Hohe Zigaretten-Preise

21. März 2011 07:32; Akt: 21.03.2011 10:51 Print

Tabak-Firmen kassieren trotz Verboten ab

von Hans Peter Arnold - Die Raucher werden immer stärker zur Kasse gebeten. Die Tabakkonzerne reiben sich die Hände. Denn der Preisüberwacher kann nicht eingreifen.

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Glänzende Gewinne: British American Tobacco (BAT). Im Bild der Sitz von BAT Schweiz in Lausanne. (Bild: Keystone)

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Der Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) erhöht die Zigarettenpreise in der Schweiz um mindestens 20 Rappen pro Päckchen. Zu British American Tobacco gehören die Marken Lucky Strike, Pall Mall, Dunhill und HB. Auch andere Konzerne erhöhen regelmässig die Preise für Zigaretten. Analysten der Credit Suisse rechnen mit keiner Trendumkehr: Die Preise würden abgesehen von steuerlichen Belastungen jährlich um mindestens vier Prozent steigen.

Nicht nur die wachsenden staatlichen Abgaben sind dafür verantwortlich. Die gestiegenen Rohstoff-, Transport- und Produktionskosten sei der Grund für die Preiserhöhung, heisst es bei BAT. Die Produktionskosten seien in den letzten drei Jahren um je 2,6 Prozent gestiegen. «Zusätzlich zu den gestiegenen Produktionskosten ist das Unternehmen mit sinkenden Gewinnmargen konfrontiert, die aus dem verschärften Wettbewerbsumfeld resultieren,» so Sprecher Harry Landau.

BAT streicht 4,3 Milliarden Gewinn ein

Die Börse spricht jedoch eine andere Sprache. Die Aktionäre sind hocherfreut über das Vorgehen der Tabakkonzerne. So notiert derzeit die Aktie von BAT auf dem historischen Rekordhoch. Derzeit wird das Unternehmen von den Aktionären auf 68 Milliarden Franken bewertet. In den vergangenen sieben Jahren ist der Aktienkurs um 300 Prozent gestiegen. Aktienkurse reagieren sensibel auf Veränderungen von Margen sowie entsprechende Erwartungen. Offensichtlich sehen die Aktionäre keine Gefahr tieferer Profite. Im Gegenteil: Die Aktie ist auch nach der Kletterpartie im Verhältnis zum Milliarden-Gewinn moderat bewertet. Im vergangenen Jahr stieg der Gewinn von BAT um 15 Prozent auf 4,3 Milliarden Franken. Zudem garantiert BAT eine Dividende von über vier Prozent. Auch Japan Tobacco (Camel, Winston) und Imperial Tobacco (Gauloise, West) fahren hohe Gewinne ein.

Schweizer Preisüberwacher greift nicht ein

Analysten der Credit Suisse empfehlen mehrere Aktien aus der Tabakbranche zum Kauf. Sie würden sich durch eine hohe Preismacht auszeichnen. Der Schweizer Preisüberwacher sieht nämlich keine Möglichkeit zum Eingreifen. Der Schweizer Preisüberwacher, Stefan Meierhans, gegenüber 20 Minuten Online: «In der Schweiz besteht kein Tabakkartell mehr. Der freie Markt spielt. Deshalb kann und muss der Preisüberwacher nicht eingreifen.»

Zwar wurde die Branche in der Vergangenheit insbesondere in den USA durch Sammelklagen erschüttert. Inzwischen sind jedoch längst massive Rückstellungen vorgenommen worden. Auch schützen die unübersehbaren Warnhinweise vor neuen Klagewellen.

Marktverhältnisse werden zementiert

Pikanterweise spielen die Werbeverbote den dominierenden Herstellern in die Hände. «Werbeverbote führen nicht dazu, dass weniger Leute rauchen oder weniger Personen mit dem Rauchen beginnen, sondern sie stabilisieren lediglich die Marktverhältnisse und schützen die Monopolisten», heisst es bei der «Allianz gegen Werbeverbote», die dem Verband «Schweizer Werbung» (SW) angegliedert ist. Konkret: Firmen, die ihre Marktanteile gesichert haben, profitieren demnach von einem Werbeverbot.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • läck bobby am 21.03.2011 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Go Raucher, Go Raucher, ...

    Es heisst doch immer alle Menschen sind gleich. Man soll nicht rassistisch sein, keine Vorurteile gegenüber anderen haben etc. Aber was mit uns Rauchern abgezogen wird ist genau das gleiche. Wir werden vor die Tür gesezt zum rauchen. Wenn man dies mit Menschen einer anderen Kultur machen würde, würde es innert kürzester Zeit Proteste hageln, Demonstrationen geben, ect. Aber mit den Rauchern kann mans ja machen...

