Frequenzen

06. Juli 2018 10:09; Akt: 06.07.2018 15:50 Print

5G kostet Telecom-Firmen mindestens 220 Mio

Die Comcom hat entschieden: Im Januar versteigert sie die 5G-Frequenzen. Die Telecom-Firmen werden mindestens 220 Millionen Franken zahlen müssen.

Bildstrecke im Grossformat »

So sieht eine 5G-Antenne aus.

Fehler gesehen?

Startschuss für die neue Mobilfunkgeneration 5G: Die Auktion der neuen Mobilfunkfrequenzen finde im Januar statt, wie die Eidgenössische Kommunikationskommission (Comcom) am Freitag mitteilte. Die Versteigerung beginnt bei einem Mindestpreis von 220 Millionen Franken.

Umfrage
Braucht es das schnellere 5G-Netz?

Dies hat die Comcom in ihren Bedingungen zur Versteigerung der Frequenzen festgelegt, wie sie Freitag vor den Medien in Bern bekannt gab. Die Auktion solle im Januar stattfinden. Die Telecom-Konzerne können ihr Bewerbungsdossier bis zum 5. Oktober einreichen.

Die 220 Millionen Franken sind der Minimalpreis, wenn es für alle Frequenzen eine Nachfrage gibt. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Es gab auch schon Versteigerungen, an denen Frequenzen liegen blieben und an den Bund zurückgingen.


Comcom-Präsident Stephan Netzle erklärt, warum es 5G braucht und wieso die Kommission eine Auktion abhält. (Video: SDA)

Doppelter Preis bei attraktiven Frequenzen

Besonders gross dürfte das Gerangel um die Frequenzen von 700 Megahertz und 3,5 bis 3,8 Gigahertz sein, die für die neue Mobilfunktechnik 5G sehr wichtig sind. Deshalb hat die Comcom bei den besonders attraktiven Frequenzen im 700 MHz-Band den Mindestpreis des Bundesrats verdoppelt.

«Frequenzen sind ein knappes, öffentliches Gut. Wer Frequenzen nutzen will, muss dafür Gebühren bezahlen», argumentiert die Comcom als Regulatorin: «Es ist jedoch nicht das Ziel der Comcom, einen möglichst hohen Auktionserlös zu erzielen.» Im Vordergrund stehe eine gute Frequenzausstattung der Mobilfunkbetreiber und eine gute Versorgung des Landes mit qualitativ hochstehenden Telecomdiensten.

1 Milliarde für Bundeskasse

Bei der letzten Auktion im Jahr 2012 hatte der Mindestpreis für den Verkauf aller Frequenzen bei 637 Millionen Franken gelegen. Sunrise, Swisscom und die damalige Orange (heute: Salt) schaukelten sich auf 996 Millionen Franken hoch.

Am ungeschicktesten verhielt sich damals Sunrise. Die Nummer zwei im Schweizer Telekommarkt zahlte schliesslich über eine halbe Milliarde Franken, obwohl sie weniger Frequenzen erhielt als die Swisscom.

Der «blaue Riese» ergatterte sich für 360 Millionen Franken damals 42 Prozent des ganzen Spektrums. Orange bezahlte mit 155 Millionen Franken am wenigsten. Mit den Ratenzahlungen flossen damals über 1 Milliarde Franken in die Bundeskasse.

Bietbeschränkungen verhängt

Um zu verhindern, dass die Swisscom ihre finanziellen Muskeln spielen lässt, hat die Comcom Bietbeschränkungen eingeführt. «Alle Marktteilnehmer erhalten damit die Möglichkeit, eine Frequenzausstattung zu erwerben, die ihren Geschäftsmodellen entspricht.»

Mit Bietbeschränkungen in gewissen Frequenzbereichen werde sichergestellt, dass nicht einzelne Auktionsteilnehmer übermässig viele Frequenzblöcke aufkaufen können und andere Teilnehmer leer ausgehen.

Kritik der Telecom-Firmen

Die Bietbeschränkungen hatten bereits im Vorfeld für Kritik von Sunrise und Swisscom gesorgt. Sunrise störte sich vor allem an der zu grosszügigen Maximalgrenze von Frequenzblöcken. Die Swisscom könnte damit auch Frequenzblöcke ersteigern und diese ungenutzt lassen, nur damit sie der Konkurrenz nicht zur Verfügung stünden.

Genau das Gegenteil bemängelte die Swisscom: Die Bietbeschränkungen seien viel zu eng gesteckt. Die Swisscom habe heute mit Abstand am wenigsten Frequenzen pro Kunde. Dieser Zustand werde nun zementiert: Die Swisscom-Konkurrenten hätten nach der Versteigerung mindestens die Hälfte mehr Frequenzen pro Kunde zur Verfügung als die Marktführerin.

15 Jahre gültig

Die neuen Frequenzen werden technologieneutral vergeben. Das heisst, die Telekomkonzerne können sie für die jetzige Mobilfunkgeneration 4G oder für die neue 5G verwenden, wie sie wollen. Das hängt von ihrer Netzplanung ab.

