Zürcher Handelsgericht

16. Januar 2020 17:00; Akt: 16.01.2020 17:00 Print

Swisscom und Sunrise verlieren Marken-Streit

Swisscom und Sunrise haben sich vor dem Zürcher Handelsgericht um die Rechte der Marken «one» und «inOne» gestritten. Das Gericht liess beide Unternehmen abblitzen.

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Swisscom und Sunrise haben sich vor dem Zürcher Handelsgericht um die Rechte der Marken «one» und «inOne» gestritten. Das Gericht liess beide Unternehmen abblitzen (Symbolbild). Markenrechte sind wichtig für Unternehmen. Doch welcher Telekommunikationsanbieter hat das beste Netz? Die britische Firma Opensignal hat die Netze der Schweizer Telekom-Anbieter Swisscom, Sunrise und Salt analysiert und dabei die 4G-Verfügbarkeit oder die Download- sowie Upload-Geschwindigkeit gemessen. Bei der Verfügbarkeit von 4G ist der Gewinner. In 93 Prozent aller Verbindungsversuche haben die Sunrise-Kunden 4G-Empfang, wie der «Tages-Anzeiger» mit Verweis auf Opensignal schreibt. Während auch bei Swisscom die Quote über 90 Prozent liegt, schneidet Salt am schlechtesten ab. Hier schwenkten die Geräte öfter auf die langsameren Netze 3G und E um. Wer Inhalte aus dem Netz so schnell wie möglich auf das Smartphone laden möchte, ist hingegen bei der mit 40,4 Mbps im Schnitt am besten bedient. Klar langsamer ist die Download-Geschwindigkeit bei Sunrise (33,5 Mbps) und bei Salt (30,2 Mbps). Beid der Upload-Geschwindigkeit sind die Unterschiede weniger markant. Die Anbieter liegen fast gleich auf. Mit 12 Mbps liegt aber leicht vor Salt und Swisscom. Noch weniger Unterschiede gibt es beim Video-Erlebnis. Alle drei Anbieter erhalten im Test die Note «sehr gut» und erreichen über 68 von 100 Punkten. Das heisst: Sowohl bei Swisscom, Sunrise und Salt gibt es nur selten stockende Video-Bilder oder lange Ladezeiten. Unter dem Strich schneidet die dennoch leicht besser ab als die beiden anderen Anbieter. Bei der Latenzzeit geht es um die Verzögerung bei der Übertragung etwa eines Sprachsignals vom Sender zum Empfänger. Je kleiner die Latenzzeit also, desto besser. Gewinner ist hier die mit einer Latenzzeit von 30,8 Milisekunden. Etwas mehr haben Sunrise und Salt. Insgesamt haben aber alle drei Anbieter eine relativ kurze und damit «gute Reaktionszeit». Mit einem Schnitt von 34 Millisekunden gehören die Schweizer Anbieter sogar international zur Spitze. Auch über alle Kategorien gesehen spielt die Schweiz im Ländervergleich vorne mit. Insgesamt hat Opensignal die Netze in 87 Ländern analysiert. In fast allen Kategorien sind die Schweizer Anbieter in den Top 10 zu finden. Damit hat die Schweiz eines der besten Netze weltweit, schreibt der «Tages-Anzeiger». Bei der 4G-Verfügbarkeit schafft es die Schweiz hingegen nicht in die Top Ten und kommt mit einem Schnitt von 89,6 Prozent auf Platz 14. An der Spitze liegt Südkorea. Dort erhalten die Handy-Besitzer in 97,5 Prozent der Zeit eine 4G-Verbindung. Eine Quote von über 90 Prozent haben auch Länder wie Japan, Norwegen, USA oder Schweden.

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Das Zürcher Handelsgericht hat Swisscom und Sunrise abblitzen lassen. Die beiden Unternehmen stritten sich wegen ihrer Marken «one» und «inOne und verlangten, dass der Markenschutz des Konkurrenz-Produkts aufgehoben wird. Das Handelsgericht entschied in einem kürzlich publizierten Urteil, dass sowohl «one» als auch «inOne» Wörter des Allgemeinguts seien. Die Begriffe stehen deshalb allen Unternehmen frei zur Verfügung.

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Für ihre Kombiangebote schufen die beiden Telekom-Unternehmen je eine eigene Marke: Swisscom wählte die Wortschöpfung «inOne», Sunrise machte es kurz und nannte ihr Produkt «one». Beide liessen ihre Marken eintragen, was die Verwendung dieser Wörter für andere Unternehmen - und die Konkurrenz - fortan unmöglich machen sollte.

Logos sind geschützt

Sowohl Swisscom als auch Sunrise verlangten daraufhin auf juristischem Weg, dass der Markenschutz der Konkurrenzmarke aufgehoben werde. Denn beide fürchteten, irgendwann von der Konkurrentin verklagt zu werden, weil sich die Wörter «one» und «inOne» gegenseitig enthalten.

Das Handelsgericht machte eine Ausnahme. Die so genannten Bildmarken, also die farbig gestalteten Logos von «one» und «inOne», bleiben markenrechtlich geschützt. Diese dürfen somit nicht von anderen Unternehmen benutzt werden, auch wenn die darin verwendeten Wörter Allgemeingut sind. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Rekursfrist läuft noch bis am 27. Januar.

(fpo/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ernst Kappeler am 16.01.2020 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wörter des Allgemeinguts!

    Unglaublich, um welche Schwachsinnigkeiten unsere Gerichte befinden müssen! Das scheint ein 'origineller' Gag der Marketingfritzen zu sein?! Etwa wie die Firma, welche ihr Produkt unter 'Kinder' vermarktet.

    einklappen einklappen
  • Laki am 16.01.2020 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fake

    lustig zu wissen das es die gleiche Marketingfirma war

    einklappen einklappen
  • am 16.01.2020 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Könige der Welt??

    Was kommt als nächstes? Wollen sie meinen rechten Arm auch als ihre Marke eintragen oder wie?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas am 17.01.2020 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Glück gehabt

    Schön nicht möglich wegen Produkte wie Onedrive von Microsoft. Diese hätten sich dann schon noch gemolden.

  • Cavi33 am 17.01.2020 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme Richter

    In einem halben Jahr sind diese Angebote bereits wieder verschwunden. Anstelle der Anwalts und Gerichtskosten sollte das Geld zur Optimierung der teuren Abos verwendet werden. Für diesen Blödsinn vor Gericht zu gehen ist schon birreweich.

  • simi one am 17.01.2020 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    one on one

    anstatt geld für sowas ausgeben würden sie besser die abo günstiger machen

  • Hugo Brander am 17.01.2020 06:55 Report Diesen Beitrag melden

    Lizenzierte Dummheit

    Stellt euch vor jemand hätte "Dummheit" als Marke geschützt und wir dürften es nicht mehr benutzen oder müssten gar eine Lizenz für die Nutzung erwerben.

  • Liselotte Kribbler-Bantonberger am 17.01.2020 06:47 Report Diesen Beitrag melden

    MyOne?

    Es gibt auch One von Purina / Nestlé für Büsi ;-)