Mehr Digital-Abos verkauft

12. März 2019 08:00; Akt: 12.03.2019 22:36 Print

Tamedia investiert ins Digitale

Das Medienhaus Tamedia investiert weiter kräftig ins Digitale – auch in die Publizistik, vor allem aber in kommerzielle Digitalangebote und Beteiligungen.

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Das Medienhaus Tamedia möchte hauptsächlich in zukunftsträchtige Digitalaktivitäten investieren. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

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Der Medienkonzern Tamedia möchte vorwiegend in zukunftsträchtige Digitalaktivitäten investieren. So soll das Geld, das aus dem Verkauf der Minderheitsbeteiligung an Localsearch zufliesst, mehrheitlich für den Kauf neuer Digital-Beteiligungen verwendet werden. Die Swisscom als Mehrheitseigentümerin von Localsearch bezahlt Tamedia knapp 240 Millionen Franken für den Anteil von 31 Prozent.

Das ehemalige Kerngeschäft mit gedruckten Medien wird weiter optimiert, entwickelt sich aber immer mehr zur Belastung für den Gesamtkonzern. Während das Print-Geschäft 2018 zwar noch für knapp 47 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich zeichnete, lieferten die gedruckten Erzeugnisse nur mehr knapp 14 Prozent des Betriebsgewinns auf Stufe EBIT.

Investitions-Schwerpunkt Fintech

Einen möglichen Investitions-Schwerpunkt sieht Tamedia-CEO Tonini im Bereich Fintech. Hier hat die Gruppe erste Erfahrungen mit den Investitionen in Lykke (globaler Blockchain-Marktplatz) und Monito (Vergleichsportal für Geldtransfer-Services) gesammelt.

Aber auch die digitalen Bezahlmedien sollen gestärkt werden. Tamedia will dazu in den nächsten drei Jahren 30 Millionen investieren: Zwei Drittel sollen der Redaktion und ein Drittel dem kommerziellen Bereich zu Gute kommen.

Erfreuliche Entwicklung der Digital-Abos

Die Zuversicht für die Investitionen in die Publizistik schöpft das Management aus der zuletzt erfreulichen Entwicklung des digitalen Lesermarktes. So stieg die Zahl der Digital-Abos zum Jahresende 2018 auf über 70'000 nach knapp 50'000 per Ende 2017. Zusätzlich wurden im vergangenen Jahr 100'000 Tagespässe verkauft.

Verwaltungsrats-Präsident Pietro Supino sprach am Dienstag vor den Medien denn auch von einem «Durchbruch». Er gab sich zudem überzeugt, dass für Qualitätsjournalismus auch künftig eine Zahlungsbereitschaft besteht.

Um den zunehmend divergierenden Herausforderungen, Wachstumsaussichten und Entwicklungsgeschwindigkeiten der verschiedenen Geschäftsfelder der Gruppe gerecht zu werden, plant Tamedia eine Anpassung der Unternehmensstruktur. Die neue Organisation soll Tamedia offener und agiler für Partnerschaften machen.

Als Beispiel erwähnte CEO Tonini das Geschäftsfeld der Kleinanzeigen (Classifieds), wo internationale Partnerschaften zu beschleunigtem Wachstum führen könnten. Als weitere sinnvolle organisatorische Anpassung sieht Tonini die Bündelung der bestehenden Organisationseinheiten im Bereich Werbevermarktung und -vermittlung.

Umsatzplus aber Gewinnrückgang

Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2018 ist Tamedia dank den Übernahmen der Werbevermarktungsfirmen Neo Advertising und Goldbach sowie den anhaltend gut laufenden kommerziellen Digitalangeboten umsatzmässig um knapp 4 Prozent auf wieder über 1 Milliarde Franken gewachsen. Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verminderte sich dagegen deutlich um 27,2 Prozent auf 131,6 Millionen Franken.

Die Marge beläuft sich damit noch auf 13,0 Prozent nach 18,6 Prozent. Allerdings profitierte Tamedia im Vorjahr von verschiedenen buchhalterischen Sondereffekten, während 2018 der Konkurs von Publicitas mit 6,0 Millionen sowie ein höherer Vorsorgeaufwand auf die Rechnung schlugen. Unter Ausklammerung aller Sondereffekte liege das Betriebsergebnis nur leicht unter Vorjahr, schrieb Tamedia.

Unter dem Strich blieb ein Reingewinn von 129,5 Millionen Franken (minus 24 Prozent). Die Aktionäre sollen am Gewinn mit einer unveränderten Dividende von 4,50 Franken partizipieren.

(sda)

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