Kettenraucher starb an Krebs

20. Juli 2014 08:47; Akt: 21.07.2014 10:09 Print

Tabakkonzern muss 23 Milliarden an Witwe zahlen

Eine Jury in Florida hat der Frau eines wegen Rauchens verstorbenen Mannes 23 Milliarden Dollar Schadenersatz zugesprochen. Der Konzern will das Urteil anfechten.

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Wegen des Tods ihres an Lungenkrebs gestorbenen Ehemanns hat ein US-Gericht einer Frau Schadenersatz in Rekordhöhe zugesprochen: Die Summe von 23,6 Milliarden Dollar soll der US-Tabakkonzern RJ Reynolds Tobacco Company zahlen, wie ein Anwalt der Witwe am Samstag mitteilte.

«Wir hoffen, dass das Urteil RJ Reynolds und andere grosse Tabakkonzerne dazu bewegt, nicht länger das Leben unschuldiger Menschen in Gefahr zu bringen», hiess es in einer Mitteilung des Anwalts Willie Gary. RJ Reynolds habe das «kalkulierte Risiko» übernommen, Zigaretten herzustellen und sie an Konsumenten zu verkaufen, ohne sie ausreichend über die damit verbundenen Gefahren zu unterrichten.

In dem vierwöchigen Prozess warf die Frau dem Konzern vor, ihren Mann nicht ausreichend vor den Folgen des Rauchens gewarnt zu haben. Der Mann war demnach von Zigaretten abhängig und schaffte es nicht, mit dem Rauchen aufzuhören.

Tabakkonzern zieht Urteil weiter

Der Tabakkonzern liess über seinen Anwalt J. Jeffery Raborn mitteilen, dass er das Urteil anfechten werde. Die Schadenersatzsumme sei «unangemessen hoch» und nach dem Gesetz «unzulässig».

Die Entscheidung der Jury von Escambia County in Florida zugunsten von Cynthia Robinson, der Frau des verstorbenen Michael Johnson Senior, fiel den Angaben zufolge nach 15-stündigen Beratungen.

Das Rauchen ist in den USA nach amtlichen Angaben der Hauptgrund für verfrühte Todesfälle und verantwortlich für den Tod von etwa einer halben Million Menschen im Jahr. Allerdings geht der Anteil der Raucher zurück. In den 1960er Jahren lag ihr Anteil an der Bevölkerung bei 42 Prozent, heute sind es 18 Prozent.

Milliarden-Übernahme

Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, das der «Camel»-Hersteller Reynolds American den Rivalen Lorillard kauft. Der 27,4 Milliarden Dollar schwere Deal vereint den zweit- und den drittgrössten Zigarettenproduzenten der Vereinigten Staaten. Der neue Tabakkonzern erzielt nach Angaben der beiden Unternehmen über 11 Milliarden Dollar Jahresumsatz.

Die Wettbewerbsbehörden müssen der Übernahme noch zustimmen. Um die Zweifel der Kartellwächter auszuräumen, gibt Reynolds American für 7,1 Milliarden Dollar Marken wie «Salem» und «Winston» sowie Produktionsanlagen an den britischen Konkurrenten Imperial Tobacco ab.

Neben «Camel» stellt Reynolds American auch die Marke «Pall Mall» her, Lorillard ist für die «Newport«-Mentholzigaretten bekannt. Gemeinsam greifen die beiden Unternehmen nun den Marktführer der Tabakbranche an, den «Marlboro»-Konzern Altria.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tromp am 20.07.2014 09:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Welt

    23 Milliarden... Also wenn jede Familie soviel bekommt wenn jemand vom Rauchen gestorben ist dann gibt es hier gleich Millionen vom Milliardären... Und ob das nicht allen bekannt ist das Rauchen zu Krebs führen kann..

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  • duke am 20.07.2014 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so ein quatsch

    ...jeder weiss dass rauchen schädlich ist zu behaupten der mann wäre nicht genügend aufgeklärt gewesen ist schon extrem dreist.... hier geht es wirklich nur um geld. ich war aich eine starke raucherin und habe es geschaft mit vernunft vom tabak wegzukpmmen und das schon bald 10 jahre. manchmal braucht es dazu psychologische hilfe weil die tabaksucht wirklich nicht immer so einfach zu besiegen ist - aber schaffen kann das jeder der ernsthaft will....

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  • a. mehr am 20.07.2014 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Fort Nox auch noch dazu...

    Aber Hallo!!, da hat wohl ne gewisse Frau einen Dachschaden??!!!! Für so ein Land, USA genannt... ist dies einfach nur lachhaft!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • John am 21.07.2014 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Die Amis spinnen....

    Ein typischer Ami-Witz. Jeder weiss, dass Rauchen tödlich sein kann. Das ist wie wenn ich täglich mit 300 km/h über die Autobahn rase. Das Risiko tödlich zu verunglücken ist gegeben.

  • ExRaucher am 21.07.2014 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Mädels ...

    Wir reden hier nicht von einem 20 Jährigen, sondern von einem alten Mann. Früher wurden Zigaretten als gesund (!!!) beworben, "Ärzte empfehlen Malboro". Meiner Meinung nach sind die Klagen der "Ersten Generation" völlig gerecht. 23 Mia ist aber übertrieben - wie fast alle Entschädigungen welche durch eine Grand Jury festgelegt werden.

    • ImmernochRaucher am 25.07.2014 16:38 Report Diesen Beitrag melden

      nicht ganz logisch

      ÄRZTE empfehlen Marloboro.. ärzte und nicht der Tabakkonzern! Also sollten wenn dann wohl die Ärzte etwas zahlen müssen oder? Diese Klage ist ein Witz und ein Ergebnis aus der kranken Sucht des Menschen sich an allem zu bereichern und damit alle Grenzen zu überschreiten.

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  • Säle am 21.07.2014 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ich Richter währe

    Als Richter hätte ich dem Konzern 23 Milliarden Busse aufgebrummt und der Familie 23 Milliarden für Dummheit und Unterlassener Hilfeleistung (resp. nicht Abhalten des Familienoberhauptes vom Rauchen..)

  • American Dream am 21.07.2014 08:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Murica

    23 Milliarden für den toten Mann, fast soviel wie die Firma wert ist. Wenn die anderen 1'000'000 Witwen in Amerika den Braten gerochen haben, steht in den USA Inflation bevor. Die machen sich mit ihrem Rechtssystem lächerlich.

  • Tobias Jordan am 21.07.2014 08:02 Report Diesen Beitrag melden

    Nie und nimmer

    Ja gut, es wird jedem klar sein, dass sie nie und nimmer 23 mia erhält. Die Anklage wird angefechtet und am Schluss erhält sie vlt ein bis max 10mio. also mal nicht gerade wieder ausrasten und nicht nur die Überschrift lesen

    • Volkan S. am 21.07.2014 12:57 Report Diesen Beitrag melden

      Ach soooo.....

      Na gut 1 bis 10 Milliönchen ist ja dann ok... ;))) *SarkasmusOff* Natürlich weiss jeder, dass sie keine 23 Mia. erhalten wird. Der Witz an der Geschichte ist, dass ihr so eine Summe zugesagt wird! Und dass sie am Ende überhaupt etwas erhält! Jeder Raucher weiss, dass der "Sargnagel" schädlich ist, und nicht erst seit 10 Jahren. Jeder, der etwas anderes behauptet, lügt oder ist unglaublich naiv.

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