Arbeitslose

08. Juni 2011 11:49; Akt: 08.06.2011 12:33 Print

Tausende ohne Taggeld wegen ALV-Revision

von Balz Bruppacher - Nun steht fest, wie sich die Revision der ALV auswirkt: Ende März haben 13 248 Arbeitslose die Bezugsberechtigung auf Gelder aus der Arbeitslosenversicherung verloren.

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Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) hatte erwartet, dass 14 000 bis 16 000 Arbeitslose wegen der Leistungskürzungen in der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert werden. Die am Mittwoch veröffentlichten Zahlen zeigen, dass es etwas weniger sind, nämlich 13 248. Hinzu kommen weitere 2 807 Aussteuerungen, die nicht auf die Gesetzesrevision zurückzuführen sind. Insgesamt hat damit eine Rekordzahl von 16 055 Arbeitslosen den Anspruch auf Taggelder verloren.

Das SECO geht davon aus, dass 11 bis 15 Prozent der Ausgesteuerten zu Sozialhilfeempfängern werden. Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) befürchtet hingegen, dass rund 30 Prozent der Ausgesteuerten Sozialhilfe benötigen werden. Noch lässt sich der Effekt der Gesetzesrevision nicht quantifizieren. Die SKOS rechnet frühestens in einigen Monaten mit aussagekräftigen Zahlen der Sozialämter.

2000 Arbeitslose verschwinden aus der Statistik

Die Aussteuerungen schlugen sich auch im Monat Mai in einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen nieder. Ende Monat waren noch 114 684 Menschen als arbeitslos registriert. Das sind 8764 Arbeitslose weniger als im April. In rund 2000 Fällen verschwanden Arbeitslose, die sich bei ihrer regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) abgemeldet haben, wegen der Gesetzesänderung aus der Statistik.

Die Arbeitslosenquote fiel erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder unter die Drei-Prozent-Marke, und zwar auf 2,9 Prozent gegenüber 3,1 Prozent im April. Ohne die Leistungskürzungen bei der Arbeitslosenversicherung wäre die Arbeitslosenquote 0,2 Prozentpunkte höher gewesen, wie Serge Gaillard, Leiter der SECO-Direktion Arbeit, auf Anfrage von 20 Minuten Online sagte.

Auch im Mai trug neben saisonalen Effekten die gute Konjunktur zum Rückgang der Arbeitslosigkeit bei. So sank zum Beispiel die Zahl der Arbeitslosen in der Uhrenindustrie stark überdurchschnittlich. «Allerdings hat die Beschäftigung in der Industrie das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht», sagte Gaillard.

Jugendarbeitslosigkeit innert Jahresfrist um ein Drittel gesunken

Erneut überdurchschnittlich zurückgegangen ist die Jugendarbeitslosigkeit. Ende Mai waren noch 14 801 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 24 Jahren ohne Job. Die Arbeitslosenquote sank von 3,0 auf 2,7 Prozent und war damit zum zweiten aufeinanderfolgenden Mal tiefer als das landesweite Mittel. Im Vorjahresvergleich verringerte sich die Jugendarbeitslosigkeit um mehr als ein Drittel. «Das ist sehr erfreulich», sagte Gaillard.

Arbeitslosigkeit in elf Kantonen unter zwei Prozent

Der Blick auf die regionale Verteilung der Arbeitslosigkeit zeigt, dass sich das Gefälle zwischen der lateinischen Schweiz und der Deutschschweiz im Mai leicht verringert hat. Genf war mit einer Quote von 6,0 Prozent nach wie vor am stärksten betroffen. Ein kleines Beschäftigungswunder spielt sich hingegen im Kanton Jura ab. Dort sank die Arbeitslosenquote innert Jahresfrist von 5,3 auf 3,1 Prozent. In elf Deutschschweizer Kantonen sind inzwischen weniger als zwei Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung arbeitslos.

Folgen der Frankenhausse im zweiten Halbjahr befürchtet

Die nach wie vor gute Lage auf dem Arbeitsmarkt kommt auch bei der Zahl der offenen Stellen zum Ausdruck. Sie erreichte mit knapp 22 000 eine rekordverdächtige Marke. Im Juni dürfte die Arbeitslosenzahl nach Erwartung Gaillards ein weiteres Mal leicht zurückgehen wegen der Gesetzesrevision um rund 2000. Im zweiten Halbjahr sind die Aussichten weniger günstig. «Die Aufwertung des Frankens wird nicht spurlos am Arbeitsmarkt vorbeigehen», sagte Gaillard.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco Grossi am 08.06.2011 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    falsch interpretiert

    Zitat:"Ende Mai waren noch 14 801 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 24 Jahren ohne Job." eine Lüge! nicht alle Jugendliche, welche arbeitslos sind, sind beim RAV angemeldet! Augenwäscherei!

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  • Madeleine am 08.06.2011 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Raus aus der Arbeitslosigkeit rein ins Sozialamt- super wie unser Sozialnetz funktioniert. Man hat eben als Stimmbürger wieder den alten Weg genommen und der Politik geglaubt was nun 2000 Ausgesteuerten nicht weiter hilft. Der Ball bleibt rund bis er platzt und das dauert nicht mehr lange........

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  • Martial Kohler am 08.06.2011 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    ALV-Revision

    Die Arbeitslosen werden immer wie mehr Sklaven vom Staat, sie haben sonst nichts zu lachen, geschwiegen von den Ausgesteuerten. Es lebe die reiche Schweiz!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Berner Bär am 09.06.2011 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Sockelarbeitslosigkeit!

    Dazu kommt die durch das PFA bedingte Masseneinwanderung hervorgerufene Sockelarbeitslosigkeit von ca. 1,8 - 2,0%. Etwas, was die Schweiz zuvor auch in schlechten Zeiten nie gekannt hat. Davon wird offiziell selbstverständlich nie gesprochen.

  • wesi am 08.06.2011 20:37 Report Diesen Beitrag melden

    Sinkende AL

    So u.soviel weniger Arbeitslose, was auch kein Wunder ist,nachdem diese aus der AL Statistik herausgefallen sind.Dann sinkt die AL-Zahl natürlich innert kürzester Zeit rapide. Dies ist kein Anlass zum Jubeln und hat demzufolge auch nichts zu bedeuten.Deshalb sollte man diese Zahlen auch nicht überbewerten!

  • Gerold Nicht von Bühren am 08.06.2011 18:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wie viele Ausgesteuerte sind >50

    Ach ja, was da noch anzufügen wäre - wie war das neuerlich mit der AHV-Rente ab 67? Wenn schon ab 45 kein Job mehr gefunden werden kann, wer bitte stellt dann einen über 60 Jährigen ein? Der ganze Schlamassel beruht darauf, dass unser BVG-System einen massiven Fehler aufweist und eigentlich drinend einer Revision bedarf. Es stammt übrigens noch aus der Zeit vor dem Mauerfall! Und da war ALLES definitif ANDERS.

  • Scheibenwischer Fredy am 08.06.2011 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    Staatlich bezahlte Augenwischerei!

    All diejenigen die ausgesteuert sind, sind gemäss SECO nicht mehr arbeitslos - das hat die Statistik massiv verfälscht!

  • Ausgesteuerter am 08.06.2011 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    ALV-Revision

    Als soeben Ausgesteuerter werde ich bis zum Pensionsalter ohne Arbeit sehr gut von meinem Ersparten leben. Ab dann wird das Sozialamt für mich bezahlen müssen, meine Rechnung stimmt somit.