Website-Panne

24. Februar 2020 11:47; Akt: 24.02.2020 11:47 Print

Wegen Störung erhält Swisscom-Kunde 1000 Fr.

von Dominic Benz - Ein Kunde hatte eine Störung mit seiner Website, die er mit einem Swisscom-Tool erstellt hatte. Dadurch will er viel Geld verloren haben. Die Swisscom reagiert.

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Patrick Di Scala führt ein kleines Reiseunternehmen und erstellte mit einem Tool der Swisscom seine Firmen-Webseite. Doch genau während er einen Stand an der Ferienmesse Fespo hatte, gab es bei der Swisscom eine Störung. Doch genau während er einen Stand an der Ferienmesse Fespo (im Bild) hatte, gab es bei der Swisscom eine Störung. Diese wirbelte seine Seite durcheinander. Bilder und Texte lagen teils übereinander. «Für mich ist eine kleine Welt zusammengebrochen», sagt Di Scala zu 20 Minuten. Er ist überzeugt: Wegen der Störung bei der Swisscom hat er Tausende Franken verloren. Potenzielle Neukunden, die er an der Fespo Anfang Februar habe erreichen können, hätten auf seiner Website nur ein Chaos vorgefunden, so Di Scala. Die Seite hat der Unternehmer mit dem Swisscom-Angebot «Homepage Tool» aufgebaut, das 14.90 Franken pro Monat kostet. Di Scala beschwerte sich schliesslich beim Telecomkonzern und machte eine Entschädigungssumme von 5000 Franken geltend. Die Summe soll einen Teil der Standkosten und der entgangenen Buchungen decken. In der Mail-Korrespondenz mit Di Scala, die 20 Minuten vorliegt, teilt die Swisscom mit: Man könne seinen Ärger verstehen. Eine Schadensersatzzahlung könne man nicht tätigen. Dennoch käme man ihm entgegen und biete ihm 1000 Franken an. Mit dem Angebot ist Di Scala allerdings nicht glücklich. «Angesichts des entstandenen Schadens ist das viel zu wenig», sagt er. Dennoch hat er die 1000 Franken inzwischen angenommen. Auf Anfrage teilt die Swisscom mit, es handle sich um einen Einzelfall und um keine grössere Störung. «Es ist natürlich unschön, dass die Darstellung auf der Website nicht korrekt war. Die Seite war aber immer erreichbar», so Sprecherin Annina Merk. Ebenfalls gebe es keinen Zusammenhang mit den Störungen in den vergangenen Wochen. Dass die Swisscom dem Kunden 1000 Franken zahlt, sei «absolut» kein Schuldeingeständnis, betont Merk. «Das grosszügige Angebot war reine Kulanz.» Gemäss den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gebe es in diesem Fall keinen Anspruch auf Entschädigung.

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Swisscom-Kunde Patrick Di Scala ist entsetzt. Mit einem Tool des Telecomkonzerns hat er selber eine Website für sein kleines Reiseunternehmen erstellt – doch genau während er einen Stand an der Ferienmesse Fespo hatte, gab es bei der Swisscom eine Störung. Diese wirbelte seine Seite durcheinander. «Für mich ist eine kleine Welt zusammengebrochen», sagt Di Scala zu 20 Minuten.

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Er ist überzeugt: Wegen der Störung hat er Tausende Franken verloren. Potenzielle Neukunden, die er an der Fespo zwischen dem 30. Januar und 2. Februar habe erreichen können, hätten auf seiner Website nur ein Chaos vorgefunden, so Di Scala. Die Bilder und Texte seien übereinandergelegen. Zwar kann man auf der Seite nicht direkt buchen. «Doch das Chaos hat einen unprofessionellen Eindruck hinterlassen. Dadurch sind uns viele Buchungen entgangen.»

«Und genau dann hat die Swisscom eine Störung»

Von der Messe hat sich Di Scala viel erhofft. Er kann sich eine Teilnahme nicht jedes Jahr leisten. Für den Stand hat er 5450 Franken bezahlt und Hunderte Visitenkarten und Kataloge verteilt. Entsprechend sei der Traffic auf seiner Website gestiegen. «Und genau dann hat die Swisscom eine Störung», so Di Scala. Auch nach der Fespo war die Störung noch bis zum 5. Februar vorhanden.

Die Seite hat der Unternehmer mit dem Swisscom-Angebot «Homepage Tool» aufgebaut, das 14.90 Franken pro Monat kostet. Di Scala beschwerte sich schliesslich beim Telecomkonzern und machte eine Entschädigungssumme von 5000 Franken geltend. Die Summe soll einen Teil der Standkosten und der entgangenen Buchungen decken.

«1000 Franken sind zu wenig»

In der Mail-Korrespondenz mit Di Scala, die 20 Minuten vorliegt, teilt die Swisscom mit: Man könne seinen Ärger verstehen. Eine Schadensersatzzahlung könne man nicht tätigen. Dennoch käme man ihm entgegen und biete ihm 1000 Franken an. Man wolle ihn als geschätzten Kunden nicht verlieren.

