Flug ab Zürich

08. Juli 2014 12:24; Akt: 08.07.2014 17:46 Print

Tagesreise ans Meer löst Empörung aus

Der «nachhaltige» Reiseveranstalter Helvetic Tours wirbt mit Tagesausflügen nach Griechenland und löst einen kleinen Shitstorm aus – das Angebot wurde nun wieder gestrichen.

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Helvetic Tours lancierte Flugtickets für eine Tagesreise ans Meer. (Bild: Keystone)

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«Ein Tag am Meer» heisst das Angebot von Helvetic Tours. Morgens um 6.20 Uhr geht es mit dem Flieger auf eine griechische Insel und bereits am gleichen Abend wieder zurück in die Schweiz. Kostenfaktor: 125 Franken.

Mitte Juni hat der Reiseveranstalter das Ticket auf Facebook beworben und so einen kleinen Shitstorm ausgelöst. Das Problem: Helvetic Tours wirbt auf seiner Website mit unternehmerischer Eigenverantwortung und damit, dass sie sich für einen nachhaltigen Tourismus einsetzen würden. Und weil der Tourismus zur weltweiten Emission von Treibhausgasen und damit zum Klimawandel beitrage, kompensiere Helvetic Tours den Klimaeffekt eigener Geschäftsflüge, wie der «Tages-Anzeiger» berichtete.

Blogger Jeremy Kunz von Reisewerk.ch kritisierte den Reiseveranstalter: «Als Firma sollte sich Helvetic Tours tierisch schämen. Sie predigt Wasser und trinkt Wein.» Auch WWF-Sprecher Fredi Lüthin kritisiert das Angebot und bezeichnete gemäss der Zeitung die Aktion gar als «jenseits von Gut und Böse».

Das Angebot stiess auf Kritik

Helvetic Tours nahm gegenüber Kunz Stellung und erklärte, dass es sich bei dem Angebot nur um eine sehr geringe Anzahl von Flugplätzen handle, die sehr kurzfristig verfügbar seien. Und das Ziel der Aktion sei laut Helvetic Tours, die Flugauslastung zu verbessern.

Einige Stunden nachdem der Reiseveranstalter Kontakt mit Kunz hatte, verschwand das Angebot vom Internet. Aufgrund der einsetzenden Hochsaison sei das Angebot nicht mehr zwingend gewesen, erklärt Helvetic Tours. Und: «Intern und vereinzelt extern ist das Angebot bei Kunden aus ökologischen Gründen auf Kritik gestossen.» Es habe «unterschiedliche Meinungen» gegeben, ob ein Flugzeugsitz leer bleiben solle, wenn der Flug ohnehin durchgeführt werde, sagt Peter Brun, Kommunikationschef des Kuoni-Konzerns, zu dem Helvetic Tours gehört. Am Ende habe man entschieden, das Angebot entspreche nicht den ökologischen Ansprüchen des Konzerns. «Deshalb wurde entschieden, das Angebot einzustellen.»

Kunz kommentierte den Meinungsumschwung mit einem «Herzliche Gratulation» und Lüthin vom WWF sagt: «Es freut uns sehr, dass Kuoni das Angebot wieder eingestellt hat.» 16 Prozent der Schweizer Klimabelastung gingen auf das Konto des Flugverkehrs.

(saw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gerhard Boegli am 09.07.2014 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Däumchen-runter-Drücker

    sind einfach nur Neider und machen sich lächerlich! Der Flieger fliegt auch so, ob mit oder ohne die Platzfüller für Fr. 125.--, aber soweit können die grün-/linksangehauchten Däumchendrücker und Ökofuzzies ja nicht denken. Wir Schweizer sind schon ein lustiges Völkchen, Missgunst gegen Jeden und alles, einfach nur krank!

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  • Stibe am 09.07.2014 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Engstirnige Sichten...

    Bitte denkt doch zu Ende. Wenn dieses Angebot effektiv nur die VERFÜGBAREN Plätze anbietet (also nicht mehr Flugzeuge gestartet werden), ist der Sprit-Mehrverbrauch des zu vernachlässigen. Vermutlich tankt der noch nicht mal weniger, wenn 10 Sitze frei bleiben... Aber dafür kann der Flug effizient durchgeführt werden und sowohl in der Schweiz (Anbieter) als auch in Griechenland wird Geld ausgegeben, was wieder der Wirtschaft zu Gute kommt. Ausserdem können sich so auch mal kinderreiche aber ärmere Familien wenigstens einen Tag am Meer gönnen. Schade, dass immer alles vermiest werden muss!

  • Souffleur am 09.07.2014 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Naiv

    Finde es ja immer erstaunlich wie sich leute ab banalitäten echauffieren können. Denkt ihr motzer echt dadurch fliegt nur ein Flugi weniger ? Wie naiv muss man da sein

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Die neusten Leser-Kommentare

  • René Widmer am 09.07.2014 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    Und..??

    Finde das eigentlich eine witzige Idee - und viele Leute würden das ja eh nicht machen. Und ob ein Tagesausflug aufs Jungfraujoch viel ökologischer ist, bleibe dahingestellt...

  • tomas am 09.07.2014 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Super Idee!

    Da der Flieger in der Saison ja sowieso ein bis zweimal hin und her fliegt, was spielt das für eine Rolle. So wäre er sicher immer voll und ohne diese Idee ist er halt nur zu 75% ausgelastet...aber fliegen tut er trotzdem! Grüne sollten echt mal weiter als nur bis zur Nasenspitze denken....

  • Di Dago am 09.07.2014 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    das war eine coole Idee, ich kann mir im Moment bei dem starken verdrängungskampf auf dem Arbeitsmarkt keine Woche Urlaub leisten! Da ein Studierter Ausländer jetzt meinen Job fürs gleiche Geld macht! Danke CH Politiker, bald wird uns die Gesellschaft um die Ohren fliegen!

  • Stibe am 09.07.2014 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Engstirnige Sichten...

    Bitte denkt doch zu Ende. Wenn dieses Angebot effektiv nur die VERFÜGBAREN Plätze anbietet (also nicht mehr Flugzeuge gestartet werden), ist der Sprit-Mehrverbrauch des zu vernachlässigen. Vermutlich tankt der noch nicht mal weniger, wenn 10 Sitze frei bleiben... Aber dafür kann der Flug effizient durchgeführt werden und sowohl in der Schweiz (Anbieter) als auch in Griechenland wird Geld ausgegeben, was wieder der Wirtschaft zu Gute kommt. Ausserdem können sich so auch mal kinderreiche aber ärmere Familien wenigstens einen Tag am Meer gönnen. Schade, dass immer alles vermiest werden muss!

  • Adrian Jost am 09.07.2014 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Schweiz

    Schade war eine moderne und gute Idee und wir hätten sie sicher gerne und oft genutzt! Typisch linke Schweiz was fortschrittlich ist muss abgeschafft werden!

    • Gonzo am 10.07.2014 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ja richtig

      Das im Sinne der Nachhaltigkeit. Ob die Mobilitätsziele der Politik auch so nachhaltig sind wie in den Wahlversprechen gegeben werden bezweifle ich.

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