Milliardendeal

21. März 2011 11:12; Akt: 21.03.2011 13:48 Print

Telekom verkauft US-Mobilfunkgeschäft

Die Deutsche Telekom trennt sich von ihrer US-Mobilfunksparte. Die schwächelnde T-Mobile USA geht für 39 Milliarden den Mobilfunkkonzern AT&T. Die Börse zeigte sich begeistert.

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Milliardendeal in der Telekombranche. Die Deutsche Telekom verkauft ihr USA-Geschäft für 39 Milliarden Dollar an den Konkurrenten AT&T. Mit dem Verkaufserlös will Telekom Schulden reduzieren und in grossem Stil eigene Aktien zurückkaufen.

Die Börse zeigte sich von der Ankündigung begeistert. Die seit Monaten vor sich hin dümpelnden Aktien der Deutschen Telekom schossen am Montagmorgen um rund 16 Prozent auf über elf Euro nach oben. Zuletzt hatten Telekom-Papiere Anfang Januar 2009 mehr als elf Euro gekostet.

T-Mobile USA ist die Nummer vier am US-Mobilfunkmarkt und kämpft seit einiger Zeit mit Gegenwind. Allein im Schlussquartal 2010 verlor das Unternehmen netto 318 000 Vertragskunden.

Beste Lösung

Telekom-Chef René Obermann sagte, das Unternehmen werde durch die Beteiligung an AT&T weiter am stark wachsenden Geschäft mit dem mobilen Internet in den USA teilhaben. AT&T ist nach Verizon Wireless das zweitgrösste US-Mobilfunkunternehmen. Obermann sagte weiter, die Telekom könne sich nun stärker auf den Ausbau der schnellen Netze in Europa konzentrieren.

«Wir haben die beste Lösung für unser Unternehmen, unsere Kunden und unsere Aktionäre gefunden», sagte Obermann. Nachdem bereits Lösungen für die Telekom-Beteiligungen in Grossbritannien und Polen gefunden worden seien, könne die Transformation des Konzerns nun weiter vorangetrieben werden.

Fusionsgerüchte

In der Vergangenheit hatte es wiederholt Spekulationen gegeben, T-Mobile USA könnte ein Zusammengehen mit Sprint Nextel, der amerikanischen Nummer drei, in Betracht ziehen. Die Telekom hatte zuletzt Anfang dieses Monats erklärt, weiterhin Optionen für T-Mobile USA zu prüfen, inklusive eines Komplettverkaufs.

Die Telekom hat sich von AT&T eine hohe Ausgleichszahlung zusichern lassen, sollte die vereinbarte Übernahme an kartellrechtlichen Auflagen scheitern. Drei Milliarden Dollar müsste AT&T in diesem Fall an den Bonner Konzern zahlen, wie aus einem Datenblatt des US-Konzerns zur Übernahme hervorgeht.

Im Geschäftsjahr 2010 erzielte T-Mobile USA einen Umsatz von 16,1 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebitda) von rund 4,2 Milliarden Euro.

(dapd)