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02. Mai 2012 07:35; Akt: 02.05.2012 10:39 Print

Swisscom mit weniger Umsatz und Gewinn

Mit einem Reingewinn von knapp einer halben Milliarde bei 2,8 Milliarden Franken Umsatz muss die Swisscom unerfreuliche Zahlen fürs erste Quartal vermelden. Trotzdem übertrifft der Konzern damit die Erwartungen.

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Die Swisscom enttäuscht mit den Zahlen fürs erste Quartal 2012. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

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Die Swisscom hat im ersten Quartal weniger Umsatz und Gewinn erzielt. Dennoch kletterte die Aktie deutlich, da der «Blaue Riese» die Erwartungen übertroffen hat. Sorgenkind Fastweb hat sich wieder gefangen.

Der Konzernumsatz sank bis Ende März um 2,1 Prozent auf 2,8 Mrd. Franken. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) verringerte sich um 2 Prozent auf 1,104 Mrd. Franken, wie die Swisscom am Mittwoch bekannt gab.

Unter dem Strich verdiente der grösste Schweizer Telekomkonzern 456 Mio. Franken. Das sind 3,8 Prozent weniger als im gleichen Vorjahresquartal. Ohne die italienische Breitbandtochter Fastweb wäre der Umsatz lediglich um 0,4 Prozent auf 2,294 Mrd. Fr. gesunken, hiess es weiter.

Aktie legt zu

Damit hat die Swisscom die Erwartungen der Finanzgemeinde übertroffen. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur awp im Durchschnitt mit einem Umsatz von 2,772 Mrd. Franken, einem EBITDA von 1,083 Mrd. Fr. und einem Reingewinn von 436 Mio. Fr. gerechnet.

An der Schweizer Börse legte die Aktie im frühen Geschäft um 2,5 Prozent auf 346,70 Franken zu. Analysten bezeichneten das Ergebnis als gut. Einige Marktteilnehmer, die auf enttäuschende Resultate spekuliert hätten, dürften auf dem falschen Fuss erwischt worden sein, hiess es in Marktkreisen.

Fastweb fängt sich

Bei der italienischen Breitbandtochter Fastweb sank der Umsatz um 2,8 Prozent auf 423 Mio. Euro. Grund sei das Handelsgeschäft mit Telefonminuten (Hubbing), das man bewusst reduziert habe, sagte Swisscom-Chef Carsten Schloter in einer Telefonkonferenz. Ohne dieses Geschäft, das kaum Gewinn abwirft, wäre der Umsatz bei 396 Mio. Euro stabil geblieben.

Der Betriebsgewinn EBITDA kletterte dennoch um 1,9 Prozent auf 109 Mio. Euro. Fastweb habe deutlich mehr Privatkunden gewonnen als geplant, sagte Schloter. Gleichzeitig sei der Umsatz mit Geschäftskunden stabil geblieben. Zudem würden die Kostensparmassnahmen Wirkung zeigen.

Wegen des starken Frankens zeigte sich Fastweb aber als deutliche Belastung in der Konzernrechnung der Swisscom: Dort tauchte der Umsatz des Mailänder Unternehmens umgerechnet um 9,3 Prozent auf 510 Mio. Franken und der Betriebsgewinn um 5,8 Prozent auf 131 Mio. Franken.

Schweizer Geschäft stabil

In der Schweiz konnte der «blaue Riese» das Geschäft stabil halten: Der Umsatz sank ganz leicht um 0,1 Prozent auf 2,079 Mrd. Franken, der Betriebsgewinn um 0,8 Prozent auf 940 Mio. Franken.

Einerseits steht das Geschäft unter Druck, weil immer mehr Kunden übers Internet telefonieren, SMS verschicken oder über soziale Medien wie beispielsweise Facebook kommunizieren. Zudem geht der Preisdruck wegen der harten Konkurrenz weiter.

Mehr TV- und Handykunden in der Schweiz

Diese Einbussen konnte die Swisscom allerdings durch mehr Kunden, neue Bündelangebote und Tarife mit integrierten Volumen wettmachen. Die Zahl der Bündelangebote sei um 42 Prozent gestiegen, sagte Schloter. Zudem habe man erneut mehr Kunden für TV- und Mobilfunkangebote gewonnen.

Der Druck auf die Preise halte auch im laufenden Jahr an, sagte Schloter. Insgesamt dürfte die Preiserosion heuer 400 Mio. bis 500 Mio. Fr. Umsatz aufzehren.

Dennoch hält die Swisscom an ihren Prognosen für 2012 fest: Insgesamt rechnet der Konzern weiterhin mit einem Umsatz von 11,4 Mrd. Fr. und einem EBITDA von 4,4 Mrd. Franken. Fastweb erwartet einen Umsatz von 1,6 Mrd. Euro. Darin nicht enthalten sei das Handelsgeschäft mit Telefonieminuten, hiess es.

Swisscom-CEO Carsten Schloter hält die Quartalszahlen für ein «sehr stabiles» Ergebnis
(Video: Youtube/Swisscom)

(sda)

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