Streit um Spitalkosten

23. April 2019 14:37; Akt: 23.04.2019 15:33 Print

Sympany muss Therapie von 1 Mio Franken zahlen

Vivao Sympany verliert auch vor dem Bundesgericht. Statt bloss 300'000 Franken der Rechnungskosten zu übernehmen, muss der Krankenversicherer nun tief in die Tasche greifen.

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Es gibt keine Obergrenze für die von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu tragenden Kosten einer Spitalbehandlung, solange diese den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Dies hat das Bundesgericht im Fall der Krankenversicherung Vivao Sympany entschieden.
Die Krankenversicherung wollte von den 1,08 Millionen Franken, die ihr ein Spital aus dem Kanton Basel-Stadt in Rechnung stellte, nur rund 300'000 Franken übernehmen.

Vivao Sympany stellte sich auf den Standpunkt, im konkreten Fall könne sie sich auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts berufen. Diese besage, es gebe eine Obergrenze für den Einsatz finanzieller Mittel.

So habe man beim behandelten 71-jährigen Patienten von einer restlichen Lebenserwartung von 14,8 Jahren ausgehen können. Allerdings sei dieser im alltäglichen Leben stark eingeschränkt gewesen.

Aufgrund der sogenannten QALY-Methode ergebe dies einen Wert von 2,96. Werde dieser mit 100'000 Franken multipliziert, ergebe dies eine Betrag von 296'000 Franken.

Keine Methode bestimmt

Das Bundesgericht hält in einem am Dienstag publizierten Urteil klar fest, dass es nie eine solche absolute Obergrenze zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung festgelegt habe. Auch habe es die QALY-Methode nie als massgeblich bestimmt.

Im vorliegenden Fall war der Patient 2014 wegen einer Knieoperation ins Spital eingetreten. Nach der Operation erlitt er einen Herzinfarkt, ein Nierenversagen und zahlreiche weitere lebensbedrohliche Komplikationen. Insgesamt verbrachte er 421 Tage im Spital. Die Behandlungen kosteten rund 2,4 Millionen, wovon die Versicherung 45 Prozent übernehmen sollte.

Unbeschränkte Leistungspflicht

Das Bundesgericht schreibt, dass die Krankenversicherung die Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Behandlungen nicht beanstandet habe. Vielmehr habe sie sich darauf beschränkt, den von ihr zu übernehmenden Betrag pauschal in Frage zu stellen. Aus den Akten gehe nicht hervor, dass die Behandlungen nicht wirtschaftlich gewesen und deshalb nicht von der Versicherung zu bezahlen seien.

Vielmehr bestehe eine unbeschränkte Leistungspflicht gemäss Krankenversicherungsgesetz, solange einzelne Massnahmen der Spitalbehandlung die Voraussetzungen der Wirksamkeit, der Zweckmässigkeit und der Wirtschaftlichkeit erfüllten, heisst es in den Erwägungen des Bundesgerichts weiter.

Ziel des Gesetzes sei es gerade eben, bei einer stationären Behandlung eine zeitlich unbeschränkte Leistungspflicht der Krankenversicherung zu gewährleisten.

(bee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas am 23.04.2019 15:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm für den Kunden!

    Simply clever? Und trotzdem muss man als Kunden zuerst vor Gericht um zu seinem Recht zu kommen? Ist das nicht Irreführung in der Werbung?

    einklappen einklappen
  • Marko0912 am 23.04.2019 15:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    !?!?

    uns immer mehr überteuerte Prämien andrehen aber in Ernstfall sich von den Kosten drücken! dafür bezahlen wir? wie lange müssen wir das dulden bis der BR was dagegen übernimmt?

    einklappen einklappen
  • Jens Kolanus am 23.04.2019 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so!

    Das Urteil ist absolut richtig so! Krankenversicherungen sind primär dazu da die Gesndheitskosten zu tragen, und ganz bestimmt nicht sich in nötiger Situation aus der Pflich reden zu dürfen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • geri am 27.04.2019 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr zufrieden

    Ich bin seit 58 Jahren bei der Helsana, war sehr sehr häufig im Spital und hatte gar nie ein Problem. Für mich die beste Versicherung.

  • Beatrice am 25.04.2019 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    KK Prämien Vergleichen lohnt sich

    Ich war auch bei Sympany versichert, die Prämien sind sehr hoch. Hatte nie was ausser musste man mir einmal eine Vene im Bein operieren. Das wollte man auch nicht zahlen. Habe mit 63 Jahren gewechselt und zahle jetzt 150.- weniger im Monat mit gleicher Leistung.

  • peter am 25.04.2019 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    laden dicht machen

    zahlen darf man das ganze leben, leistung soll man aber nicht so lange bekommwn. solche buden gehören geschlossen

  • jul am 24.04.2019 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    - ein Kunde

    Gut zu wissen, werde nie zu dieser Gesellschaft gehen. hoffe das das die anderen seeiösee sind und hoffe noch mehr, dass ich das persönlich nie erfahren muss....

  • Peter Wolf am 24.04.2019 12:11 Report Diesen Beitrag melden

    Pinuts

    Das sind nicht mal 1,5 Monatslöhne des CEO !! Was für ein Geschrei :-(