibt die sofort erledigt werden müssen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fredy am 17.05.2018 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr 100% Jobs bitte

    Wer kann sich schon Teilzeit leisten. Ich bin angewiesen auf meinen vollen Lohn (Single). Ist nur etwas für 2. Verdiener. Danke, 100% Jobs werden bald nicht mehr angeboten. Finde ich traurig, es gibt Leute die gehen arbeiten um zu leben, nicht um grosse Autos zu kaufen und 4mal Ferien zu machen. Den Teilzeitler geht es besser als den anderen wo führt das noch hin. Wir jedoch finanzieren bald alles und jeden.

  • Lääser am 16.05.2018 23:30 Report Diesen Beitrag melden

    Koordinationsbeitrag abschaffen

    Man sollte den Koordinationsbeitrag bei der zweiten Säule abschaffen, damit Teilzeitarbeitende wenigstens Beiträge für ihre ganze Arbeit leisten und erhalten.

  • Lääser am 16.05.2018 23:14 Report Diesen Beitrag melden

    Teilzeit und Altersvorsorge

    Teilzeit hat sicher gewisse Vorzüge, aber reicht dann auch die Altersvorsorge oder muss die Allgemeinheit für Ergänzungsleistungen einspringen?

    • F.Riner am 17.05.2018 14:03 Report Diesen Beitrag melden

      Sind meist 2.Verdiener

      Kann einem 2. Verdiener ja egal sein.

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  • Mary Rüdi am 16.05.2018 21:23 Report Diesen Beitrag melden

    Altersvorsorge ??

    Die Rechnung kommt dann im Alter. Weniger AHV und PK ist auch massiv kleiner. Und bei Stellenverlust noch 70 % vom letzten Gehalt. Somit ist Schritt in Altersarmut vorprogrammiert

    • G. Enau am 16.05.2018 23:18 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig

      Und die Ergänzungsleistungen finanzieren die Vollzeitangestellten.

    • über 50 am 17.05.2018 07:27 Report Diesen Beitrag melden

      @Mary Rüdi

      Ganzgenau. Heutzutage kann man froh sein, wenn man überhaupt bis zum Pensionsalter arbeiten kann. Die Jungen interessieren sich null für die Auswirkungen im Alter, Work-Life-Balance nennt sich das. Und ja, der Ergänzungsleistungstropf wird es wohl richten müssen.

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  • Karl Däscher am 16.05.2018 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    Statt Manager auswechseln?

    Bei einem Unternehmen, worin Führungskader ggü. Ihren Mitarbeitern überdurchschnittlich verdienen und trotz Managmenet-Versagen Stellen abbauen statt untereinander zu rotieren, ist das wieder ein neues Armutszeugnis, dass man mit solchen vorhaben noch wirbt und meint, man bleibt damit weiterhin ei attraktiver und moderner Arbeitgeber. Peinlich