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  • Chris D. am 21.03.2011 07:56 Report Diesen Beitrag melden

    Staat und Wirtschaft

    :-) Wie gut zu wissen dass nicht nur der Staat viel Freude an mir hat...

  • Rhiitaler am 21.03.2011 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Das Problem ist hausgemacht

    Jetzt hat man das Halali geblasen gegen die Raucher.Jeder der erwischt wird in einem Restaurant mit einer Zigarette ist ab sofort kriminell und der Beizer wird an den Pranger gestellt.Jeder ruft nach höheren Tabakpreisen weil *die* dan schon freiwillig aufhören würden,kommen diese hören Preise ist es auch nicht recht.Schlussendlich eine logische Marktentwicklung,es gibt immer weniger Raucher,ergo sind die Absatzzahlen zurückgegangen,als logische Konsequenz muss er Preis nach oben um die Umsatzzahlen zu halten,was ist daran so falsch?Das ist lediglich das Resultat unserer Abstimmung !

Die neusten Leser-Kommentare

  • Simon Bichsel am 21.03.2011 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    teuer-teuer-teuer 2/2

    es gibt 4 monopolisten in der tabakindustrie die auch in der schweiz vertreten sind 1. altria (philip-morris) 2. british american tabacco 3. japan tabacco 4. imperial tabacco. und die setzen jetzt die preise um 20 rappen nach oben, hauptsächlich wegen rohstoffpreiserhöhungen? und machen noch milliarden gewinne? das sind ja richtige vampiere diese tabakfirmen^^ muss man als ersts rote zahlen schreiben, bevor man die preise erhöhen darf?! aber die "umweltbewusste" sbb z.b. erhöht und erhöht die preise, wegen angeblichen besseren leistungsangeboten - aja??! nur soviel zum thema monopol!

    • Simona Brandel am 23.03.2011 15:53 Report Diesen Beitrag melden

      Ihr Kommentar

      Zur Info: Philip Morris gehört nicht mehr zur Altria Gruppe!

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  • Simon Bichsel am 21.03.2011 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    teuer-teuer-teuer 1/2

    ich finde -als nichtraucher- dass das ganze trali-trala gegen die raucher eine richtige hetzkampagne, eine diskriminierung ist, gesteuert von unserem staat um noch mehr abzuzocken. -eigentlich müsste das mich ja nicht stören, aber das macht der staat auch in anderen fällen. wie z.b. auto- und benzinsteuer etc. man dämonisiert autofahrer als umweltverpester und bittet sie im namen der "umwelt" zur kasse. mindert dann der benzinverbrauch, mindert es auch bei den steuereinnahmen, und man wird zur belohnung noch mehr abgezockt, sind ja alles böswillige dämonen die autofahrer und raucher!

  • läck bobby am 21.03.2011 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Go Raucher, Go Raucher, ...

    Es heisst doch immer alle Menschen sind gleich. Man soll nicht rassistisch sein, keine Vorurteile gegenüber anderen haben etc. Aber was mit uns Rauchern abgezogen wird ist genau das gleiche. Wir werden vor die Tür gesezt zum rauchen. Wenn man dies mit Menschen einer anderen Kultur machen würde, würde es innert kürzester Zeit Proteste hageln, Demonstrationen geben, ect. Aber mit den Rauchern kann mans ja machen...

    • Ex-Raucher am 21.03.2011 16:55 Report Diesen Beitrag melden

      So spielt das Leben

      Ja kann man, weil das rauchen einem nicht angeboren wird ;) Man wählt es sich selbst aus.. das verhält sich mit der Kultur allerdings nicht so - von dem her, kann mans mit den Rauchern eben wirklich machen...

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  • Noro elle am 21.03.2011 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Mitmenschen respektieren

    Ich finde diese Hetzjagd auf Raucher ziemlich bedenklich.Raucher werden wie Kriminelle und potenzielle Mörder behandelt. Aber hey Leute-ihr motzt gegen die Raucher, aber habt ihr euch mal überlegt, ob ihr vielleicht auch zu einer Randgruppe gehört? Vielleicht seit ihr übergwichtig oder arbeitslos oder ihr fährt gerne zu schnell, hinterzieht Steuern, geht zur Prostituierten, esst Fleisch, seit dauernd krank und schluckt zu viele Medis, trink gerne mal zuviel. Was ich sagen will-jeder einzelne von euch schadet mit seinem Dasein anderen Menschen.Also zeigt nicht mit dem Finger auf andere!

  • T.G. am 21.03.2011 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Der Staat bekommt

    viel mehr als die Tabakkonzerne an einer Packung verdienen.