(rkn/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kognitive Dissonanz am 06.07.2018 06:15 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Messmethoden

    gell DL, damit die Grenzwerte 'nicht' überschritten werden und 5G trotzdem gemäss Lobby-Wunsch eingeführt werden kann.... siehe auch Glyphosat-Grenzwerte - kein Problem, ändern wir die Messmethode damit die Grenzwerte nicht überschrittten werden.... siehe auch Abgasmessung für die (Diesel)-Auto-Lobby in EU - kein Problem, ändern wir die Messmethode dann geht das schon... oder Fukushima - Strahlungsbelastung, oh, wir setzen einfach die Grenzwerte ab der die Strahlungsbelastung gesundheitsgefährdend ist hinauf....

    einklappen einklappen
  • Lumpi lumpi am 06.07.2018 07:18 Report Diesen Beitrag melden

    Was nun?

    Plötzlich sind besteht keine Strahlengefahr mehr? Was geschah nun mit den Grenzwerten? Wenns um Geld geht ist es doch nicht mehr so schlimm? Wer schützt uns vor unseren gierigen Politik?

    einklappen einklappen
  • M. K. am 06.07.2018 06:09 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Nacht

    Na vielen Dank, die Strahlung ist nicht ohne. Allein schon was da auf die Aura und das Energiefeld eines Menschen prasselt wird massgeblich Stress verursachen. Sind wir ja gewohnt, am Schluss der Rechnung steht erst der Mensch.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Niggi Nick am 08.07.2018 00:15 Report Diesen Beitrag melden

    Smart City

    Unterm Namen "Smart City" sollen nun Spielplätze für die Mobilfunkanbieter entstehen. Und dazu brauchen sie natürlich die 5G Technologie und höhere Grenzwerte. Da sind Gesundheitsbedenken nicht mehr relevant - es geht ja letztendlich auch um die lückenlose Überwachug der Bevölkerung. Ein guter Beitrag zu diesem Thema finden sie unter ab 60-er Minute bei der Verleihung des "Big brother award".

  • Marco C. am 07.07.2018 21:09 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nachdenken...

    Alle sind über die Antennen besorgt, wissen aber nicht das der stärkste Sender das Handy selbst ist und zwar um ein tausendfaches, und wir halten es direkt am Ohr, wirklich die Antenne in der Ferne ist nichts dagegen...

    • Prozessor am 07.07.2018 21:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marco C.

      Handy am Ohr: Feldstärke ca. 15V/m Grenzwert im Wohnbereich von Mobilfunkantennen: 5V/m Also nix mit dem 1000-fachen! Bitte bei der Wahrheit bleiben.

    • Niggi Nick am 08.07.2018 00:18 Report Diesen Beitrag melden

      Zwangsbestrahlung

      Handy kann ich ausschalten, wenn ich Kopweh habe und nachts nicht schlafen kann. Bei Antennen reden wir von Zwngsbestrahlung rund um die Uhr!

    einklappen einklappen
  • Ameliore am 07.07.2018 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Was spielen die Kosten für

    eine Rolle? Mit den übertriebenen Gebühren fressen sich die Telekomfirmen ohnehin an den Kunden satt, die 220 Mio zahlen die mit der Portokasse - die ja letztendlich auch der Kunde berappt.

    • olimimus am 07.07.2018 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ameliore

      übertriebene gebühren? wo denn bitteschön? Vor bald 30 jahren mag deine aussage noch gestimmt haben. aber heute wo man für 30 fr / mt. unendlich telefonieren und surfen kann ist diese aussage schlicht gelogen.

    • Kritiker am 07.07.2018 21:30 Report Diesen Beitrag melden

      @ olimimus

      Aufgrund irgendeines absoluten Preises zu behaupten ein Preis sei nicht übertrieben ist schlicht gelogen. Auch ein Preis von 3 Fr. ist Wucher wenn der Aufwand 1 Rp. war.

    • olimimus am 07.07.2018 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kritiker

      du hehörst wohl zu denjenugen, die auch gegen eine milchpreiserhöhung sind. es muss nicht alles billig sein. ein fairer preis ist es um was es geht. für 30 fr. alles inklusive und immer noch billiger haben wollen... am besten gratis.. traurig diese welt

    einklappen einklappen
  • Schreiberling am 07.07.2018 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Leute..

    5G kommt so oder so und erschliesst ganz neue Möglichkeiten. Davor kann und darf man sich nicht verschliessen. Ich verstehe den Aufschrei nicht..

  • Barbara S. am 07.07.2018 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Geld über ...

    Natur und Umwelt. Etwas an Grenzwerten und Messmethoden herumschrauben und sensiblere Menschen als Simulanten titulieren, welche die KK-Kosten und Arbeitgeberkosten in die Höhe treiben. Aber Hauptsache man hat schnelleres, stärkeres, flächendeckenderes .

    • olimimus am 07.07.2018 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Barbara S.

      die grenzwerte sind in der schweiz seit je her zu tief. sie wurden damals aus furcht so tief gesetzt, nicht weil über duesen grenzserten gefahr droht. die schweizer regierung bestand damals einfach nur aus schisshasen. die grenzwerte können bedenlenlos auf eu niveau angehoben werden. unsere nachbaren haben keine höheren erkrankungsraten als wir. neandertaler sollen den fortschritt nicht immer blockieren.

    einklappen einklappen