Mit dem Angebot ist Di Scala allerdings nicht glücklich. «Angesichts des entstandenen Schadens ist das viel zu wenig», sagt er. Dennoch hat er die 1000 Franken inzwischen angenommen.

«Absolut» kein Schuldeingeständnis

Auf Anfrage teilt die Swisscom mit, es handle sich um einen Einzelfall und um keine grössere Störung. «Es ist natürlich unschön, dass die Darstellung auf der Website nicht korrekt war. Die Seite war aber immer erreichbar», so Sprecherin Annina Merk. Ebenfalls gebe es keinen Zusammenhang mit den Störungen in den vergangenen Wochen.

Dass die Swisscom dem Kunden 1000 Franken zahlt, sei «absolut» kein Schuldeingeständnis, betont Merk. «Das grosszügige Angebot war reine Kulanz.» Gemäss den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gebe es in diesem Fall keinen Anspruch auf Entschädigung. Zudem gebe es keine Grundlage dafür, die gesamte geforderte Summe zu erstatten. «Die Swisscom entschädigt keine theoretisch entgangenen Gewinne», ergänzt die Sprecherin.

Viele Störungen

Die Swisscom kämpfte in den vergangenen Wochen mit massiven Störungen in ihrem Netz. Teilweise waren sogar Notrufnummern
lahmgelegt. Nicht nur die Swisscom-Kunden haben die Störungen satt. Mittlerweile hat auch der Bund reagiert und will die Vorfälle untersuchen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reesu am 24.02.2020 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Techniker

    Wenn dieser Kunde wüsste wie es um die Infrastruktur und Installationen in den Telefonzentralen stünde, würde er wohl die 14.90 pro Monat nicht mehr investieren. Was Swisscom mit Kunden abzieht grenzt mittlerweile an eine Frechheit.. Externe Unternehmen billig an die Front schicken und selber nichts mehr tun... ausser gross einkassieren. Geiz ist Geil!

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  • DeinNachbar am 24.02.2020 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grüessli Ehmaliger Swisskömmler !!!!

    Der Kunde erhält dies als Gutschrift und je nach dem wie viel er für sein Abo monatlich bezahlt hat er vielleicht umgerechned für 6-7 monate keine Rechnung . Die Swisscom macht so überhaupt keine Verlüste !!!!

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  • Swisscom am 24.02.2020 12:14 Report Diesen Beitrag melden

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    Wow, gut platzierte Werbung, müsste die nicht markiert werden?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Pascal am 25.02.2020 22:50 Report Diesen Beitrag melden

    sparen am falschen ort

    die swisscom outsources sogar die kundendienst mitarbeiter. die mitarbeiter müssen für einen hungerlohn von CHF 20.00 bis 22.00 pro stunde in einer externen firma für die swisscom arbeiten. erstes jahr temporör. vielleicht gibt's nach 1 jahr einen festvertrag. in dieser zeit keinen 13., kein benefit und kein bonus wie swisscom interne angestellte erhalten.

  • Pascal am 25.02.2020 22:35 Report Diesen Beitrag melden

    ex sc

    die swisscom hatte schon viel grössere probleme vor 10 jahren mit dem business internet light, welches bei den kunden wöchentlich abschmierte. und das vor dem wochenende, wo kein techniker vorort ging. und die KMU hatten dann auf einmal tage lang kein internet. dass fast das gleiche problem nach 10 jahren wieder auftaucht verwundert mich nicht. alles outsourcen und selber nichts mehr machen. kosten sparen am falschen ort.

  • Swisscom Kunde am 25.02.2020 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon wieder eine Störung!

    Schon wieder eine Störung!!! Kein Internet und kein TV!!! Was machen die bei Swisscom? Inakzeptabel zum 3. Mal in 3 Wochen! Unfähig, nur bei einkassieren 1.klassig!

  • Dominik P. am 25.02.2020 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Der Fehler liegt bei Ihm selber...

    Hätte die Swisscom eine Störung zu diesem Zeitpunkt gehabt, wäre die Seite entweder gar nicht erschienen oder es wäre eine Fehlermeldung angezeigt worden. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass viele, welche das Homepage-Tool nutzen einfach "zu blöde" sind, ihre Daten korrekt zu halten. Auch wenn man sich seine Seite heute noch ansieht und mit F12 in der "Console" unter Chrome die Fehlermeldungen ansieht, muss ich mir an den Kopf fassen. Die Swisscom sollte solche Kunden sperren und die 1000 Stutz zurückfordern. Da will einer nur wieder Geld machen und kostenlose Werbung fürs Business haben.

  • Cornhoolio am 25.02.2020 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Website erstellen mit Wix...

    ...und nicht mit Wichs von Swisscom